Montag , 5. Dezember 2022
Anzeige
Ein Häuserblock im Hanseviertel von Lüneburg.
Die Preise für Eigentumswohnung sinken in Lüneburg. Lohnt sich als gerade jetzt der Kauf? (Foto: t&w)

Was Sie über den Kauf von Eigentumswohnungen wissen müssen

Schnäppchen? Die Preise für Eigentumswohnungen in Lüneburg sinken. Lohnt sich jetzt der Kauf einer Immobilie? Doch wie lange dauert es, bis sich ein Investment auszahlt? Auch das hat ein Unternehmen analysieren lassen.

Lüneburg. Betongold verliert an Glanz: Die Preise für Immobilien sinken. Und zwar nicht nur in einigen Metropolen, sondern auch in Städten wie Lüneburg. Das geht aus einer Auswertung von Daten aus 46 kleineren Universitätsstädten in Deutschland hervor.

Untersucht wurden Eigentumswohnungen. Sie waren und sind beliebt – auch als Anlageobjekt. Doch in Lüneburg sind die Durchschnittspreise von 4891 Euro pro Quadratmeter im ersten Quartal dieses Jahres auf nun 4317 Euro pro Quadratmeter gefallen.

Das sind 11,7 Prozent oder 574 Euro weniger – innerhalb eines halben Jahres, berichtet das Frankfurter Unternehmen von Poll Immobilien. Nur in Saarbrücken gab es einen stärkeren Preisrutsch – um 11,9 Prozent auf nun 2322 Euro pro Quadratmeter. Insgesamt stagnieren oder fallen die Preise in 35 der 46 analysierten Städte.

Nachfrage in Lüneburg nach Eigentum ist hoch

"Die Preise sind rückläufig", bestätigt Luca Schwalb, Immobilienkaufmann beim Lüneburger Unternehmen Sallier. Allerdings schwanke die Entwicklung von Wohnung zu Wohnung. Er geht nicht davon aus, dass es eine Blase gibt, die platzen wird.

Denn die Nachfrage sei in Lüneburg immer noch sehr hoch. "Der Preisrückgang hat viel mit der derzeitigen Situation zu tun: Ukrainekrieg, hohe Inflationsraten, extrem gestiegene Energiepreise und natürlich die enorm gestiegenen Zinsen", sagt Schwalb.

Neubau gehe aber "immer noch gut". Allerdings kämen derzeit nur Kunden, die Geld haben und nicht den Kauf voll finanzieren und dafür hohe Zinsen schultern müssten.

Wie sicher sind Eigentumswohnungen als Anlage?

Lohnt sich eine Eigentumswohnung noch als Anlageobjekt? Auch das hat das Frankfurter Unternehmen analysieren und den Kaufpreisfaktor errechnen lassen. Er gibt Aufschluss über die Rentabilität eines Immobilieninvestments.

Bei einem Faktor von 20 bedeutet das, dass der Käufer 20 Jahre benötigt, um den Kaufpreis der Immobilie durch die Mieteinnahmen wieder auszugleichen. Früher galt ein Wert von 20 als rentables Objekt. In vielen deutschen Regionen finden sich mittlerweile Kaufpreisfaktoren um die 25, aber auch 30 sind keine Seltenheit mehr. Auch in Lüneburg.

In fünf der 46 analysierten Unistädte liegen die Faktoren noch unter der 25er-Marke. Am niedrigsten ist er mit 21,8 in Saarbrücken (Kaufpreis: 2.322 Euro pro Quadratmeter, Miete: 8,86 Euro pro Quadratmeter). Danach folgen Göttingen (23,4), Mönchengladbach (24,3) und Wuppertal (24,5).

32,6 Jahre dauert es, bis der Kaufpreis kompensiert ist

In 19 weiteren Städte liegen die Faktoren zwischen 25 und 30, sieben Städte liegen knapp über 30, der Rest deutlich darüber. Zu diesem Rest gehört auch Lüneburg. Hier müssen Käufer 32,6 Jahre warten, bis der Kaufpreis (4317 Euro/Miete:11,03 Euro) kompensiert ist. Damit liegt Lüneburg noch vor Freiburg (Kaufpreis: 5534 Euro/Miete: 14,79 Euro), das auf 31,2 kommt.

Länger als in Lüneburg dauert es nur in Augsburg (33 Jahre), Konstanz (34,8) , Erlangen (35,4), Halle an der Saale (35,6) und dem "Spitzenreiter" Potsdam. Hier dauert es bei einem Kaufpreis von 6029 Euro pro Quadratmeter und einer Miete von 12,73 Euro pro Quadratmeter im Schnitt sogar 39,5 Jahre, bis sich für Käufer das Investment ausgeglichen hat.

Der Wohnungsmarkt ist im Wandel

Grundlage der Daten für die Kaufpreisanalyse bei Eigentumswohnungen sind die durchschnittlichen Angebotspreise von GeoMap und des Unternehmen von Poll. Deren Potsdamer Geschäftsstellenleiter Andreas Güthling sieht einen "Markt im Wandel".

Auch in Potsdam könne man nicht mehr an den sehr hohen Preisvorstellungen festhalten. Wegen der steigenden Finanzierungszinsen sei der Erwerb einer Immobilie zu den aktuellen Marktpreisen für viele Kaufinteressenten nicht mehr möglich.

Güthing betont: "Aktuell gleichen sich Angebot und Nachfrage aus, wodurch die Preise etwas nachgeben. Der Markt reguliert sich also selbst.“

Von Werner Kolbe

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.