Dienstag , 6. Dezember 2022
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Brückenfest in Darchau
Zwei Jahre mussten die Menschen aufgrund der Corona-Pandemie warten: Jetzt endlich fand wieder das Brückenfest in Darchau statt. (Foto: phs)

Mit Fotogalerie: Brückenfest bleibt ein Besuchermagnet

Der Tag der Deutschen Einheit ist in Darchau ein ganz besonderer: Denn hier feiern die Menschen gemeinsam das Brückenfest. Und dabei wird auch immer wieder die Notwendigkeit einer festen Elbquerung hervorgehoben.

Darchau. Von wegen Feiertag. Die Besatzung der Fähre Tanja hat alle Hände voll zu tun: Am Anleger in Neu Darchau haben sie eigens ein kleines Kassenhäuschen aufgebaut. Hier können die, die zu Fuß auf die Fähre wollen, um so auf die andere Elbseite zu gelangen, den Fahrpreis für die Hin- und Rückfahrt vorab entrichten. Das mit dem Ticket-Verkauf an Land ist eine gute Idee, denn an Bord der Fähre wäre die Besatzung der Tanja aufgrund des Besucherandrangs zweifellos überfordert. Mehrere tausend Besucher werden es am Nachmittag sein, die den "Tag der Deutschen Einheit" am Fähranleger in Darchau feiern. Dort erwartet sie ein buntes Buden-Dorf mit allerlei Unterhaltung. Es gibt Live-Musik, Vorführungen, Getränke, Herzhaftes und süße Naschereien. Das Brückenfest – organisiert von der Gemeinde Amt Neuhaus – ist auch in diesem Jahr ein Besuchermagnet.

Wohl auch deshalb, weil es in den vergangenen beiden Jahren aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte. Jetzt wollen die Menschen sich wieder treffen und feiern. Die örtliche Feuerwehr präsentiert ihr Equipement, der karnevalistische Nachwuchs des NCC und CCT begeistert mit einem Tanzauftritt auf der Bühne, es gibt eine Teak-Won-Do-Darbietung, und die besten Sportler aus der Gemeinde Amt Neuhaus werden für ihre sportlichen Leistungen geehrt.

Sommer 2023 als wichtiges Ziel im Visier

Vor Ort ist auch Lüneburgs Landrat Jens Böther (CDU), der in seinen Grußworten nicht nur den Tag der Deutschen Einheit thematisiert, sondern – natürlich – auch auf den Planungsstand der von vielen langersehnten Elbbrücke eingeht. Er macht den Neuhäusern Mut: "Wir hoffen, dass wir im Sommer nächsten Jahres den Antrag auf Planfeststellung einreichen können." Das wäre dann ein weiterer entscheidender Schritt in Richtung Realisierung der Brücke.

Wie wichtig diese feste Anbindung für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Amtes Neuhaus an den Altkreis Lüneburg sei, macht Bürgermeister Andreas Gehrke deutlich: "In den Sommermonaten konnte die Fähre aufgrund Niedrigwassers erneut über Wochen nicht fahren. Die Menschen mussten gewaltige Umwege in Kauf nehmen. Die Stimmung ist bei vielen gereizt", mahnt der Rathauschef.

Brücken-Gegner sagen geplante Teilnahme ab

Wohl auch deshalb sind die Brücken-Gegner der Neu Darchauer Bürgerinitiative "Ja zur Fähre – Nein zur Brücke" nicht mit einem Info-Stand beim Brückenfest vertreten: "Wir haben unseren Antrag auf Teilnahme zurückgezogen", schreibt Andreas Conradt von der Initiative in einer Pressemitteilung. Die Bürgerinitiative wolle keine "giftige Auseinandersetzungen an dem Tag provozieren, an dem die Wiedervereinigung Deutschlands und unter anderem die Meinungsfreiheit in den neuen Bundesländern gesamtdeutsch gefeiert werden", heißt es weiter. Conradt kündigte aber zugleich an: "Wir werden das Geschehen um das diesjährige Brückenfest zum Ansporn nehmen, im nächsten Jahr in der Gemeinde Amt Neuhaus präsenter zu sein und auch dort für sinnvolle, zukunftsgerichtete Mobilität in der niedersächsischen Elbtalaue zu werben."

Jörg Sohst, Vorsitzender des Fördervereins "Brücken bauen", sieht das gelassen: Sein Info-Stand auf der Elbwiese ist wieder dicht umlagert – und das nicht nur wegen des Glücksrades und der attraktiven Preise. "Viele kommen auch zu uns, um sich über den Planungsstand der Brücke zu informieren", berichtet der Vorsitzende. Und diese aktuellen Informationen bekommen die Bürger. In einer Broschüre hat der Förderverein alles aus seiner Sicht Wichtige zur Brücke zusammengetragen – bis hin zur Finanzierung des rund 74 Millionen Euro teuren Bauprojektes. "Die Elbbrücke ist auf einem guten Weg", ist Sohst überzeugt.

Von Klaus Reschke

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