Samstag , 3. Dezember 2022
Anzeige
Auf TikTok gehen die Videos von KVG-Busfahrer Miles Ahrens viral. Aber auch auf den Straßen Lüneburgs ist der 40-Jährige für seine gute Laune bekannt.
Auf TikTok gehen die Videos von KVG-Busfahrer Miles Ahrens viral. Aber auch auf den Straßen Lüneburgs ist der 40-Jährige für seine gute Laune bekannt. (Foto: t&w)

Dieser Busfahrer aus Lüneburg ist auf TikTok ein Star

Als "Busdriver2k19" hat Miles Ahrens auf dem Videoportal TikTok mit seinen witzigen Kurzfilmchen über den Busfahrer-Alltag fast 20.000 Follower. Noch mehr Spaß als Videos zu drehen macht ihm aber sein Job bei der KVG. Mit seiner guten Laune möchte er die Fahrgäste aus dem Alltagstrott herausholen, der oft von Sorgen bestimmt ist.

Lüneburg. In seinen Pausen wird die Fahrerkabine zum Video-Studio. Dann lehnt Miles Ahrens sein Smartphone gegen das Armaturenbrett, öffnet die Frontkamera und drückt auf Aufnahme. Als "Busdriver2k19" hat er auf dem Videoportal TikTok mit seinen witzigen Kurzfilmchen über den Busfahrer-Alltag fast 20.000 Follower. Inspiration für seine Videos bekommt der 40-Jährige von seinen Fahrgästen selbst. "Ich lausche oft den Gesprächen der Gäste oder mische mich auch gerne mal über das Mikrofon ein", sagt Ahrens und lacht.

Das klingt dann zum Beispiel so. Fahrgast steigt ein: "Schönen guten Tag. Einmal Bardowick bitte." Busfahrer: "Für 2,40 Euro? Das reicht aber nicht. Alleine der Stadtkern kostet 34 Milliarden Euro." Anderer Fahrgast ruft von hinten: "Das heißt nach (!) Bardowick." Fahrgast (genervt): "Achso, na gut, dann einmal nach Bardowick bitte."

Ursprünglich Kfz-Mechaniker gelernt

Der gelernte Kfz-Mechaniker ist seit 2019 Busfahrer bei der KVG. Im Februar 2020 lud er sein erstes Video auf TikTok hoch, mit seinem zweiten Beitrag landete Ahrens dann direkt einen Hit. Das Video über den Busfahrergruß hat heute knapp 300.000 Aufrufe. "Da war ich angefixt."

Seitdem dreht der Lüneburger fast jeden Tag einen neuen Sketch. Meist nutzt er seine Pausen für neue Beiträge, die er neben TikTok anschließend auch auf Instagram und Youtube hochlädt. Auf Erfolg sei er aber nie aus gewesen, der kam eher beiläufig. "Ich mache das nur aus Spaß, und bin auch zufrieden, wenn sich nur 50 Leute ein Video anschauen."

Noch mehr Spaß als Videos zu drehen macht ihm aber sein Job. Der Kontakt zu unterschiedlichsten Menschen, ein abwechslungsreicher Tag – all das sorgt dafür, dass Ahrens jeden Tag gerne zur Arbeit geht. Weil Busfahrer meist als unfreundlich gelten, hat sich Ahrens am ersten Arbeitstag vorgenommen, jeden einzelnen Fahrgast zu begrüßen. "Ein Arbeitskollege hat damals gesagt, das hältst du keine drei Monate durch. Aber ich habe das bis heute durchgezogen."

Menschen aus dem Alltagstrott herausholen

Mit seiner guten Laune möchte er die Fahrgäste aus dem Alltagstrott herausholen, der oft von Sorgen bestimmt ist. Und das scheint zu funktionieren: "95 Prozent schmunzeln zumindest mal", sagt Ahrens.

Nur wenige seiner Fahrgäste wissen von Ahrens Internetpopularität. Ein paar Siebt- oder Achtklässler hätten ihn schon einmal auf seine TikTok-Seite angesprochen. Bekannt sei er aber vor allem als Busfahrer auf den Stadtlinien von Lüneburg. Anhand seines weißen Namensschildes in der Windschutzscheibe mit der Aufschrift "Busdriver2k19" erkennen ihn viele schon von Weitem. "Von Hauptberuf bin ich Busfahrer aus Leidenschaft. Erst an zweiter Stelle steht TikTok."

Von Anna Hoffmann

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.