Montag , 5. Dezember 2022
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Die drehbaren Liegestühle im Bleckeder Hafen sind beliebt. Sie gibt es auch als Doppelsitzer-Bänke. Diese kann sich der Rat Hohnstorf auf dem Elbdeich im Gemeindegebiet vorstellen. (Foto: t&w)
Die drehbaren Liegestühle im Bleckeder Hafen sind beliebt. Sie gibt es auch als Doppelsitzer-Bänke. Diese kann sich der Rat Hohnstorf auf dem Elbdeich im Gemeindegebiet vorstellen. (Foto: t&w)

Hohnstorf: Mehr Bänke, aber weniger Licht

Der Rat der Gemeinde Hohnstorf/Elbe reagiert auf die gestiegenen Energiekosten. Einige Straßenlaternen sollen früher dunkel werden. Zudem wünschen sich die Gemeindevertreter Sitzbänke auf dem Elbdeich.

Hohnstorf/Elbe. Stockfinster soll es nach Einbruch der Dunkelheit künftig nicht werden, doch die Gemeinde dimmt die Abend- und Nachtbeleuchtung im Ort herunter. Sie betätigt die Lichtschalter ihrer Straßenlaternen, um Kosten zu sparen. „Energie ist zurzeit teuer, da ist dies sinnvoll“, sagte Claus-Cornelius Poggensee (Grüne) bei der jüngsten Ratssitzung. Er hatte den Antrag eingebracht, mit der Reduzierung der Straßenbeleuchtung Strom und dadurch Geld einzusparen.

„Es geht nicht darum, das Dorf dunkel zu machen“

„Es geht nicht darum, das Dorf dunkel zu machen. Das Sicherheitsgefühl der Bürger soll nicht beeinträchtigt werden“, verdeutlichte er. Doch es gebe an verschiedenen Stellen im Ort die Möglichkeit, die Laternen früher als bisher zu löschen.

Wo das geht und wie die künftigen Beleuchtungszeiten geregelt werden, erarbeitet der Ausschuss für Bau- und Umweltangelegenheiten – so hat es der Rat einstimmig beschlossen. Andreas Köhlbrandt (SPD) ging einen Schritt weiter. „Wir haben noch Lampen, die viel Strom verbrauchen. Diese sollten wir gegen sparsame austauschen“, schlug er vor. Auch darüber berät nun der Fachausschuss.

Einfach mal auf eine Bank setzen und den Blick über die Elbe schweifen lassen – das ist momentan in Hohnstorf nicht möglich. Es fehlen Sitzgelegenheiten. Das will die Wählergemeinschaft „Unser Hohnstorf“ ändern. Sie möchte, dass künftig wieder Bänke auf dem Deich stehen – so wie es bis zur Reparatur der Hochwasserschäden 2014 war.

EU fördert Aufstellen von Sitzbänken

Infolge der Instandsetzungsarbeiten waren Sitzbänke abgebaut worden, weil die Deichkrone erhöht und deren Breite sich dadurch auf 3,50 Meter reduzierte. So blieb kein Raum mehr für Bänke. Denn diese hätten die die Unterhaltungsarbeiten am Deich durch den Artlenburger Deichverband (ADV) behindert.

„Neue Standorte für Sitzbänke wurden 2016 zwar mit dem ADV vereinbart“, erinnerte Annette Kork von der Wählergemeinschaft. Doch seither sei nichts geschehen. Inzwischen gebe es eine Förderung für das Aufstellen von Bänken – von der EU.

„Die Stadt Boizenburg hat davon schon profitiert und drehbare Bänke am Elberadweg errichtet. Das Projekt kommt gut an“, berichtete sie. In Zusammenarbeit mit der Samtgemeinde Scharnebeck wird die Gemeinde jetzt prüfen, ob das Vorhaben auch in Hohnstorf möglich ist. Das beschloss der Rat einstimmig auf Antrag der Wählergemeinschaft.

Gespräch mit Deichverband

Michael Drägestein (CDU) wies ergänzend darauf hin, dass die Kommune die Idee unbedingt mit dem Deichverband besprechen müsse. Allein schon, weil Deicherhöhungen als Ausgleich für bestehende Fehlhöhen vom Land angedacht seien. „Dann müsste irgendwer die Bänke wieder abbauen“, erklärte Drägestein. Auch sei zu klären, ob die Sitzgelegenheiten nicht die Pflegearbeiten beeinträchtigen.

Köhlbrandt regte an, dass bei diesem Gespräch mit dem ADV schon jetzt über die Möglichkeit diskutiert werden sollte, den Radweg vom Verteidigungsweg auf den Deich zu verlegen, wenn dieser erhöht wird.

Öffentliche WLAN-Hotspots geplant

Ein weiteres Projekt, das die Gemeinde durch den Einsatz mit Fördermitteln realisieren möchte, ist die Einrichtung von kostenfreien WLAN-Hotspots. Die Übernahme von 90 Prozent der Gesamtkosten durch das Land wäre möglich, betont die Gruppe SPD/Freie Wählergemeinschaft in ihrem Antrag. Als mögliche Standorte für öffentliche WLAN-Hotspots sind angedacht: Sportzentrum inklusive Tennishalle, Bauhof mit Wohnmobilstellplatz, Bushaltestellen Ernst-Kissolewski-Straße, Triftweg/L 219, Bullendorf/Campingplatz Bullerbü, Einkaufszentrum, Spielplatz Sassendorfer Ring, Sportboothafen mit Bereich Fährhaus, Bouleplatz mit Dreifeldhalle, Sassendorfer Bucht mit Melkhus, Eichenwäldchen, Friedhof. Die Detailplanung findet im Bauausschuss statt.

Von Stefan Bohlmann

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