Samstag , 3. Dezember 2022
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Die Gasumlage wurde kurz vor ihrer Einführung wieder abgeschafft. Lünestrom-Kunden fanden diese nun trotzdem auf ihrer Abschlagsrechnung für Oktober. (Foto: AdobeStock)
Die Gasumlage wurde kurz vor ihrer Einführung wieder abgeschafft. Lünestrom-Kunden fanden diese nun trotzdem auf ihrer Abschlagsrechnung für Oktober. (Foto: AdobeStock)

Verwirrung um hohe Abschlagszahlungen

Der Energieanbieter Lünestrom hat seine Kunden jüngst mit Abschlagsrechnungen verwirrt, in denen die gekippte Gasumlage noch enthalten war. Geschäftsführerin Jowana Lohmöller kann ihre Kunden beruhigen: "Die Gasumlage wird in der Jahresabrechnung nicht auftauchen."

Lüneburg. Eigentlich sollte die heftig umstrittene Gasumlage die Energieversorgung stabilisieren. Trotz des Beschlusses Ende Juli wurde sie von der Bundesregierung jüngst doch noch gekippt. Der Anbieter Lünestrom hat den Aufschlag jetzt trotzdem eingepreist und seine Kunden in persönlichen Anschreiben damit verunsichert: Die Abschläge würden mit Umlage, Kostensteigerung und Inflation dramatisch höher ausfallen als bisher, berichten Betroffene.

Lünestrom-Geschäftsführerin Jowana Lohmöller kann ihre Kunden beruhigen: "Die Gasumlage wird in der Jahresabrechnung nicht auftauchen." Die Briefe waren bereits im Druck, als das Bundeskabinett die Gasumlage kurz vorher wieder zurückgenommen hat. Sie rät ihren Kunden nun, den Abschlag trotzdem zu bezahlen. "Das Geld ist nicht weg, sondern besteht als Guthaben und wird in der Jahresabrechnung mit dem tatsächlichen Verbrauch verrechnet."

E.ON-Kunden müssen nicht aktiv werden

Kunden des größten Energieanbieters der Region E.ON müssten hingegen keine Abschlagsrechnung fürchten, in der die Gasumlage noch eingerechnet ist, teilte ein E.ON-Sprecher mit: "Unsere Kunden müssen die Umlage zum 1. November nicht zahlen. Sie müssen auch nicht selbst aktiv werden, wir werden den Wegfall der Gasbeschaffungsumlage entsprechend berücksichtigen."

In der Jahresrechnung der Kunden werde der tatsächliche Verbrauch mit den bislang geleisteten Abschlagszahlungen verrechnet, erläutert der Sprecher. "Unsere Kunden können sich also darauf verlassen, dass sie nur die Energiemenge zahlen, die sie auch tatsächlich verbraucht haben beziehungsweise nur die Kostenbestandteile, die auch tatsächlich in unseren Preisen enthalten sind." Sollten Kunden über ihre Abschläge zu viel gezahlt haben – etwa, weil ihr Verbrauch geringer war als ursprünglich erwartet – erhalten sie den jeweiligen Betrag zurück.

Bremse statt Umlage

Zum Hintergrund: Statt die Umlage zu erheben tritt der Bund jetzt auf die Preisbremse: Ein Paket von 200 Milliarden Euro soll zunächst den Basisverbrauch von Haushalten und Unternehmen sichern. Wo die Deckelung konkret ansetzt, wird jedoch erst Mitte Oktober entschieden. Vorher könne man noch keine neue Schreiben mit angepassten Abschlägen an die Verbraucher verschicken, macht Lohmöller deutlich. Sie betont: "Die Explosion bei den Energiepreisen ist nur eine temporäre Situation. Wir sind sehr zuversichtlich, dass sich die Lage in ein bis zwei Monaten beruhigt und die Preise dank Preisbremse und der Absenkung der Mehrwertsteuer auf den Gasverbrauch wieder sinken werden."

Lünestrom geht davon aus, dass sich die Deckelung am Verbrauch des Vorjahres orientieren wird. Man rechne mit einer Subventionierung von rund drei Vierteln der bisherigen Verbrauchsmenge. Alles darüber könne dann teuer werden. "Nicht nur deswegen sollten wir alle Gas sparen, wo wir können, um durch den Winter zu kommen", appelliert Lohmöller.

Von Moritz Constantin und Anna Hoffmann

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