Dienstag , 6. Dezember 2022
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Sie leuchtet extrem, ihr Sekret stinkt extrem. Die Grüne Stinkwanze versprüht eine Flüssigkeit, um Feinde zu vertreiben.
Sie leuchtet extrem, ihr Sekret stinkt extrem. Die Grüne Stinkwanze versprüht eine Flüssigkeit, um Feinde zu vertreiben. (Foto: AdobeStock)

Stinkwanzen: So wirst du sie am besten wieder los

Die Grüne Stinkwanze krabbelt im Herbst in warme Räume. Aber warum tauchen die Insekten immer zu dieser Jahreszeit auf? Und wie wird man sie wieder los?

Lüneburg. Im Sommer leuchtet sie grün, im Herbst wird sie rot-braun. Die Grüne Stinkwanze (lat. Palomena prasin) gehört zu der Familie der Baumwanzen und sie trägt den Namen zu Recht. Wenn sie sich bedroht fühlt, sondert sie ein Sekret ab, das unangenehm riecht. Tatsächlich tauchen die Wanzen in Deutschland in den vergangenen Jahren häufiger im Herbst auf. Grund dafür sind die hohen Temperaturen. Je heißer und trockener ein Sommer, desto besser können sich die Wanzen vermehren. So berichtet der Nabu, dass vor allem im Herbst 2018 vermehrt Stinkwanzen gesichtet wurden. Auch hier in Lüneburg. "Die Baumwanze ist in den letzten Jahren durch den Klimawandel vermehrt im Landkreis aufgetreten", berichtet Marcus Scharfenberg. Mit seinem Gebäudedienst bietet er Reinigung und Schädlingsbekämpfung in der Region an.

Warum kriechen die Wanzen in Wohnungen und Häuser?

Wenn es im Herbst kühler wird, suchen sich die Wanzen ein warmes Plätzchen. Genauso wie Spinnen und Käfer krabbeln sie dann in unsere Wohnungen und Häuser. Deswegen nehmen wir sie zu dieser Zeit auch häufiger war. Meistens sind sie dann rot-braun. Die Wanzen verändern im Laufe Herbstes ihre Farbe.

Das Sekret sondern sie ab, um Feinde zu vertreiben. Aber auch wenn es stinkt: "Von der Baumwanze gehen für Menschen keine Gefahren oder Schäden aus", sagt Scharfenberg.

Trotzdem: Was macht man, wenn man eine Grüne Stinkwanze in der Wohnung hat? Nicht zu empfehlen sind Klebestreifen, wie bei Fruchtfliegen oder anderen Insekten. Dadurch fühlen sich die Wanzen bedroht und verspritzen das Sekret bis sie sterben. Die Folge: Es fängt besonders intensiv an zu stinken.

Ein Glas und ein Stück Papier

Die Wanzen mit einem Staubsauger aufzusaugen ist ebenfalls keine gute Idee. Sehr wahrscheinlich überlebt die Wanzen das Saugen nicht. Doch kurz vor ihrem Tod versprühen die Insekten ihr Sekret. Danach riecht der Staubsauger unangenehm und das Flüssigkeit lässt sich nur schwer aus dem Sauger entfernen. Auch die Wanzen zu zerquetschen, bringt nichts. In ihrer Panik sondern sie die stinkende Flüssigkeit ebenfalls ab.

Wer die Wanzen sicher entfernen möchte, nutzt am besten ein Glas und ein Stück Papier. Das Glas wird über die Wanze gestülpt und das Papier unter die Wanze geschoben. So lässt sich die Wanze nach draußen transportieren.

Sollte doch etwas von dem Sekret auf eine Oberfläche landen, rät Scharfenberg: "Falls man den Geruch in der Wohnung hat, reicht eine Reinigung mit einem Allzweckreiniger mit Essiganteil völlig aus."

Nicht die einzige Wanze die sprüht

Laut Nabu gibt es in Deutschland über 1000 Wanzenarten. Durch ihre Verfärbung kann man die Grüne Stinkwanze jedoch mit anderen Artgenossen verwechseln. Zum Beispiel mit der braunen Amerikanischen Kiefernwanze (lat. Leptoglossus occidentales). Diese Wanze lebt noch nicht lange in Deutschland. 2006 wurde sie zum ersten Mal in Berlin nachgewiesen, schreibt der Nabu. Diese Wanze lebt in Nadelbäumen und sonnt sich gerne. Deswegen findet man sie häufig an weißen Hauswänden, wenn die Sonne scheint. Auch die Amerikanische Kiefernwanze sondert ein Sekret ab, wenn sie sich bedroht fühlt. Diese Flüssigkeit soll allerdings nach Äpfeln und Kiefernnadeln riechen.

Von Simon Schröder

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