Samstag , 3. Dezember 2022
Anzeige
Große alte und rote Bauernhäuser prägen das Altdorf in Echem. Diese ortsbildprägende Bebauung soll erhalten bleiben. Das regeln jetzt eine Erhaltungssatzung und eine örtliche Bauvorschrift. (Foto: be)
Große alte und rote Bauernhäuser prägen das Altdorf in Echem. Diese ortsbildprägende Bebauung soll erhalten bleiben. Das regeln jetzt eine Erhaltungssatzung und eine örtliche Bauvorschrift. (Foto: be)

Echem: Charakter des Altdorfes bleibt bestehen

Alte Hofstellen und Wirtschaftsgebäude prägen das Bild im Altdorf von Echem. Der Gemeinderat hat Regelungen auf den Weg gebracht, die diese städtebauliche Gestaltung erhalten.

Echem. Stadtvillen, Toskana-Häuser und Wohnblocks haben keinen Platz im Altdorf von Echem. Dem Bau solcher Gebäude hat der Gemeinderat einen Riegel vorgeschoben. Eine einstimmig beschlossene Erhaltungssatzung für den historisch gewachsenen Ortskern mit seinen teils jahrhundertealten Bauernhäusern und Gehöften regelt das jetzt.

„Mit dem Erlass der Satzung bedürfen innerhalb des Geltungsbereiches Rückbauten, Änderungen oder Nutzungsänderungen einer Genehmigung der Gemeinde“, sagt Bürgermeister Harald Heuer (CDU). Dies sei ein wichtiger Schritt, um den typischen Charakter des Dorfbildes zu erhalten und ihn behutsam weiterentwickeln zu können.

Die großen Bauernhäuser stehen vor Nutzungsänderungen

Auch die Errichtung von neuen Haupt- und Nebengebäuden müsse genehmigt werden. Sie dürfen die städtebauliche Gestalt des Altdorfes nicht beeinträchtigen. „Die Gemeinde muss allerdings auch die Wirtschaftlichkeit von Projekten bei der Genehmigung überprüfen“, sagt er. Vorhaben dürften etwa nur dann versagt werden, wenn Gebäude abgerissen oder stark verändert werden sollen, die das Ortsbild oder Landschaftsbild prägen.

Da es sich abzeichnet, dass in den kommenden Jahren große alte Bauernhäuser im Dorfkern vor der Umnutzung oder dem Verkauf stehen werden, hatte der Rat bereits im vergangenen Jahr die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen. Einen solchen gab es zuvor für den Bereich Echems nicht. Ziel war, die historisch gewachsene Struktur, die Gestaltung der Gebäude und Freiflächen zu erhalten. Zur Sicherung der Planung erließt die Gemeindevertretung eine Veränderungssperre.

Ortsbildprägender Bestand wurde erfasst und bewertet

„In der Folgezeit haben wir im Gemeinderat und den Ausschüssen intensiv über die weiteren Planungsmöglichkeiten diskutiert“, berichtet der Bürgermeister. Auf Grundlage einer Bestandserfassung der ortstypischen und prägenden Gestaltungsmerkmale und deren Bewertung habe sich herausgestellt, dass neben der Erhaltungssatzung eine örtliche Bauvorschrift am Besten geeignet sei, um die Substanz im alten Dorfkern zu erhalten, erklärt Heuer.

Diese Bauvorschrift hat der Rat ebenfalls auf den Weg gebracht. Sie regelt die wesentlichen Gestaltmerkmale der Gebäude wie Dächer und Fassaden. Darüber hinaus erfasst die Satzung Grundstückseinfriedungen und Werbeanlagen, da diese eine prägende Wirkung auf das Erscheinungsbild eines Dorfes haben.

So heißt es in der Satzung: „Echem weist einen historisch ausgeprägten Haufendorfcharakter auf, der durch die alten Hofstellen und Wirtschaftsgebäude unterstrichen wird.“ Zentral im Geltungsbereich liege die Kirche. „Die Gebäude im Ortskern sind sehr stark durch ihr Fassadenmaterial geprägt, insbesondere dem rot bis rotbraunen Klinkerstein, welcher charakteristisch für norddeutsche Dörfer ist.“

Rot- und Rotbraune Ziegel sind typisch

Typisch für die Region seien Sattel- und Krüppelwalmdächer. Diese seien ursprünglich überwiegend mit rot- oder rotbraunen Dachziegeln gedeckt und hätten so dem Ortskern eine harmonische Dachlandschaft gegeben. „Roter Backstein, roter Naturstein und rotes Ziegeldach sind daher erlaubt, weil sie sich optimal ortsbildprägend ins Altdorf einpassen“, verdeutlicht Heuer.

Darüber hinaus werde die Gemeinde bei der Nutzung das zulassen, was die niedersächsische Bauordnung erlaube, sagt er. „Das Spektrum ist breit – Handwerk, Gastronomie und Übernachtung, Landwirtschaft und Gewerbe sind nur einige Möglichkeiten für das Altdorf.“

Von Stefan Bohlmann

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.