Samstag , 3. Dezember 2022
Anzeige
Alte Obstbaumsorten
Alte Obstbaumsorten können am Wochenende in Bardowick bestellt werden. (Foto: t&w)

Apfelfest rund um die Mühle in Bardowick

Der Lüneburger Streuobstwiesenverein lädt zum Apfelfest nach Bardowick ein. Mitgebrachte Äpfel und Birnen werden vom Pomologen Hermann Stolberg bestimmt.

Bardowick. Das Juwel aus Kirchwerder, der Rote Brasilienapfel, das Wendländische Seidenhemdchen, der Seestermühler Zitronenapfel und viele vitaminreiche Apfelsorten mehr stehen im Mittelpunkt, wenn der Lüneburger Streuobstwiesenverein für Sonnabend, 8. Oktober, 10 bis 17 Uhr, zu seinem Apfelfest auf das Gelände von Meyer‘s Windmühle in Bardowick einlädt. Zum zweiten Mal nach 2018 findet das Apfelfest in Bardowick statt – immerhin hat der Ort eine bedeutende Obstbaumtradition: 1819 kam der Pastor Johann Georg Conrad Oberdieck in den Domflecken. Bis 1831 bewirtschaftete der Theologe an die 3000 Obstbäume im Ort, er beschrieb in zahlreichen Veröffentlichungen Apfel- und Birnensorten, der jährlich verliehene Preis des Deutschen Pomologen-Vereins ist nach ihm benannt.

Neben dem Thema Oberdieck befassen sich die Veranstalter in Bardowick mit dem Problem der Apfelallergie. Der Ortsverein Lemgo im Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) hat herausgefunden, dass vor allem die viel verkauften Supermarktsorten Allergien auslösen. „Alte Sorten sind dagegen für Allergiker oft besser verträglich“, sagt Klaus-Otto Dierßen vom Streuobstwiesenverein.

Ausstellung alter Apfel- und Birnensorten

Daneben gibt es rund um die Mühle ein buntes Programm: Mitgebrachte Äpfel und Birnen werden vom Pomologen Hermann Stolberg bestimmt, es gibt eine Ausstellung alter Apfel- und Birnensorten, der Kreisimkerverein, das Projekt „Chaosgarten“ und die Baumschule Cordes präsentieren sich. Eine manuelle Saftpressse ist im Einsatz, sodass frischer Apfelsaft probiert werden kann. Alte Obstbaumsorten können über den Verein vor Ort bestellt werden.

Kaffee und Kuchen gibt es in Meyer‘s Mühlencafe, der Hof Groß Banratz aus Neuhaus bietet Burger und Bratwurst vom Husumer Protestschwein an, alte Apfelsorten können probiert werden. Auch für die kleinen Besucher gibt es ein Programm. pet

Zur Sache

Knapp 100 Mitglieder

Der 2010 gegründete Lüneburger Streuobstwiesenverein hat es sich zum Ziel gesetzt, alte Streuobstbestände in der Region zu erhalten, zu nutzen und auch neue Bestände anzulegen. „Streuobstwiesen gehören heute zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas“, heißt es vom Verein, der selbst Flächen in der Lüneburger Kleingartenkolonie am Schildstein unterhält, außerdem bei Harmstorf und Wendisch Evern. Als Nachfolger des langjährigen Vorsitzenden Olaf Anderßon übernahm im Frühjahr Hendrik Harms den Vorsitz des Vereins, der knapp 100 Mitglieder zählt.

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.