Samstag , 3. Dezember 2022
Anzeige
Sabine Römer
Sabine Römer tritt für „Die Basis“ bei der Landtagswahl im Wahlkreis Elbe an. (Foto: privat)

Die Kandidaten im Landtagswahlkreis Elbe: Sabine Römer

Sabine Römer aus Dannenberg will für die Basis in den Landtag nach Hannover. Und die Chance, dass das klappt, besteht theoretisch

Prisser. Mit Politik hatte Sabine Römer den Großteil ihres Lebens wenig am Hut. Zumindest mit nicht Parteipolitik. „Ich bin auf die Straßen gegangen, um gegen Atomkraft zu demonstrieren“, erzählt die 58-jährige studierte Betriebswirtschaftlerin – das war es im Großen und Ganzen. Bis 2020. Bis die Corona-Pandemie Deutschland erreichte und die Regierung Maßnahmen zur Eindämmung des Virus und zum Schutz des Gesundheitssystems ergriff und verordnete. Maßnahmen, mit denen Römer nicht einverstanden war. Die sie für übertrieben und übergriffig hielt und hält. Und ja: auch für überflüssig. Ohne dabei „eine Corona-Leugnerin zu sein“, betont sie. Aber eine Skeptikerin. Jemand, der „unbequeme Frage stellt“. Und das tut sie seit 2020 für die Basis, eine aus dem Corona-Maßnahmen-Gegner-Milieu entstandene Partei. Für die sitzt Sabine Römer schon seit der jüngsten Kommunalwahl im Rat der Samtgemeinde Elbtalaue, jetzt möchte sie für die Basis in den Niedersächsischen Landtag. Und es besteht sogar eine Chance, dass das klappen könnte.

„Zeitzeugen der Geburt einer neuen Weltordnung“

Nicht über das Direktmandat, für das sie im hiesigen Wahlkreis 48 Elbe antritt. Eine reelle Chance darauf gibt es nicht. Aber Sabine Römer steht auf Platz vier der Basis-Landesliste, der könnte reichen, sollte es die Basis über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen. Das ist zumindest theoretisch möglich, auch wenn die Kleinstpartei in aktuellen Umfragen nur einen niedrigen einstelligen Prozentsatz erreicht.

Aber bis zur Wahl am 9. Oktober ist es ja noch etwas hin, bis dahin kann viel passieren. Gerade in so unruhigen Zeiten wie diesen. Das weiß auch Sabine Römer. Die Welt, sagt sie, befinde sich „an einem Wendepunkt“. Vieles deute darauf hin, dass „wir gerade den Niedergang der Weltmachtstellung der USA“ erleben und „Zeitzeugen der Geburt einer neuen Weltordnung“ würden. Sie stehe in dieser Zeit für mehr Eigenverantwortung der Bürger, des Mittelstands und der Kommunen, weniger Vorschriften, für das Ende der Corona-Maßnahmen und der Corona-Impfungen – bis der Themenkomplex ausgiebig und vor allem verlässlich und unabhängig ausgeforscht wurde. Jetzt, mit der Omikron-Variante, drohe keine Überlastung des Gesundheitssystems mehr, wenn eine solche Überlastung überhaupt je gedroht habe, sagt Sabine Römer. Die Impfungen seien „unnötig und zudem gefährlich“, mit Ivermectin und Vitamin D stünden „milliardenfach erprobte und hochwirksame Mittel gegen Covid-19 zur Verfügung“, glaubt Römer – anders als der überwiegende Teil der Mediziner und Wissenschaftler, die das bekanntermaßen anders bewerten.

Energie aus Atomkraft

Sie trete ein für ein Ende der Sanktionen gegen Russland und für eine Inbetriebnahme der Ostseegaspipeline Nordstream 2. Deutschland solle keine Waffen mehr in die Ukraine und andere Kriegsgebiete liefern, dem Klimawandel müsse man „ruhig und sachlich begegnen“, dabei auch „kritische Wissenschaftler einbeziehen“. Bei der Energieversorgung sollte Deutschland auf Atomkraft aus sogenannten Dual-Fluid-Reaktoren setzen, weil die sicher und günstig seien. Ob sie im Landtag auch mit der AfD zusammenarbeiten würde, wie sie es im Rat der Samtgemeinde Elbtalaue tut, das könne sie jetzt noch nicht sagen, betont Sabine Römer. Das komme darauf an, wer für die AfD in den Landtag einziehe: „Ich suche mir politische Partner nach Inhalten und Gemeinsamkeiten aus, nicht nach Parteizugehörigkeit.“

Von Rouven Groß

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.