Samstag , 3. Dezember 2022
Anzeige
Der kleine Noah sitzt bei seiner Mama in einem Rettungswagen auf dem Schoß.
Ziemlich spannend: Noah und seine Mutter Jessica Bressau lassen sich von Rettungssanitäterin Annalena Cordes die Technik im DRK-Rettungswagen erklären. (Foto: phs)

Mit Fotogalerie: So erlebte Lüneburg den Blaulicht-Sonntag

„Blaulicht rockt“, sagt Lüneburgs Feuerwehr-Pressesprecher Daniel Roemer. Den Beweis dafür gab es beim vierten und damit letzten Erlebnis-Sonntag dieses Jahres in Lüneburg. Dort präsentierten sich rund 15 Hilfsorganisationen aus der Region – und lockten damit auch viele Kunden in die Stadt.

Lüneburg. „Nein“, brüllt Noah, als ihn Jessica Bressau in den DRK-Rettungswagen auf dem Platz am Sande heben will. Das blaue Warnlicht auf dem Fahrzeugdach, der blinkende Monitor im Inneren – das alles macht schon mächtig Eindruck auf den Dreijährigen.

Eigentlich ist er mit seiner Mutter Jessica Bressau zum verkaufsoffenen Sonntag in die Lüneburger Innenstadt gekommen, um Feuerwehrautos zu sehen.

Auf dem Platz am Sande allerdings gibt es noch weit mehr zu entdecken: Rund 15 Hilfsorganisationen zeigen dort ihre Einsatzfahrzeuge und Ausrüstung, skizzieren Karrieremöglichkeiten und versorgen Besucher mit Erbsensuppe aus der Gulaschkanone. Der vierte und damit letzte Erlebnis-Sonntag in Lüneburg stand ganz im Zeichen des Blaulichts.

Was hilft in bedrohlichen Situationen?

Schüchtern inspiziert Noah die neon-orange gekleidete Rettungssanitäterin im Inneren des Einsatzwagens. Sie lächelt freundlich. Noah aber ist skeptisch. Mama soll mitkommen, Mama kommt mit – und steckt sich sogar direkt das Pulsoxymeter auf den Finger.

„Wo ist denn hier das Lenkrad“, erkundigt sich Noah. Keine zwei Minuten hat es gebraucht, da ist die anfängliche Scheu einem fast schon fachmännischem Interesse gewichen.

„Von Schutzbewaffnung raten wir ab, das bringt vor allem zusätzliche Gefahren.“ – Volker Rabe, Polizist

Nebenan, am Stand der Bundespolizei, erkundigt sich Sina Ortmann, welche Ausstattung sie als Pendlerin mitführen sollte, um sich in bedrohlichen Situationen zu helfen zu wissen. Manchmal sei ihr schon mulmig zumute, abends in der Hamburger S-Bahn, erzählt sie Volker Rabe von der Bundespolizeidirektion Hannover.

Pfefferspray? Messer? Der Sachbearbeiter für polizeiliche Kriminalprävention schüttelt den Kopf. „Von Schutzbewaffnung raten wir ab, das bringt vor allem zusätzliche Gefahren.“ Besser beraten sei Ortmann, wenn sie in Bus und Bahn einen Platz am Gang wähle, um aus unangenehmen Situationen schneller flüchten zu können.

Der Polizist hat auch noch ein kleines Geschenk für sie: ein Mini-Alarm für die Handtasche. Einmal am Bändchen ziehen, macht das eiergroße Gerät ordentlich Rabbatz. Im Ernstfall, versichert Rabe, sollte ihr damit die Aufmerksamkeit ihrer Mitfahrer sicher sein.

Feuerwehr-Fuhrpark vor dem Rathaus

Polizei, Bundeswehr, Technisches Hilfswerk, Arbeiter-Samariter-Bund, Zoll und viele mehr nutzen den vierten und damit letzten Erlebnis-Sonntag in diesem Jahr, um sich und ihre Arbeit zu präsentieren.

Auf dem Marktplatz wird der Wochenmarkt um eine kleine Variante des Martinimarktes ergänzt – pandemiebedingt erneut ohne Marktschreier, dafür aber mit Unterstützung der Lüneburger Feuerwehr, die direkt vor dem Rathaus einen Fuhrpark errichtet hat.

Das historische Tanklöschfahrzeug „Carl-Erich“, die Drehleiter, der Rüstwagen: Die großen Fahrzeuge machen mächtig Eindruck, vor allem bei den Kindern.

„Die Stadt ist brechend voll“

„Blaulicht rockt“, stellt Feuerwehr-Pressesprecher Daniel Roemer am Sonntagnachmittag zufrieden fest – und findet dafür Zustimmung von Cornelius Schnabel. Der Inhaber des gleichnamigen Schuhgeschäfts in der Bardowicker Straße und stellvertretende Vorsitzende des Lüneburger Citymanagements freut sich gestern über mächtig Kundenzulauf in der Stadt. „Der Blaulicht-Sonntag ist immer einer der stärksten Sonntage im Jahr – die Stadt ist brechend voll.“

Von Anna Petersen

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.