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Die grau-schwarz gefiederten Trauerseeschwalben sind in Deutschland vom Aussterben bedroht. (Foto: BRV)
Die grau-schwarz gefiederten Trauerseeschwalben sind in Deutschland vom Aussterben bedroht. (Foto: BRV)

Naturschützer freut Bruterfolg an der Elbe

Die grau-schwarz gefiederten Trauerseeschwalben sind vom Aussterben bedroht und werden auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands geführt. Im Biosphärenreservat „Niedersächsische Elbtalaue“ haben in diesem Jahr aber etwa 40 Paare ihren Nachwuchs aufgezogen.

Hitzacker. Die Trauerseeschwalbe ist eine der seltensten Vogelarten in Niedersachsen. Die grau-schwarz gefiederten, bis zu 25 Zentimeter langen Seeschwalben werden als „vom Aussterben bedroht“ auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands geführt. Einen Rückzugsort hat die Schwalbenart im Biosphärenreservat „Niedersächsische Elbtalaue“ gefunden. Dort haben in diesem Jahr etwa 40 Trauerseeschwalbenpaare ihren Nachwuchs aufgezogen. Um die Ansiedelung zu erleichtern, sind künstliche Nistflöße in der Brutkolonie ausgebracht worden, teilt die Biosphärenreservatsverwaltung in Hitzacker mit.

Das natürliche Brutgebiet der Schwalben sind Stillgewässer wie Altarme, Bracks oder die Uferbereiche größerer Seen. Diese haben gemeinsam, dass dort oft ausgedehnte Teppiche von Schwimmblattpflanzen, wie etwa der gelben Teichrose, gedeihen. Diese werden von den Vögeln als Brutinseln genutzt. Die Trauerseeschwalben bauen ihre Nester auf den großen Blättern, um vor Beutegreifern wie dem Mink – einem kleinen Wassermarder – geschützt zu sein und schnell für Nahrung in Form von Insekten sowie kleinen Amphibien und Fischen sorgen zu können. Wichtig ist ein während der gesamten Brutzeit ausreichend hoher Wasserstand, da die Gelege und Jungvögel sonst zur leichten Beute von Fressfeinden werden.

Ihrem natürlichen Brutgeschäft können die Trauerseeschwalben seit Langem nicht mehr uneingeschränkt nachgehen: Durch den Überschuss an Nährstoffen in den Stillgewässern sind die Bestände der für die Vögel so wichtigen Schwimmblattpflanzen stark zurückgegangen. Um den Bestand zu sichern und den Vögeln beim Brüten zu helfen, installiert die Biosphärenreservatsverwaltung seit einigen Jahren Ende April künstliche Brutinseln auf einigen Stillgewässern, wie etwa auf der Tauben Elbe bei Penkefitz oder den Wilkenstorfer Teichen in Amt Neuhaus.

Die Brutinseln bestehen aus einem Kunststoffgeflecht und werden jeweils zu etwa zehn Stück an einem Seil befestigt. An diesem Seil befindet sich ein schwerer Stein, um sie auf dem Wasser zu fixieren. Sprosse und Blätter von Wasserpflanzen imitieren eine natürliche Grundlage. In diesem Jahr wurden zusätzlich zu den 50 bestehenden Inseln noch 20 neue ausgebracht.

Die Bestandszahlen belegen den Erfolg der Maßnahme. Brüteten 2017, als die künstlichen Inseln erstmals ausgebracht wurden, nur 13 Schwalbenpaare auf der Tauben Elbe, waren es im vergangenen Jahr bereits 30. Die Erfolge wurden in diesem Jahr nochmals getoppt: Es wurden so viele Jungvögel aufgezogen wie zuletzt vor 60 Jahren. 43 Brutpaare und 70 flügge Jungvögel zählte der Ornithologe Wilhelm Meier-Peithmann, der die Vogelwelt der Region seit etwa 60 Jahren dokumentiert. Die auf den Wilkenstorfer Teichen ausgebrachten Nisthilfen wurden in diesem Jahr zwar noch nicht angenommen. Die Trauerseeschwalben haben sie jedoch während der Brutsaison regelmäßig als Ruheplatz genutzt, sodass die Biosphärenreservatsverwaltung auch dort auf erfolgreiche Bruten in den kommenden Jahren hofft. lz

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