Montag , 5. Dezember 2022
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Seit Kurzem stehen die neuen angepassten Impfstoffe gegen Omikron BA.4 und 5 bereit und werden auch von den mobilen Impfteams des Landkreises Lüneburg eingesetzt. (Foto: phs)
Seit Kurzem stehen die neuen angepassten Impfstoffe gegen Omikron BA.4 und 5 bereit und werden auch von den mobilen Impfteams des Landkreises Lüneburg eingesetzt. (Foto: phs)

Impfung gegen Corona: Wer bekommt die fünfte Spritze?

Allgemein wird seit Wochen von der vierten Schutzimpfung gegen Covid-19 gesprochen. Vor allem Mitglieder von Risikogruppen sind aber schon mit der fünften Spritze dran und können auch beim Landkreis Lüneburg Hilfe bekommen.

Lüneburg. Die mobilen Impfteams des Landkreises Lüneburg halten sich bei den Schutzimpfungen gegen Corona nicht sklavisch an die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko), sondern gehen auch darüber hinaus, wenn es medizinisch sinnvoll erscheint.

„Das heißt, dass wir auch unter 60-Jährige ein viertes oder eventuell sogar ein fünftes Mal gegen Covid-19 impfen. Schließlich hält sich das Virus nicht an Altersgrenzen oder Berufsgruppen“, sagt auf LZ-Nachfrage Joschka Schiller, Koordinator der Mobilen Impfteams im Landkreis Lüneburg.

Vierte Impfung für Leute über 60 

Der sogenannte zweite Booster beziehungsweise die vierte Impfung gegen Covid-19 wird von der Stiko bislang vor allem für Personen ab 60 Jahren empfohlen sowie für Personen ab fünf Jahren mit erhöhtem Risiko für schwere Covid-19-Verläufe infolge einer Grunderkrankung, heißt es auf der Webseite des Bundesgesundheitsministeriums.

Personen aus diesen Risikogruppen, die sich bislang an die empfohlenen Impfangebote gehalten haben, waren mit der vierten Impfung allerdings schon wesentlich eher, im Frühjahr, fertig und müssen sich gegenwärtig nun sogar um eine fünfte Impfung bemühen.

Diskussionsstoff mit dem Hausarzt

Diesmal mit dem neuen bivalenten Impfstoff, der auf die Corona-Varianten Omikron BA.4 und BA.5 ausgerichtet ist. Für betroffene Patienten kann das dann schon für Diskussionsstoff mit dem Hausarzt führen, wenn der sich streng an die Stiko-Empfehlung hält.

Denn: Die Stiko-Empfehlungen stellen nach Auffassung der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen den „medizinischen Standard“ dar. Auf der anderen Seite halten die Stiko-Empfehlungen nicht mit dem Tempo der realen Corona-Entwicklung Schritt.

Empfehlung als Orientierung, nicht als Vorgabe

„Die Empfehlungen der Stiko sehen wir als tatsächliche Empfehlungen an und richten uns vor Ort immer nach den individuellen Gegebenheiten und Bedürfnissen der Impfwilligen“, sagt Impfteam-Koordinator Schiller vom Landkreis.

So können eben auch Unter-60-Jährige ihren vierten oder gegebenenfalls fünften Stich gegen Covid-19 erhalten. Schiller weiter: „Bei unseren Impfterminen sind immer versierte und erfahrene Ärzte vor Ort, die individuell beraten, Fragen klären und gemeinsam mit den Impfwilligen schauen, wann der beste Zeitpunkt für eine Impfauffrischung ist.“

Außerdem seien alle zugelassenen Impfstoffe vor Ort, so dass der geeignete für die jeweilige Person ausgewählt werden kann, heißt es.

Neue Corona-Variante "Höllenhund" entdeckt

Die angepassten Impfstoffe für Omikron BA.4 und 5 könnten laut Experten auch gegen die neuen Omikron-Subvarianten BQ.1 und BQ1.1 wirksam sein, berichtete kürzlich RND.

Allerdings ist noch nicht viel über die neue Sublinie mit dem Beinamen Cerberus, der Höllenhund, bekannt, die bereits Anfang Oktober in mehreren EU-Staaten nachgewiesen wurde und sich seither rasant verbreitet.

Das Europäische Zentrum zur Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) geht davon aus, dass BQ.1 und BQ1.1 bis Mitte November/Anfang Dezember in der EU dominant sein dürften. Vorläufige Laborstudien aus Asien deuten zudem darauf hin, dass BQ.1 sich dem Immunsystem weitgehend entziehen kann, berichtete kürzlich das Deutsche Ärzteblatt.

Kürzerer Mindestabstand möglich

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums könne beispielsweise der fünfte Piks, also der dann dritte Booster, auch bei älteren Personen oder Menschen mit Immunschwäche sinnvoll sein, wenn die vierte Impfdosis mehr als sechs Monate zurückliegt. Der Landkreis zieht die Grenze für den Mindestabstand bei drei Monaten.

Da sich bereits die seit Dezember 2021 dominanten Omikron-Varianten durch eine erhöhte Fähigkeit zur Immunflucht auszeichnen, sollen die Impfstoffe vor allem vor schweren Verläufen und Tod im Zuge einer Covid-19-Infektion schützen.

Studienergebnisse des Robert-Koch-Instituts zeigen jedoch auch, „dass die Wirksamkeit der Grundimmunisierung mit der Zeit deutlich nachlässt“, darauf weist der Landkreis Lüneburg hin. Und weiter: „Durch eine Booster-Impfung kann die Schutzwirkung aufgefrischt werden.“

Termine beim Gesundheitsamt

Wer besondere Fragen hat und sich unsicher ist, zum Beispiel bei Vorerkrankungen oder einer Auffrischungsimpfung vor Ablauf der drei Monate, kann auch einen Termin für die Impfsprechstunde im Gesundheitsamt vereinbaren: Das Gesundheitsamt ermöglicht jeden Montag von 8 Uhr bis 10 Uhr eine Impfsprechstunde mit Impfarzt Dr. Sebastian Graefe, der ebenfalls ärztlicher Leiter der Mobilen Impfteams ist. Interessierte melden sich dazu an unter www.impfzentrum.de oder telefonisch unter 04131 735373.

Von Dennis Thomas

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