Samstag , 3. Dezember 2022
Anzeige
Schau mal, das ist doch gut geworden: Kara von Viebahn und Nicolas Stöcken sichten Material vom jüngsten Dreh. (Foto: be)

Rote Rosen auf Social Media: Dieses Duo steckt dahinter

Patzer beim Dreh mögen ärgerlich für den Regisseur sein, doch für Fans sind sie ein gefundenes Fressen. Auch private Seiten der Stars und ein Blick hinter die Kulissen kommt immer gut an. Facebook, Instagram und Co sind Fundgruben für ein bisschen Extra-Futter geworden. Bespielt werden die Kanäle von einem Duo. Doch was kommt auf Social Media am besten an?

Lüneburg. Wie kommt der Neuzugang an bei den Zuschauern? Wen vermissen die Fans am meisten? Und was hält das Stammpublikum von der neuesten Wendung im Liebesleben der Hauptfigur? Keiner weiß bei solchen Fragen so gut Bescheid wie Kara von Viebahn und Nicolas Stöcken. Das Duo ist quasi ständig online und hat seine Ohren und Augen besonders nah an den Fans.

Im Team betreuen der Lüneburger und die Hamburgerin die Social-Media-Kanäle der Roten Rosen. Bei Facebook, Instagram, Youtube und Tiktok versorgen sie die Anhängerschaft ständig mit den neuesten Informationen zur Serie.

Tausende Fans auf Facebook, Instagram und Youtube

Zu Zweit halten sie damit eine große Fangemeinde auf dem Laufenden. 75.000 Fans haben die Rosen bei Facebook, knapp 50.000 Follower bei Instagram, dazu kommen rund 25.000 Abonnenten des Youtube-Kanals. Mit knapp 2500 Followern ist da im Vergleich die Tiktok-Fangemeinde noch recht bescheiden, doch einerseits sind die Rosen dort noch neu vertreten, andererseits dürften viele der zumeist sehr jungen Tiktok-Nutzer nicht unbedingt zur Kernzielgruppe der Telenovela zählen.

Entsprechend bleibt Nicolas Stöcken, der seit 2016 zum Produktionsteam gehört und dort schon verschiedene Aufgaben wie die Komparsenbetreuung hatte, auch ganz gelassen, wenn die Zahlen dort nicht gleich in die Höhe schnellen: "Tiktok ist für uns in erster Linie eine Art Labor, in dem wir nach Belieben experimentieren können. Reichweite spielt dort für uns keine Rolle", sagt der 24-Jährige, der auch die Castings mit potenziellen Neuzugängen filmt.

Vom Weihnachtsspecial bis zum Litti-Appetithappen

Anders sieht es da schon bei Instagram und Facebook aus, die dortigen Rosen-Seiten werden mehrmals täglich mit neuem Stoff gespeist. Mal ist es eine Vorschau auf die nächste Folge, mal ein Video, das zeigt, wie es beim Dreh hinter den Kulissen zugeht, mal ein Clip, in dem sich einer der Schauspieler von seiner privaten Seite zeigt, mal ein Weihnachts- oder auch Osterspecial.

Aufwändigere Videos oder solche mit besonderen Gästen landen meist bei Youtube. Zum Beispiel ein "Making of" einer besonders spektakulären Szene, die Videos zum neuen Podcast, von dem bislang fünf Folgen erschienen sind, gesammelte Patzer von den Dreharbeiten oder ein visueller Appetithappen auf das Gastspiel von Pierre Littbarski. Clips, in denen die Darsteller versuchen, möglichst lange nicht zu lachen, zählen dort zu den beliebtesten.

Bonusmaterial für alle, die nicht genug von Rote Rosen bekommen können

Auch für die ARD-Mediathek, wo die Serie zu den absoluten Abruf-Rennern zählt, produziert das Duo Bonusmaterial für all jene, denen die normale tägliche Rosen-Dosis nicht reicht. Um bei der Doppelhochzeit in Staffel 18 besonders nah dran zu sein, haben sie sogar drei Tage lang beim Dreh als Komparsen mitgewirkt, um danach wiederum eigene Aufnahmen, die über das in der Serie gezeigte hinausgehen, davon ins Netz zu stellen.

Ständig den Drehplan im Auge

Für frisches Futter müssen sie ständig den Drehplan im Auge haben, denn der hat Vorrang. In den Pausen schnappen sie sich dann einzelne Darsteller, die bei all dem Stress dennoch meist gern bereit sind, noch mal eine kleine Extra-Schicht fürs Internet einlegen.

Dass sie neulich mal an einem drehfreien Tag gleich acht Seriengesichter in die Studios locken konnten, um ein bisschen Zusatzmaterial zu produzieren, sei ein großes Geschenk gewesen, sind sich Kara von Viebahn und Nicolas Stöcken einig.

Brigitte Antonius ist ein Garant für viele Klicks

Aus Erfahrung wissen sie, was wo besonders gut läuft und was eben auch nicht. Doch es gibt auch plattformunabhängige Erfolgsrezepte. "Trailer zu neuen Rollen gehen eigentlich auf allen Kanälen gut", sagt Kara von Viebahn, die 2021 nach ihrem Master in Medien- und Kommunikationsmanagement als Marketing & Social-Media Managerin in die Produktionsfirma eingestiegen ist.

Und natürlich kommen einige Darsteller besonders gut an. Gerade die junge Garde, die für fast jeden Scherz zu haben ist, aber auch die Urgesteine, die schon ganz lange dabei sind, verdeutlicht die 27-Jährige. Und Brigitte Antonius, als Johanna Jansen seit der ersten Folge im Jahr 2006 feste Größe in der Serie, ist derart beliebt bei den Fans, dass fast jedes Kurzvideo mit ihr hinsichtlich der Klickzahlen alles andere in den Schatten stellt.

Die kleinen Rosen-Bonbons bei Whatsapp

Doch nicht für alle Beiträge gibt es Likes oder Herzchen satt. Gerade bei Facebook halten viele Fans auch mit ihrer Meinung dann nicht hinterm Berg, wenn ihnen etwas gar nicht gefällt. Doch sofern es die Rolle betrifft, ist das auch kein Problem. Wenn dagegen einzelne Schauspieler beleidigt werden, ist eine Grenze überschritten, werden Kommentare auch schon mal gelöscht.

Doch dabei hat das Team in Lüneburg Unterstützung von der ARD, die die Beitragsflut der Nutzer im Auge behält. In Eigenregie haben sie dagegen auch für Fans der Serie bei Whatsapp kleine Bonbons geschaffen: Dort können Nutzer quasi als Kommentare sogenannte Gifs, also kleine animierte Grafiken, aus der Rosen-Welt versenden.

Schon Gerüchte in die Welt gesetzt

Einen echten Coup landete Stöcken jüngst, als er am Rande einer Veranstaltung zwei Darsteller zu einem Kuss animieren konnte und Aufnahmen davon ins Netz stellte: Prompt sprang gar die Regenbogenpresse darauf an und heizte Gerüchte über eine angebliche Affäre der beiden an. Dabei sind die lediglich gute Freunde. Aber heiße Gerüchte treiben oft ja auch Klickzahlen nach oben. Und das ist schließlich der Job des Duos.

Von Alexander Hempelmann

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.