Dienstag , 6. Dezember 2022
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Die Jobsuche im LZ-Stellenmarkt wird vielversprechender. In der Region stieg die Zahl angebotener Arbeitsplätze. (Foto: A/ahe)

Arbeitsmarktbericht: Mehr Arbeitslose, viele offene Stellen

Mehr Arbeitslose als im Vorjahr verzeichnet die Region Lüneburg. Aber: Die Zahl offener Stellen bleibt hoch. Ein Blick auf den trotz Multi-Krisen stabilen Arbeitsmarkt.

Lüneburg. Die Herbstbelebung des Arbeitsmarktes in der Region Lüneburg fiel deutlich schwächer aus als noch im Vorjahr. Dennoch ist die Lage trotz Ukrainekrieg und Inflation stabil. Im Landkreis Lüneburg waren 5615 Frauen und Männer arbeitslos, 61 weniger als im September, 363 mehr als im Oktober 2021.

Die Arbeitslosenquote im Kreis lag bei 5,6 Prozent, im Vorjahr lag sie bei 5,3 Prozent. Zum Vergleich: Im Landkreis Harburg lag sie bei 4,3 Prozent, im Kreis Uelzen bei 5,0 Prozent, in Lüchow-Dannenberg bei 7,3 Prozent, in Niedersachsen bei 5,4 Prozent, im Bund bei 5,3 Prozent.

Fachkräfte werden händeringend gesucht

"Die Arbeitsmarktsituation in der Region ist bisher stabil, stagnierte im Oktober jedoch leicht", wertete Kerstin Kuechler-Kakoschke, Chefin der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen, aus. So sank zwar wie in den Herbstmonaten üblich die Arbeitslosigkeit, jedoch fiel der Rückgang mit 2,0 Prozent geringer aus als im vergangenen Jahr (4,0 Prozent).

Den gesamten Arbeitsmarktbericht lesen Sie hier (pdf)

Für die Stabilität des Arbeitsmarktes in der Region Lüneburg-Uelzen spräche der anhaltend hohe Bestand an freien Stellenangeboten. Besonders gefragt sind nach wie vor Fachkräfte. "Studien belegen, dass ein Berufsabschluss und ein aktuelles Qualifikationsniveau vor eintretender und vor allem anhaltender Arbeitslosigkeit schützen", so Kuechler-Kakoschke. Sie ermuntert daher Arbeitsuchende ihre Gesprächstermine in der Arbeitsvermittlung dafür zu nutzen, individuelle Fortbildungsperspektiven auszuloten und zu realisieren.

Metaller verdienen mehr als Akademiker

Die Arbeitgeber in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie weisen in diesem Zusammenhang auf Aufstiegschancen in ihrer Branche hin. In Norddeutschland gebe es mehr als 8000 offene Stellen in Facharbeiterberufen, sagte Dr. Nico Fickinger, der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV Nord.

Zudem zeige eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) über Lebensentgelte, dass ein Studium nicht automatisch ein höheres Gehalt als eine Berufsausbildung bedeute: „In der Industrie und in der IT verdienen Personen mit Berufsausbildung oft bis zu zweieinhalb Millionen Euro im Laufe ihres Arbeitslebens. Solche Gehälter erreichen in vielen Branchen Akademiker nicht, etwa nicht in der Lebensmittelbranche, im Tourismus oder in sozialen Berufen“, so Fickinger.

Tausende offene Stellen

In den Arbeitsagenturen und Jobcentern von Buchholz, Lüchow, Lüneburg, Uelzen und Winsen wurden 6147 Stellenangebote registriert, darunter 955 Stellen, die im Monatsverlauf neu hinzukamen. Damit nahmen diese so genannten Stellenzugänge gegenüber September um 13 Stellen (1,4 Prozent) zu. Gegenüber dem Vorjahr lagen sie allerdings um 261 Stellen (21,5 Prozent) im Minus.

Im Oktober meldeten im Kreis Lüneburg acht Betriebe Kurzarbeit für 65 Beschäftigte an.

Die Integration geflüchteter Ukrainer in den Arbeitsmarkt läuft an; die Kreise Harburg, Lüchow und Lüneburg meldeten sinkende Zahlen arbeitslos gemeldeter Ukrainer. Lediglich im Kreis Uelzen stieg die Zahl. jz

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