Montag , 5. Dezember 2022
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Gabriele Lukoschek, Kämmerin und Erste Stadträtin, geht Ende Januar 2023 in den Ruhestand. (Foto: be)
Gabriele Lukoschek, Kämmerin und Erste Stadträtin, geht Ende Januar 2023 in den Ruhestand. (Foto: be)

Lüneburg sucht nun auch noch eine Kämmerin

Die Position Leitung des Sozialdezernats bei der Hansestadt Lüneburg ist seit Mai vakant. Nun muss für einen weiteren Führungsposten eine Nachfolgerin gesucht werden. Gabriele Lukoschek, Kämmerin und Erste Stadträtin, geht Ende Januar 2023 in den Ruhestand.

Lüneburg. Bereits seit Anfang Mai ist die Stelle der Sozialdezernentin bei der Stadt Lüneburg vakant, die Neubesetzung im ersten Anlauf gescheitert. Nun muss noch eine weitere Führungskraft gesucht werden: In wenigen Monaten verlässt Kämmerin Gabriele Lukoschek die Verwaltung.

Lukoschek geht Ende Januar 2023 in den Ruhestand

Seit 2008 ist die 59-Jährige verantwortlich für die Finanzen der Hansestadt, kümmert sich gleichzeitig ums Personal. 2015 wurde sie zudem mit überwältigender Mehrheit vom Rat zur Ersten Stadträtin gewählt. Damit bekleidete zum ersten Mal eine Frau dieses Amt in Lüneburg. Für ihre sachkompetente und stets freundliche Art wird sie fraktionsübergreifend geschätzt. Ende Januar 2023 endet die Amtszeit der Kämmerin. Auf Anfrage der LZ im Rathaus, ob Gabriele Lukoschek für eine weitere Amtszeit von acht Jahren zur Verfügung stehe, hieß es: "Gabriele Lukoschek wird Ende Januar 2023 in den Ruhestand wechseln."

Gerüchteweise als Nachfolgerin von Rolf Sauer gehandelt

Diese Ankündigung kommt überraschend. Denn hinter vorgehaltener Hand wurde die Verwaltungsfrau schon als Nachfolgerin von Rolf Sauer, Chef der Gesundheitsholding Lüneburg, gehandelt, der im kommenden Frühsommer in der Ruhestand geht. Sauer war als Kämmerer bei der Stadt Vorgänger von Lukoschek. Damit muss Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch in den kommenden Monaten gleich drei hochkarätige Posten neu besetzen.

Bereich Finanzen mit Leidenschaft und Kompetenz ausgefüllt

Die gebürtige Westfälin Lukoschek ist seit nunmehr 40 Jahren im Öffentlichen Dienst tätig, quasi von Beginn an in der Kämmerei. Dabei ist es der Bereich, den sie in ihrer Ausbildung eigentlich am liebsten ganz ausgelassen hätte, wie sie mit ihrem typisch ansteckenden Lachen verrät. Dabei habe sie den Bereich Finanzen immer mit Leidenschaft und Kompetenz ausgefüllt und in jeder neuen Stadt mit neuen Aufgaben angereichert, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Die Stationen: Oerlinghausen, Bad Lippspringe, Lüneburg.

"Sie hat immer einen finanziell soliden Kurs gehalten"

"Ich blicke heute entspannt und zufrieden auf 40 spannende Jahre zurück. In drei Verwaltungen durfte ich wirken und alle maßgeblichen Fragen rund um Finanzen, Vermögen, Personal und Organisation in den Rathäusern gestalten. Ich habe immer gerne und mit Leidenschaft Herausforderungen gelöst. Das hat mir Freude bereitet", sagt die 59-Jährige. Rathauschefin Kalisch attestiert ihr: "Frau Lukoschek hat unsere Hansestadt in den vergangenen 14 Jahren maßgeblich geprägt und dabei das Schiff immer auf einem finanziell soliden Kurs gehalten, um Gestaltungsmöglichkeiten für Lüneburg zu sichern und zu entwickeln.“ Wichtige Meilensteine waren unter anderem der Abschluss des Entschuldungsvertrags mit dem Land 2012 und zwei Lüneburg-Verträge in den Jahren 2010 und 2020.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Erster Stadträtin

Neben dem fundierten Wissen in allen Bereichen schätze sie besonders die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihrer Ersten Stadträtin: „Frau Lukoschek ist eine wertvolle Führungskraft an meiner Seite, die ihre besondere Rolle mit einer positiven Grundhaltung, strategischem Geschick, reflektiertem Weitblick und lösungsorientiertem Denken ausfüllt. Sie wird uns fehlen, doch sie hat sich ihren Ruhestand nach 40 Jahren nun hoch verdient.“

Lukoschek hatte 2015 zudem den Posten der Aufsichtsratsvorsitzenden der Lüneburg Marketing GmbH (LMG) übernommen, als die Gesellschaft mit städtischer Beteiligung finanziell ins Schlingern geraten war und die Geschäftsführer im Eiltempo wechselten. Auch bei dieser Aufgabe habe Lukoschek mit Sachverstand und umsichtig agiert. Ende 2021 hatte Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch diesen Posten übernommen.

Stellenausschreibung wird Verwaltungsausschuss bald vorgelegt

Die Verwaltungschefin wird dem Verwaltungsausschuss in seiner nächsten Sitzung eine Stellenausschreibung vorlegen, um eine passende Nachfolge für die Dezernatsleitung zu finden. Mit Lukoscheks Wechsel in den Ruhestand ist auch die Position der Ersten Stadträtin/des Ersten Stadtrates zu besetzen. Zur möglichen Nachfolge führt die Oberbürgermeisterin Gespräche und will sich in Kürze zu den Ergebnissen äußern.

Dezernentinnen und Dezernenten werden von der Oberbürgermeisterin vorgeschlagen und vom Rat der Stadt gewählt, für eine Amtszeit von acht Jahren – so ist es in Niedersachsen vorgeschrieben. Gesucht wird weiterhin nach einer neuen Leitung für das Sozialdezernat.

Von Antje Schäfer

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