Samstag , 3. Dezember 2022
Anzeige
Mit bunten Schirmen und ausformulierten Rechten informieren Vertreterinnen der Lüneburger Schwangerenberatungsstellen am Tag der "Sicheren Abtreibung" über sexuelle und reproduktive Rechte. (Foto: phs)
Mit bunten Schirmen und ausformulierten Rechten informieren Vertreterinnen der Lüneburger Schwangerenberatungsstellen am Tag der "Sicheren Abtreibung" über sexuelle und reproduktive Rechte. (Foto: phs)

Info-Veranstaltung am Tag der Sicheren Abtreibung

Am Mittwoch, dem Tag der Sicheren Abtreibung – dem "Save Abortion Day" – sind Vertreterinnen der Schwangerschaftsberatungsstellen in Lüneburg durch die Innenstadt gezogen, um über sexuelle und reproduktive Rechte zu informieren. Unter anderem fordern sie: Abtreibung darf nicht mehr illegal sein und muss raus aus dem Strafgesetzbuch.

Lüneburg. Am Mittwoch sind in Lüneburg Vertreterinnen der Schwangerschaftsberatungsstellen donum vitae und pro familia durch die Innenstadt gezogen, um über das Thema Abtreibung zu informieren. Anlass war der Tag der "Sicheren Abtreibung". Unterstützt wurden sie dabei von den Gleichstellungsbeauftragten von Stadt und Landkreis sowie von Vertreterinnen des Frauenhauses und der Linken.

Die sexuellen und reproduktiven Rechte eines jeden Menschen sind internationale Menschenrechte, betonten die Organisatorinnen. Doch in Deutschland ist Abtreibung nicht legal. Denn der Paragraf 218 des Strafgesetzbuches regelt den Schwangerschaftsabbruch, der nur straffrei bleibt, wenn Kriterien wie etwa eine verpflichtende Beratung eingehalten werden. Auch dürfe die beratende Person nicht die sein, die den Schwangerschaftsabbruch durchführt.

Schwangerschaftsabbrüche sollen nicht mehr im Strafgesetzbuch geregelt werden

"Wir wollen, dass der Paragraf 218 raus aus dem Strafgesetzbuch kommt. Er soll aber nicht einfach gestrichen, sondern neu geregelt werden", sagte Corinna Heider-Treybig von pro familia. Eine Neuregelung sei notwendig, damit u.a. Beratungen finanziert blieben. Doch diese sollten zu einem Recht werden – und nicht mehr Pflicht sein.

Obgleich die Streichung des Paragrafen 219a im Sommer 2022 aus Sicht der Organisatorinnen ein Erfolg war – der Paragraf hatte u.a. Medizinern verboten, Informationen über Abtreibungen bereitzustellen – müsse nun auch 218 weg. "Ich denke, die Türen dazu sind in der jetzigen Regierung so weit auf, wie nie zuvor", sagte Corinna Heider-Treybig.

Von Laura Treffenfeld

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.