Mittwoch , 28. September 2022
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Ein Bild aus früheren Zeiten: Bienenbüttels Gemeindejugendbeauftragter Axel Raatz musiziert mit Jugendlichen aus der Gemeinde. (Foto: be)
Ein Bild aus früheren Zeiten: Bienenbüttels Gemeindejugendbeauftragter Axel Raatz musiziert mit Jugendlichen aus der Gemeinde. (Foto: be)

Was wünscht sich die Jugend in Bienenbüttel?

Was wünschen sich Bienenbüttels Kinder und Jugendlichen eigentlich für ihre Gemeinde? Kommunalpolitische Alternative (KA) wollen sich jetzt mit externer Unterstützung auf die Suche nach Antworten begeben. In einem gemeinsamen Antrag fordern sie die Umsetzung eines Jugendforums, das den jüngsten Gemeindemitgliedern die Möglichkeit gibt, ihre Interessen auf kommunaler Ebene vorzubringen. Doch der Weg dahin wirft bei der CDU/FDP-Gruppe Fragen auf.

Bienenbüttel. Ein Jugendzentrum gibt es schon seit Jahren nicht mehr, dem Gemeindejugendbeauftragten wurden die Stunden gekürzt und die Politik fragt sich: Was wünschen sich Bienenbüttels Kinder und Jugendlichen eigentlich für ihre Gemeinde? Kommunalpolitische Alternative (KA) wollen sich jetzt mit externer Unterstützung auf die Suche nach Antworten begeben.

In einem gemeinsamen Antrag fordern sie die Umsetzung eines Jugendforums, das den jüngsten Gemeindemitgliedern die Möglichkeit gibt, ihre Interessen auf kommunaler Ebene vorzubringen. Wie das konkret aussehen soll? Um einen Überblick darüber zu gewinnen, welche Formen der Beteiligung es überhaupt gibt, wollen die Fraktionen in einem ersten Schritt Maik Peyko vom Albert-Schweitzer-Familienwerk zu einem Impulsvortrag einladen.

„Viele Kinder und Jugendlichen sind im Vereinswesen eingebunden, haben aber darüber hinaus keine Möglichkeit, sich entsprechend ihrer Bedürfnisse und Interessen in die Gestaltung ihrer Gemeinde einzubringen“, erklärt Arnold Witthöft, dessen Fraktion – die SPD – den Stein ins Rollen gebracht hatte. Seine Beobachtung: „Es wird viel über die Jugendlichen gesprochen, aber nicht mit ihnen.“

Multifunktionaler Sportplatz oder Halfpipe?

Um das zu ändern, haben sich auch die Grünen und die KA dem Antrag der SPD angeschlossen. „Bei der Kommunalwahl haben alle Parteien und Gruppierungen gesagt: Jugendarbeit ist uns wichtig. Aber seitdem ist nicht viel passiert, außer dass wir Geld in den Haushalt eingestellt haben – für was auch immer“, kritisiert KA-Fraktionsvorsitzender Mathias Jeßen und bekräftigt: „Es wird jetzt höchste Zeit, etwas zu tun.“ Die Frage sei nur, was konkret. „Ist es ein multifunktionaler Sportplatz, eine Halfpipe oder WLAN überall? Wir müssen die Jugendlichen selbst fragen: Was wollt ihr eigentlich?“

Petra Andreas-Siller sieht das ähnlich: „Wir haben keinen Treffpunkt, kein Konzept – gar nichts. Das ist einfach zu wenig.“ Von dem Jugendforum erhofft sich die Grünen-Fraktionsvorsitzende eine „nachhaltige Lösung“ für die Jugendarbeit in Bienenbüttel. Ihr SPD-Ratskollege Witthöft könnte sich das in Form von Workshops vorstellen, in denen alle ein bis zwei Jahre neue Ideen und Ziele entwickelt werden.

Zwei Probleme: Zeit und Geld

Der Antrag der drei Fraktionen wird im Sozialausschuss am morgigen Donnerstag, 8. September, um 19 Uhr im Mühlenbachzentrum zur politischen Diskussion gestellt. Doch während unter den übrigen Fraktionen in diesem Punkt Einigkeit herrscht, zeichnet sich bei der CDU/FDP-Gruppe Redebedarf ab. „Ich frage mich: Warum holen wir einen Externen mit ins Boot, wenn wir doch vor Ort einen Jugendbeauftragten haben, der uns dabei begleiten kann“, sagt Kathrin Ellenberg (CDU).

Auch dass die Beratungsleistung von außen vollumfänglich über einen Förderprogramm finanziert werden soll, überzeugt die stellvertretende Gruppensprecherin nicht. „Wenn wir schon Personal vor Ort haben, das die Kinder und Jugendlichen kennt und auch erreichen kann, sollten wir da anknüpfen“, findet Ellenberg.

Bienenbüttels Gemeindejugendbeauftragter Axel Raatz will den Prozess gern begleiten, sieht allerdings zwei Probleme: Zeit und Geld. Weil sich der Kirchenkreis aus der Finanzierung seiner Tätigkeit zurückgezogen habe, blieben ihm heute noch lediglich 13 Stunden für die Arbeit in der Gemeinde Bienenbüttel. Diese würden aber hauptsächlich für die Früh- und Nachmittagsbetreuung an der Grundschule benötigt.

Noch dazu könne er die Räume des kirchlichen Gemeindehauses nicht mehr nutzen, bedauert Raatz. „Im Moment gibt es daher kein regelmäßiges Angebot, mit dem wir an die Jugendlichen ab 14 Jahren herankommen.“

Von Anna Petersen

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