Montag , 5. Dezember 2022
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Prof. Jörg Philipp Terhechte.
Uni-Vize Prof. Jörg Philipp Terhechte: "Beim Master-Modellstudiengang Jura der Leuphana wird man bald vom Lüneburger Modell sprechen." (Foto: Brinkhoff-Moegenburg/Leuphana)

So will sich die Leuphana mit Lüneburgern austauschen

Über den Campus hinaus. Die Unigesellschaft will den Wissenschaftsstandort Lüneburg stärken, indem sie den Austausch mit den Menschen aus der Stadt fördert. Jetzt stellte die Unigesellschaft ihre Instrumente vor.

Lüneburg. Die 131 Leuphana-Förderer von der Unigesellschaft lobten auf der jüngsten Mitgliederversammlung die Startwochenzeitung.

Diese in der LZ veröffentlichte Publikation zeuge ebenso wie die öffentlichen Veranstaltungen während der Startwoche des Semesters von dem "ernsthaften Bestreben der Leuphana, über den Campus hinaus zu wirken", sagte Prof. Heike Düselder, Chefin des Lüneburger Museums und Vorstandsvorsitzende der Unigesellschaft.

In Zeiten von "Fake News" gewänne die "Redlichkeit des wissenschaftlichen Arbeitens ein besonderes Gewicht". Die Unigesellschaft will den Austausch zwischen Campus und City fördern – mit bewährten und auch neuen Formaten.

Universitätsgesellschaftliche Dienstage starten

Bewährt hätten sich die "Universitätsgesellschaftlichen Dienstage", bei denen Leuphana-Wissenschaftler 16 mal im Jahr Vorträge aus ihrem Forschungsbereich halten. Seit April 2022 geschieht dies in hybridem Format, "was uns auch ein Publikum außerhalb Lüneburgs beschert hat, etwa aus Hamburg", berichtete Düselder.

Am Dienstag, 8. November, startet die Reihe. Den ersten Vortrag hält Prof. Markus Quante im Museum Lüneburg zum Thema: "Climate Engineering – Rettung oder Risiko?"

Die Corona-Pause abschütteln soll die Kinderuniversität, die sich im Frühjahr 2023 dem Thema "Gesundheit" widmen soll. Dabei erarbeiten jedes Mal 150 bis 200 Kinder zwischen 8 und 12 Jahren unter Anleitung von Hochschullehrern und Studenten eigene Erkenntnisse.

11.000 Euro kostet die Reihe. Gut angelegtes Geld, findet Prof. Ute Stoltenberg, "vor allem, weil die Kinder an der Leuphana anders als an anderen Universitäten nicht nur frontal einen Vortrag serviert bekommen, sondern aktiv eingebunden werden".

"Stadtspaziergänge" und Einblicke in Labore

Mit neuen Formaten will die Unigesellschaft neue Förderer für die Leuphana gewinnen: "Stadtspaziergänge" sollen ab Anfang 2023 interessierte Bürger gemeinsam mit Wissenschaftlern auf Spurensuche durch die Stadt führen. In der Reihe "Einblicke und Ausblicke" sollen Forscher ihre Labore und Projekträume öffnen, um über ihre Arbeit zu berichten und Anregungen für diese zu erhalten.

Uni-Förderer Claus Peter Langlotz setzt Hoffnung in die Aktivitäten: "Wir müssen die Distanz zwischen Universität und Stadt verringern. Mir fehlt in Lüneburg der Stolz auf die Leuphana."

Neue Fakultät Staatswissenschaften

Stolz präsentierte Prof. Jörg Philipp Terhechte die neue Fakultät Staatswissenschaften an der Leuphana: "Das stärkt den Standort enorm. Die Neuberufungen an der neuen Fakultät kommen alle aus dem Bereich der Marktspitze."

Terhechte, Uni-Vize und Gründungsbeauftragter der neuen Fakultät, zeigte sich überzeugt, dass die Zusammenlegung von Jura, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft "langfristig wegweisend ist". Das Lüneburger Modell sei geradezu ein Gegenentwurf zu anderen Juristen-Schmieden: "Die von uns ausgebildeten Juristen blicken aufs Gemeinwohl statt Steuerschlupflöcher zu suchen."

Von Joachim Zießler

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