Samstag , 3. Dezember 2022
Anzeige
An der Grundschule Häcklingen gibt es Platzprobleme. Das sah vor wenigen Jahren noch anders aus. (Foto: t&w)
An der Grundschule Häcklingen gibt es Platzprobleme. Das sah vor wenigen Jahren noch anders aus. (Foto: t&w)

Grundschulen & Platzmangel: Ausschuss stellt Verteilung der Schüler für die kommenden Jahre vor

So schnell können sich Schülerströme ändern: Obwohl die Grundschule Häcklingen erst einen Erweiterungsbau bekommen hat, wird es nun zu eng. Auf Erfahrungswerte der vergangenen Jahre konnte die Stadt nicht bauen. Wo es außerdem in Zukunft knapp werden könnte, war jetzt Thema im Schulausschuss der Stadt.

Lüneburg. Welche Schule könnte über ihre Zügigkeit hinauskommen? Wo wird es deshalb eng, und in welcher Schule stehen stattdessen Klassenräume leer? Mit Weitsicht muss die Stadt Lüneburg als Schulträger auf Jahre im Voraus planen, damit es nicht zu Schuljahresbeginn zu bösen Überraschungen kommt.

Mit den Schulbezirken hat sie dabei ein wichtiges Instrument, mit dessen Hilfe sie Schülerströme steuern und gegebenenfalls umlenken kann. „Für die Prognosen haben wir Fluktuation, Geburtenrate und neue Baugebiete im Blick“, berichtete Jutta Bauer, Leiterin des Bereichs Bildung und Betreuung der Stadt.

Im Schulausschuss des Rates stellte sie jetzt die Zahlen vor, mit denen die Stadt in den kommenden Jahren an den Grundschulen zu rechnen hat. Danach reichen die Kapazitäten an den meisten Standorten aus, an einigen Schulen aber könnte es Probleme geben.

Container-Modul soll mehr Platz schaffen

An der Grundschule Häcklingen ist es bereits zu diesem Schuljahr zu eng geworden, obwohl sie erst 2019 einen Erweiterungsbau bekommen hatte. Die Schule hat Kapazitäten für 78 Schüler, 85 aber sind in diesem Sommer eingeschult worden, so die vorläufige Statistik. „Das sind mehr als die Dreizügigkeit der Schule hergibt, so dass wir jetzt eine Vierzügigkeit haben und die Räumlichkeiten anpassen müssen“, erklärte Jutta Bauer.

Das sah vor einigen Jahren noch anders aus. Da hatte die Grundschule so viele Kapazitäten, dass die Kinder aus dem Rosenkamp von der Grundschule Hasenburger Berg nach Häcklingen umgeleitet wurden.

Und der neue Trend bleibt: Auch für 2023/2024 liegt die prognostizierte Anmeldezahl für Häcklingen mit 82 hoch. „In den vergangenen Jahren hatten viele Eltern aus dem Schulbezirk ihre Kinder an der Montessori-Schule angemeldet. Auf diese Erfahrungswerte haben wir vertraut, nur in diesem Jahr ist das so nicht eingetreten“, nennt die Bereichsleiterin einen Grund.

In Abstimmung mit der Schulleitung werden nun vorerst die Ganztagsräume genutzt. Zu Beginn des neuen Schuljahres soll dann ein Container in Modulform kommen und die Platznot auffangen. "Wir hoffen sehr, dass das klappt, verlässlich zusagen aber kann es die Gebäudewirtschaft nicht." Entspannung prognostiziert der Schulentwicklungsplan für 2024/2025. Dann sollen die Zahlen in Häcklingen mit 69 wieder unter der Kapazitätengrenze von 78 liegen.

Ausreißer an der Heiligengeistschule

Auch die Heiligengeistschule könnte in Zukunft über ihre Zweizügigkeit hinauskommen. Die prognostizierten Anmeldezahlen ab 2024/2025 übersteigen die Kapazität von 52 Schülern. Hier gibt es nach dem Schulentwicklungsplan mit 73 zu erwartenden Kindern einen „Ausreißer“ im Schuljahr 2027/2028. „Die Tendenz müssen wir auf jeden Fall gut im Blick behalten“, sagte Jutta Bauer.

An der Hermann-Löns-Schule erreichen die voraussichtlichen Anmeldezahlen der nächsten Jahre – sie liegen zwischen 57 und 65 – bei Weitem nicht die Kapazität von 78. Anders sieht es für 2026/2027 aus, dann sollen es 87 werden. Entzerrung könne in dem Fall der sogenannte Mischbezirk 309 bringen: Familien aus dem Einzugsgebiet Teufelsküche können zwischen der Hermann-Löns-Schule und der Grundschule Hasenburger Berg wählen.

Und an letztem Standort wäre der Prognose nach stets ausreichend Platz vorhanden. Die Zahlen zwischen 53 und 83 reichen nicht an die Kapazitätsgrenze 104. Im Fall der Fälle wolle die Stadt Eltern dahingehend beraten.

Ukrainische Kinder werden kurzfristig eingeplant

Ausschuss-Mitglied Stefanie Filohn (SPD) wollte wissen, inwieweit zu erwartende Flüchtlingskinder bei den Berechnungen mitberücksichtigt seien. Fachbereichsleiterin Jutta Bauer entgegnete, dass schwer zu planen sei, mit wie vielen Familien die Stadt zu rechnen hat. „Wir werden situativ handeln müssen und uns kurzfristig absprechen, wenn es an einer Schule knapp wird. Gegebenenfalls müssen wir die Schüler trotz Schulbezirke entsprechend verteilen.“

Zuversichtlich ist Frank Soldan (FDP), was die Flüchtlingskinder angeht, die in der Notunterkunft in der Sporthalle Im Grimm erwartet werden. „An der benachbarten Hermann-Löns-Schule haben wir 42 Schüler, aber eine Kapazität von 78, da können wir ukrainische Kinder unterbringen“, verdeutlichte der Ausschussvorsitzende.

Von Kathrin Bensemann

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.