Sonntag , 4. Dezember 2022
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Früher wuchsen auf dem Acker Kartoffeln, bald soll hier ein Solarpark entstehen. (Foto: t&w)
Früher wuchsen auf dem Acker Kartoffeln, bald soll hier ein Solarpark entstehen. (Foto: t&w)

Strom statt Kartoffeln: Dritter Solarpark in Oldendorf/Luhe?

Energie für etwa 5400 Haushalte: Ein neuer Solarpark könnte in der Gemeinde Oldendorf (Luhe) entstehen. Die Landwirte Karl-Heinz Koch und Jürgen Rüter aus Wetzen wollen in das Geschäft mit der Sonne einsteigen. Jetzt liegt der Ball bei der Politik.

Wetzen. Aus Grün wird Blau, zumindest auf den ersten Blick: Nachdem die Kommunalpolitik zuletzt bereits ihr „Go“ für zwei Solarparks bei Wohlenbüttel gegeben hat, steht nun ein drittes Projekt dieser Art auf dem Gebiet der Gemeinde Oldendorf/Luhe zur Diskussion. Zwischen Wetzen und Marxen am Berge – an der Straße „Am Altenberg“, direkt gegenüber dem Umspannwerk – wollen die Landwirte Karl-Heinz Koch und Jürgen Rüter in das Geschäft mit der Sonne einsteigen.

Auf einer rund 20 Hektar großen Ackerfläche sollen nach ersten Planungen künftig etwa 19 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr produziert werden. „Damit könnten wir zirka 5400 Haushalte versorgen und jährlich 7980 Tonnen CO₂ einsparen“, rechnet Imke Koch vor.

Die angehende Landwirtin bringt das Vorhaben gemeinsam mit ihrem Vater auf Kurs, hat als Mitglied der Wählergemeinschaft (WG) die Pläne zusammen mit dem Lüneburger Planungsbüro Patt auch bereits dem Gemeinderat vorgestellt. Der wird nun voraussichtlich noch in diesem Monat darüber abstimmen.

Wird der Solarpark widerstandslos durchgewunken?

Bürgermeister Jürgen Rund (WG) ist guter Dinge für das Vorhaben: „Ich vermute, dass das mit großer Mehrheit, vielleicht sogar einstimmig so durchgeht“, prognostiziert er nach einer ersten nicht-öffentlichen Beratung der Fraktionen.

Die Fläche wird seitlich von zwei kleinen Waldstücken flankiert. Dadurch sei der Solarpark weder von Wetzen noch von Marxen am Berge aus einsehbar, erläutert Rund. Zudem werde das Gebiet nicht touristisch frequentiert.

Korridor für Mensch und Natur

Auch einen Konflikt mit den anderen beiden geplanten Fotovoltaik-Projekten in seiner Gemeinde kann er nicht erkennen: „Die sollen gut vier bis fünf Kilometer entfernt auf der anderen Seite entstehen, von daher beißt sich das nicht“, befindet er.

Der Solarpark soll über einen Korridor für Spaziergänger, Reiter und Wildwechsel verfügen, überdies an der offenen Seite zur Straße hin eine Begrünung zwecks Sichtschutz erhalten. „Aufgrund der geringen Einsehbarkeit hoffen wir natürlich auf breite Akzeptanz, zumal ja auch die Kommune durch Gewerbesteuereinnahmen profitieren kann“, gibt Imke Koch zu bedenken.

Solarpark ersetzt Kartoffelanbau

Eine achtstellige Summe wollen die beiden Investoren ihren Schätzungen zufolge in Wetzen investieren. Zuletzt hatten sie die Flächen für den Kartoffel- und Roggenanbau genutzt. „Diese verfügen allerdings über eine sehr geringe Bodenfruchtbarkeit, sind daher weniger geeignet für den Ackerbau“, erläutert Koch.

Erschwerend hinzu komme, dass sich die Felder in den sogenannten „roten Gebieten“ befinden, in denen seit einiger Zeit strengere Düngeauflagen gelten.

Imke Koch hofft, dass Gemeinde, Samtgemeinde und Landkreis bis Anfang nächsten Jahres grünes Licht für ihre Pläne geben. Dann könnten die ersten Module bereits Ende 2023, spätestens aber im Frühjahr 2024 montiert werden, schätzt die 27-Jährige.

Größere Erdarbeiten für die Kabelverlegung seien aufgrund der Nähe zum Umspannwerk nicht erforderlich. Und grün soll es trotzdem bleiben, wenn auch nur auf den zweiten Blick: Statt Kartoffeln und Roggen, soll unter den Solarmodulen künftig Gras sprießen.

Von Anna Petersen

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