Samstag , 3. Dezember 2022
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Der Winter bringt zahlreiche Probleme mit sich, befürchtet LZ-Redaktionsleiter Malte Lühr. Aber es gibt Wege, darauf vorbereitet zu sein.

Schlaglicht: Ein Konzept gegen die Ohnmacht

Der Winter naht – und mit ihm eine Heerschar von Problemen. Diese Probleme können wir beklagen oder als Herausforderung betrachten. Zu entwickeln ist ein Konzept, dass uns mit Kreativität und Mut durch den Winter trägt. Und den Schwächsten eine Stütze ist.

"Der Winter naht." Die Warnung aus der TV-Erfolgsserie "Game of Thrones" wird in diesen Tagen auch in Lüneburg Realität. "Der Winter naht" – und mit ihm zieht eine Heerschar von Problemen auf. Alles, was Angst macht, steigt: die Inflation, die Kosten für Energie, der Gasverbrauch, der in eine Mangellage zu Jahresbeginn münden kann, und auch die Zahl der Flüchtlinge – vor allem aus dem Osten.

Die Entwicklung war vorhersehbar, doch erst jetzt ist sie zu greifen. Die Probleme nehmen Gestalt an. Butter ist fast doppelt so teuer wie vor einem Jahr, der neue Abschlag für die Gaslieferungen liegt auf dem Tisch – mit schwindelerregenden Zahlen, Sporthallen werden geschlossen, um Geflüchtete überhaupt noch unterbringen zu können.

Stadtkonferenz hat erste wichtige Impulse gesetzt

Zwar haben noch immer nicht alle Menschen die Vorboten dessen, was der Winter bringen wird, erkannt. Doch können die meisten Entscheidungsträger die Herausforderungen der kommenden Monate klar benennen, haben erste Maßnahmen eingeleitet, um die Folgen abzufedern. Gleichwohl wird die Landung auf dem Boden der Realität im Winter hart, wenn nicht Konzepte mit Handlungsoptionen für Stadt und Landkreis folgen.

Die Stadtkonferenz, die Lüneburgs Verwaltung Ende August einberufen hatte, war ein erster Schritt, der wichtige Impulse gesetzt hat. Auch werden erste Ideen bereits umgesetzt, etwa zusätzliche Beratungsstellen für Menschen mit geringem Einkommen geschaffen. Doch sind in vielen Bereichen die Pläne bislang zu wenig konkret, um aus den guten Ansätzen ein Auffangnetz für die Schwachen in der Stadtgesellschaft knüpfen zu können.

Konzepte, die Gemeinschaft zusammenschweißen

Was es braucht, sind Kreativität und positive Impulse. Wärmeräume, wie sie viele Kommunen aktuell planen, sind wichtig, dienen aber nur dem Notfall. Gefragt sind Konzepte, die die Gemeinschaft in schwieriger Zeit zusammenschweißen, Hilfestellung gewähren und damit vor allem den Schwächsten dienen.

Sichergestellt werden müssen unter anderem: tägliche Versorgung, finanzielle Unabhängigkeit, soziale Kontakte, kulturelle, sportliche und andere Angebote. Vieles liegt in den Händen von Bund und Land. Doch bei Weitem nicht alles.

Lüneburg kann auf den Winter vorbereitet sein

Die Stadtkonferenz hat erste Ideen geliefert, jetzt müssen sie ausgearbeitet und in ein Konzept gegossen werden. Ein Konzept, das hilft, das Gefühl der Ohnmacht vor dem Kommenden zu überwinden. Zwar heißt es dann auch weiterhin: "Der Winter naht." Doch ist Lüneburg darauf vorbereitet.

Ein Kommentar von Malte Lühr

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