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Dr. Karina Hellmann (r.) und Maria Karnagel gehören zum Waldteam des ersten Tiny Forest in Lüneburg in der Straße "Auf der Höhe". (Foto: Berit Neß)
Dr. Karina Hellmann (r.) und Maria Karnagel gehören zum Waldteam des ersten Tiny Forest in Lüneburg in der Straße "Auf der Höhe". (Foto: Berit Neß)

Es geht los: Bodenarbeiten für Lüneburgs ersten Tiny Forest

Kühlung im Sommer, mehr Wasserrückhaltefähigkeit, bessere Luft, Stressreduktion: Die Liste der Vorteile, die ein sogenannter "Tiny Forest", also ein Mini-Urwald, mit sich bringen soll, klingt verlockend. Genau so einer entsteht gerade in der Hansestadt. Zu gemeinsamen ersten Bodenarbeiten lädt Initiator 23grad e.V. gemeinsam mit der LüWoBau GmbH, die das Grundstück zur Verfügung stellt.

Lüneburg. Die Stadt gewinnt an Boden. Und zwar ganz wörtlich. Am  kommenden Sonnabend ab 10 Uhr starten im Wohngebiet an der Ecke Ringstraße/Auf der Höhe beim „Bodentag“ die physischen Vorarbeiten für Lüneburgs ersten Tiny Forest. Und die bestehen, wie der Name des Aktionstags schon ahnen lässt, vor allem in der Aufwertung des Bodens.

Der sei nämlich der Schlüssel zum Erfolg eines Tiny Forests. „Ein echter Urwald braucht etwa 10.000 Jahre, um ein stabiles inneres Gleichgewicht zu entwickeln. Wir versuchen das in drei bis zehn Jahren hinzubekommen“, erklärt Mitinitiatorin Maria Karnagel von 23grad e.V., die sich auf den „Bodentag“ am Sonnabend freut. Auf dem Grundstück des Projektpartners LüWoBau wird ein Bagger 40 Zentimeter tief den Boden ausheben und weitere 50 Zentimeter des Grunds auflockern.

Pilze, Schwämme, Kohle 

Der Aushub wird dann mit Bodenhilfsstoffen vermischt. Das sind konkret mineralhaltiges Gesteinsmehl, Mykorrhiza-Pilze, Mikroorganismen, Lehm, Pflanzenkohle und sogenannte Terra-Preta-Erde. Laut Maria Karnagel sorgen die drei letztgenannten „mit ihrer Schwammstruktur für eine gute Speicherkapazität sowohl für Wasser als auch für Nährstoffe“. So soll der Tiny Forest gewappnet sein gegen Dürre und Starkregen.

Von dem Mini-Urwald versprechen sich die Beteiligten noch weitere Vorteile: Er soll das Stadtklima abkühlen, die Luft rein halten helfen – und sich als grüne Oase positiv auf die psychische Gesundheit auswirken.

Interessierte sind eingeladen, sich an der Bodenvorbereitung für den Tiny Forest zu beteiligen und während der praktischen Arbeit die zugrundeliegenden Ideen genauer kennenzulernen. Eine vorherige Anmeldung bei jana.schultz@23grad.de wird erbeten.

Von Katharina Hartwig

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