Montag , 5. Dezember 2022
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Bürgermeisterin Uta Kraake.
Bürgermeisterin Uta Kraake will die Anfragen von Solarpark-Betreibern in geordnete Bahnen lenken. (Foto: t&w)

Dahlenburg: Uta Kraake reflektiert ihr Jahr als Bürgermeisterin

Die erste Bilanz zog Uta Kraake nach 100 Tagen im Amt, die fiel durchweg positiv aus. Nach ihrem ersten Jahr als Samtgemeindebürgermeisterin von Dahlenburg sieht das nicht anders aus: "Ich bin zuversichtlich, dass wir als Samtgemeinde auf einem guten Weg sind", sagt sie. Auch, wenn nicht immer alles in diesem Jahr so schnell ging, wie sie es sich gewünscht hätte.

Dahlenburg. Dass die Mühlen der Politik langsam mahlen, mussten schon einige Amtsinhaber feststellen. Auch Uta Kraake blieb davon nicht verschont. Nach einem Jahr als Samtgemeindebürgermeisterin von Dahlenburg zieht sie Bilanz: "Vieles braucht mehr Zeit, als ich dachte." Aber, und das sei viel wichtiger: "Ich bin nach wie vor positiv gestimmt und zuversichtlich, dass wir als Samtgemeinde auf einem guten Weg sind." Schließlich wurden in ihrem ersten Jahr schon einige Projekte angefasst – und vor allem Konzepte auf den Weg gebracht.

Solarpark-Konzept, Radverkehrskonzept und Feuerwehrhäuser

Dazu zählt das Solarpark-Konzept für die Samtgemeinde, welches die Anfragen von Solarpark-Betreibern in geordnete Bahnen lenken soll. Als nächstes werden sich die einzelnen Gemeinden mit dem Entwurf der Verwaltung auseinandersetzen, damit anschließend darüber diskutiert werden kann, berichtet Kraake. "Wir haben dafür eine gute Grundlage geschaffen", ist sie sich sicher und freut sich, dass sie ihre Erfahrungen als Architektin in diesen Prozess einfließen lassen konnte. Ende des Jahres soll das Konzept beschlossen werden.

Feuerwehrhaus soll in Ellringen gebaut werden

Fortschritte gab es auch beim Radverkehrskonzept, das gemeinsam mit der Stadt Bleckede aufgestellt wurde, auch das Thema "diverse nicht gebaute Feuerwehrhäuser" hat Kraake angefasst. In Dahlenburg wird zunächst der Feuerwehrbedarfsplan überarbeitet, bevor erneut über den Bau des Feuerwehrhauses entschieden wird. In Ellringen habe es ein Jahr gedauert, um von dem alten Architekten loszukommen und einen neuen zu engagieren. Das Feuerwehrhaus soll dort aber im kommenden Jahr gebaut werden. Und auch in Tosterglope tue sich etwas: Fördergelder wurden beantragt, um das Feuerwehrhaus als Gemeinschaftsprojekt mit der Gemeinde realisieren zu können.

Finanzlage "hochgradig angespannt"

Da die "Finanzlage weiterhin hochgradig angespannt" ist, macht Kraake "nach und nach Türen auf, um Förderungen zu erhalten". Dabei handele es sich manchmal auch nur um kleine Summen, wie etwa beim Dahlenburger Jugendforum. Doch so habe die Samtgemeinde eine Chance, sich trotz mieserabler Finanzen weiter zu entwickeln.

In welche Richtung das gehen soll, darüber machten sich erst kürzlich rund 50 Dahlenburger im Rahmen einer "Zukunftswerkstatt" Gedanken: "Wo wollen wir uns hin entwickeln?", verdeutlicht Kraake die Frage, die dabei im Mittelpunkt stand. Ziel ist es, erste Ideen zu entwickeln, die im Frühjahr kommenden Jahres in ein politisches Entwicklungskonzept fließen. "Die Idee zu diesem Forum hatte noch der alte Rat unter meinem Vorgänger", sagt die Ellringerin.

Schwierige personelle Situation

Insgesamt hat Kraake aber wohl ein schwieriges Erbe angetreten.

"Ich habe eigentlich ein Jahr lang aufgearbeitet", räumt sie ein.

Das sei auch der Grund dafür, warum viele Dinge nicht so schnell gingen, wie sie es sich gewünscht hätte. Das größte Problem sei die personelle Situation im Dahlenburger Rathaus gewesen. "Die zweite Führungsebene existierte eigentlich nicht", erinnert sie sich. Die Stelle des Ordnungsamtleiters war lange Zeit vakant, ebenso die des Bauamtleiters. "Erst jetzt kommen wir in die Situation, dass alle Stellen besetzt werden können."

Darüber hinaus haben die Bürgermeisterin und ihr Team sogar ein neues Amt geschaffen, um die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen. Die Stelle "Personal und Organisation" soll im kommenden Jahr besetzt werden.

"Außerdem haben wir drei neue Mitarbeiter auf Sachbearbeiterebene", sagt sie.

Im Hinblick auf die vielen neuen Gesichter im Rathaus sagt sie: "Ich glaube, dass das eine große Chance ist".

Politik braucht Ausdauer und Durchhaltevermögen

Auch rückblickend würde Kraake in ihrem ersten Jahr als Samtgemeindebürgermeisterin nichts anders machen, überlegt sie. Denn sie weiß auch: Als Bürgermeisterin kann man es ohnehin nicht jedem Recht machen. "In den sozialen Medien wird dann auch mal gesagt, ich sei die absolute Fehlbesetzung", erzählt sie frei heraus. Diese Kritiker lade sie dann gern zu einem persönlichen Gespräch ein.

Von Lilly von Consbruch

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