Montag , 5. Dezember 2022
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Am Lerchenberg bei Soderstorf könnte in Lüneburgs Südwesten ein neues Gewerbegebietb entstehen, das auch von der Nähe zur A7 profitiert. Davon zeigte sich Soderstorfs Bürgermeister Roland Waltereit bereits 2017 überzeugt. (Foto: t&w)

So plant Soderstorf ein regionales Gewerbegebiet

Blick in die Zukunft: Die Nachfrage nach Gewerbeflächen entlang der A7 steigt. Deswegen will die Gemeinde Soderstorf in der Samtgemeinde Amelinghausen in das Geschäft einsteigen. Sie plant ein neues Gewerbegebiet.

Amelinghausen/Soderstorf. Neuer Schwung für die Entwicklung eines überregionalen Gewerbegebietes für den Landkreis Lüneburg: Der Samtgemeinderat Amelinghausen verabschiedete am Donnerstagabend ein Gewerbeentwicklungskonzept, um den Bedarf für den neuen Standort in der Gemeinde Soderstorf zu untermauern.

Mit der Entwicklung des rund neun Hektar großen Areals am Lerchenberg entstünde im Südwesten des Landkreises das erste Lüneburger Gewerbegebiet, das unmittelbar von der Nähe zur A7 profitieren würde. Den Anstoß für die Pläne hatte die Gemeinde Soderstorf vor mehr als fünf Jahren gegeben.

Hoffen auf Steuergeld und neue Arbeitsplätze

Das neue Gewerbegebiet hinter Soderstorfs nordwestlichem Ortsausgang Richtung Evendorf könnte langfristig deutlich mehr Geld in die kommunalen Kassen der Samtgemeinde spülen und neue Arbeitsplätze schaffen, so die Hoffnung in Soderstorf als auch im Amelinghausener Rathaus. Verwaltungschef Christoph Palesch (SPD) nannte die angestrebten Gewerbesteuereinnahmen „eine Triebfeder“, um die gemeindlichen Aufgaben finanzieren zu können.

Doch noch ist das Zukunftsmusik. Zunächst muss die Samtgemeinde dem Landkreis belegen, dass die Planungen in das Regionale Raumordungsprogramm des Kreises passen und der Bedarf tatsächlich da ist. Daran ließ zumindest der beauftragte Gutachter keinen Zweifel.

Starke Nachfrage entlang der Autobahn 7

„Es geht nicht darum, dem örtlichen Handwerk eine Erweiterungsmöglichkeit zu geben“, sagte eingangs Uwe Mantik von der „CIMA Beratung + Management GmbH“. Für dieses Segment gebe es noch ausreichend Potenzialflächen in der Samtgemeinde. Was aber fehle, seien Flächen für regionales und überregionales Gewerbe.

In dem 43-seitigen Entwicklungskonzept beleuchtet das Gutachterbüro auch den voraussichtlichen Bedarf nach solchen Gewerbeflächen und prognostiziert im Zeitraum bis 2035 allein für den Landkreis Lüneburg eine notwendige Fläche von 67,45 Hektar netto, also noch ohne Verkehrs- und anteilige Grünflächen. Der Blick geht aber noch weiter.

Mantik: „Entlang der Gesamtachse der A7 gab es in den vergangenen Jahren eine starke Nachfrage für regionales und überregionales Gewerbe.“ Und die Nachfrage wird laut Mantik weiter steigen, allein entlang der A7 von Buchholz (Aller) bis Seevetal beziffern die Gutachter den zusätzlichen Flächenbedarf bis 2035 auf 289,2 Hektar. Und von dem Kuchen wollen die Soderstorfer ein Stück abhaben, immerhin liegen sie nur knapp sechs Autominuten von der Autobahnanschlusstelle bei Evendorf entfernt.

Rat schiebt neuen Flächennutzungsplan an

Samtgemeinderatsmitglied und zugleich Soderstorfs Bürgermeister Roland Waltereit (UWG) lobte das Gutachten als sehr überzeugend. Wolfgang Marten (SPD) kritisierte lediglich, dass die Samtgemeinde ein Gutachten in Auftrag geben musste, um zu einem Ergebnis zu kommen, „was wir alle vorher schon kannten“. Wenn sich laut Marten nun aber im Landkreis herumsprechen würde, dass der Landkreis mit Blick auf Gewerbeentwicklung nicht nur aus der Stadt Lüneburg besteht, dann sei schon viel gewonnen.

Einstimmig machte sich der Samtgemeinderat das erstellte Gewerbeentwicklungskonzept zu eigen und wird es dem Landkreis vorlegen. Das wird demnächst auch benötigt. Denn ebenfalls einstimmig fasste der Rat den Aufstellungsbeschluss für einen neuen Flächennutzungsplan für den Teilbereich Soderstorf, um die planerischen Rahmenbedingungen für das vorgesehene Gewerbegebiet Lerchenberg zu schaffen.

Erst, wenn das Verfahren mit dem Landkreis durchfochten sei, werde die Gemeinde mit der Erstellung eine detaillierteren Bebauungsplans beginnen, um schließlich Baurecht zu schaffen, hieß es.

Von Dennis Thomas

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