Samstag , 3. Dezember 2022
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Ein Jahr nachdem Christoph Palesch das Chefbüro im Amelinghausener Rathaus bezogen hat, wirft er einen zufriedenen Blick auf sein bisheriges Wirken an der Verwaltungsspitze: „Das war ein ordentliches erstes Jahr“, findet er. (Foto: t&w)
Ein Jahr nachdem Christoph Palesch das Chefbüro im Amelinghausener Rathaus bezogen hat, wirft er einen zufriedenen Blick auf sein bisheriges Wirken an der Verwaltungsspitze: „Das war ein ordentliches erstes Jahr“, findet er. (Foto: t&w)

Amelinghausen: Christoph Palesch reflektiert sein Jahr als Bürgermeister

Christoph Palesch blickt zufrieden auf sein bisheriges Schaffen als Samtgemeindebürgermeister von Amelinghausen. Und doch musste er in den ersten 365 Tagen an der Verwaltungsspitze feststellen: „Es geht nicht alles sofort.“ Welche Herausforderungen nimmt er mit ins zweite Amtsjahr?

Amelinghausen. Investitionen in das Schul- und Kitaangebot, mehr Transparenz zwischen Politik, Verwaltung, Bürgerinnen und Bürgern, neuer Wohnraum für alle Alters- und Einkommensklassen: Die Ziele, mit denen Christoph Palesch (SPD) 2021 ins Rennen um das Amt des Samtgemeindebürgermeisters von Amelinghausen ging, waren hoch gesteckt.

Ein Jahr nachdem er das Chefbüro seiner Vorgängerin Claudia Kalisch (Grüne) bezogen hat, zieht der 36-Jährige Bilanz über sein bisheriges Schaffen an der Verwaltungsspitze – für die Presse, klar, und für seine Social-Media-Gemeinde. Weil das seinem Selbstverständnis von Transparenz entspricht.

Prioritäten zugunsten des Kita-Wesens gesetzt

Wöchentlich reflektiert er bei Facebook seinen Arbeitsalltag. „Die Bürger finden das gut, sie sagen: Jetzt wissen wir endlich mal, was ein Bürgermeister so alles macht“, berichtet Palesch. Und das sei doch eine ganze Menge: „Ich habe feststellen müssen: Es geht nicht alles sofort.“

Gemeint sind damit zum Beispiel die Sanierungs- bzw. Neubaupläne für die Feuerwehrhäuser in Drögennindorf und Betzendorf. „Das wird in den nächsten ein bis zwei Jahren voraussichtlich nichts“, stellt Palesch klar. Da habe er Prioritäten zugunsten des Kita-Wesens setzen müssen, aus finanziellen wie personellen Gründen.

Selbiges gilt auch für die Grundschule in Soderstorf. „Da hätte ich gern mit der Sanierung dieses Jahr schon begonnen, aber aktuell gibt es leider keine Fördergelder für den Ganztagsausbau an Grundschulen.“

Trotzdem, Palesch ist zufrieden: „Das war ein ordentliches erstes Jahr“, urteilt er, um gleich darauf auf das Waldbad zu sprechen zu kommen, für das die Verwaltung jüngst eine Fördersumme in Höhe von 2,1 Millionen Euro einwerben konnte.

Solche größeren Vorhaben bespricht der Rathauschef regelmäßig in so genannten Fraktionsspitzenrunden. „So haben wir in meinen Augen zu einer guten Kommunikation mit den politischen Vertretern gefunden“, resümiert er.

Suche nach Wohnraum für Senioren und Neubürger mit weniger Einkommen

Aktuell entsteht in Soderstorf eine neue Krippen- und Kindergartengruppe. Für das kommende Jahr sollen zudem die Grundsatzplanungen für einen Neubau des Kindergartens in Betzendorf starten. „Dennoch ist nicht alles Gold was glänzt, denn hin und wieder schafften wir es zuletzt nicht, die Einrichtungen verlässlich zu 100 Prozent offenzuhalten“, merkt er selbstkritisch an.

Mehrfach hatte es in diesem Jahr krankheitsbedingte Schließungen der Einrichtungen gegeben. „Das ist eine Personalproblematik, die wir versuchen wollen zu lösen.“

Und noch eine größere Herausforderung nimmt der Samtgemeindebürgermeister mit in sein zweites Amtsjahr: die Suche nach Wohnraum für Senioren und Neubürger mit niedrigerem Einkommen.

Zwar sei es Politik und Verwaltung gelungen, 50 neue Bauplätze in Amelinghausen auszuweisen, der Traum von einer Servicewohnanlage am Lerchenweg jedoch ist nach mehr als zweijähriger Planung geplatzt. Wie berichtet, hatte die Kreisverwaltung ihr Veto eingelegt.

„Uns ist es bisher nicht gelungen, alternative Grundstücke für das Vorhaben zu finden“, räumt Palesch offen ein, der das Projekt aber trotzdem nicht endgültig zu den Akten lege will. Unabhängig davon strebe er an, für das kommende Jahr Haushaltsmittel für die Gründung einer Bau- und Verwaltungsgesellschaft freizugeben, um Immobilien für sozialen Wohnraum zu erwerben oder gar neu zu bauen.

Globale Entwicklungen fordern die Verwaltung

Derweil binden auch globale Entwicklungen personelle Ressourcen im Rathaus: Der Krieg in der Ukraine und die Energiekrise verlangen Palesch und seinem Team einiges ab.

Verstecken will sich der Rathauschef hinter diesen Herausforderungen aber nicht. Viel mehr lobt er das ehrenamtliche Engagement der Samtgemeindebewohner bei der Flüchtlingsunterbringung und stellt fest: „Ich wüsste nicht, dass wir aufgrund des Krisengeschehens Projekte nicht begonnen hätten.“

Von Anna Petersen

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