Sonntag , 4. Dezember 2022
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Das Parkleitsystem soll ab Mitte August nachts abgestellt werden - so könne ein Viertel des üblichen Stromverbrauchs eingespart werden.
Das Parkleitsystem soll ab Mitte August nachts abgestellt werden - so könne ein Viertel des üblichen Stromverbrauchs eingespart werden. (Foto: t&w)

Stadt spart Energie: Parkleitsystem wird nachts abgeschaltet

Nicht nur Privathaushalte müssen Energie sparen, auch die Stadt kann an einigen Stellschrauben drehen. Die LZ hat nachgefragt, wo die Verwaltung bereits reagiert hat und welche Maßnahmen derzeit noch geprüft werden. Unter anderem soll das Parkleitsystem nachts abgestellt werden, wodurch ein Großteil des üblichen Stromverbrauchs eingespart werden kann.

Lüneburg. Energiesparen ist das Gebot der Stunde – nicht nur für Privathaushalte. Auch in der Stadt dürfte es viel Potenzial zur Einsparung geben, nimmt man die zahlreichen beleuchteten Gebäude, Straßen oder Parkplätze in den Blick. Wie bereitet sich die Verwaltung angesichts der Energiekrise auf den Herbst und Winter vor? Welche Sparmaßnahmen wurden oder werden in Lüneburg noch umgesetzt? Die LZ hat nachgefragt.

Fest steht: Das Thema spielt für die Hansestadt schon seit längerem eine Rolle. "Da sich die Hansestadt Lüneburg bereits seit Jahren mit Maßnahmen zur Verringerung von Energieverbräuchen und zur Steigerung der Energieeffizienz befasst, so wie andere Städte auch, konnten bereits in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte und Maßnahmen umgesetzt werden", erklärt Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck. Das sei erfreulich – verkleinere jedoch "den Spielraum zur Realisierung von ad-hoc Einsparungen".

Viele Maßnahmen zum Energiesparen bereits umgesetzt

So heize die Stadt Büroräume generell nur auf maximal 20 Grad – "andere Städte habe das jetzt als Ziel festgelegt. Wir prüfen eine weitere Absenkung auf 18 bis 20 Grad", sagt Moenck. Ebenso gestalte sich die Situation in Lagerräumen: Während in anderen Städten nun etwa 17 Grad angepeilt werden, seien die Lüneburger Lagerräume in der Regel ohnehin nur auf 15 Grad oder weniger – oder auch gar nicht beheizt. Außerdem seien von 79 Ampeln im Stadtgebiet bereit 77 auf energiesparende LED-Technik umgestellt.

Doch auch wenn die Stadt "schon länger auf dem Weg" ist, wie Moenck betont, gebe es durchaus noch Potenzial. "Aktuell prüfen wir eine ganze Reihe von möglichen Energiesparmaßnahmen auf ihre technische Machbarkeit und wägen ab, was auch sinnvoll ist. Es sollen ja keine ungewollten Nebenwirkungen entstehen."

Parkleitsystem wird nachts abgestellt

So stehe bereits fest, dass ab Mitte August das Parkleitsystem in der Stadt abgeschaltet werde, erklärt Moenck. Die Anzeigen werden dann von 23 Uhr bis 5 Uhr ausgestellt – die Zählungen laufen jedoch im Hintergrund weiter, sodass morgens die aktuelle Zahl verfügbarer Stellplätze angezeigt werden kann. "Wir können damit circa ein Viertel des üblichen Stromverbrauchs einsparen."

Auch die Hafen GmbH, eine Tochterfirma der Stadt, habe bereits gehandelt: "Dort bleibt abends und nachts der Hafen dunkel, um Energie zu sparen. Eine Notbeleuchtung ist natürlich gewährleistet", erzählt Moenck (LZ berichtete). Ebenso werde geprüft, "wo wir Straßenbeleuchtung in unkritischen Verkehrsbereichen gegebenenfalls nachts abschalten können". Die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger stehe da jedoch an erster Stelle, weshalb die möglichen Orte zuvor genau betrachtet werden müssen.

Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit dem Thema

Außerdem würden derzeit weitere Maßnahmen geprüft, etwa Warmwasser nur dort anzubieten, wo es unbedingt nötig ist oder die Heizzeiten in städtischen Gebäuden zu reduzieren. "Es gibt eine Arbeitsgruppe, die sich regelmäßig mit dem Thema beschäftigt. Die Dinge, die möglich sind, werden Zug um Zug umgesetzt."

Allerdings kann die Stadt nicht überall dort, wo es für Lüneburger auf der Hand zu liegen scheint, tätig werden. So rügten zum Beispiel LZ-Leser, dass das Treppenhaus des Klinikums rund um die Uhr beleuchtet ist. Ändern könne man das jedoch nicht, betont Moenck, und zwar aus Sicherheitsgründen: Schließlich müsse es Patienten jederzeit möglich sein, das Treppenhaus zu nutzen – egal zu welcher Tages- und Nachtzeit. wko/lvc

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