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Strom wird immer teurer, vor allem, wenn man in der Ersatzversorgung landet. (Foto: Omexom)

Nein zu Strom aus Ersatzversorgung lohnt sich

Lüneburg/Hannover. Wer seinen Sondervertrag kündigt und keinen neuen Energievertrag abschließt, sollte in der Regel in der Grundversorgung landen – ganz egal, ob die Kündigung am Ende der Vertragslaufzeit ausgesprochen oder das Sonderkündigungsrecht bei einer Preiserhöhung entsprechend genutzt wurde. Leider klappt das nicht in allen Fällen immer reibungslos.

Das zeigen Beschwerden bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen, die auch in Lüneburg vertreten ist. Grundversorger teilen in diesem Fall oft mit, dass Betroffene in die Ersatzversorgung rutschen. Das, betonten die Verbraucherschützer, sollten betroffene Bürger nicht akzeptieren.

Recht auf Grundversorgung

„Die Ersatzversorgung greift nur, wenn etwas schiefläuft – etwa ein Anbieterwechsel misslingt, die Belieferung aufgrund einer Insolvenz eingestellt oder die Netznutzung durch den Netzbetreiber gekündigt wird“, erklärt Julia Schröder, Energierechtsexpertin der Verbraucherzentrale.

Sie ergänzt: „Kündigen hingegen Verbraucher einen Sondervertrag, haben sie ein Recht auf Grundversorgung.“ Denn: Nach Paragraf 36 des Energiewirtschaftsgesetzes sind regionale Grundversorger verpflichtet, alle Haushaltskunden in ihrem Liefergebiet im Rahmen der Grundversorgung mit Energie zu beliefern.

Viele Beschwerden bei der Verbraucherzentrale

„Dass dies auch nach einer Kündigung gilt, hat die Bundesnetzagentur bereits klargestellt. Dennoch erreichen die Verbraucherzentrale viele Beschwerden, da Betroffene in die Ersatzversorgung aufgenommen werden“, sagt Schröder. Das sei besonders ärgerlich, da höhere Beschaffungskosten in der Ersatzversorgung an die Kunden weitergegeben werden können.

Die Verbraucherzentrale rät Betroffenen, schriftlich Widerspruch einzulegen und die Aufnahme in die Grundversorgung zu fordern. Dafür stellt sie einen kostenlosen Musterbrief bereit.

Musterbrief für Mitteilungen 

Obwohl Kunden automatisch in der Grundversorgung landen sollten, müssen sie den Grundversorger darüber informieren, dass sie Energie ohne einen Sonderkundenvertrag entnehmen – dazu sind sie verpflichtet. Auch für diese Mitteilung können sie den Musterbrief nutzen. Für eine korrekte Abrechnung ist es zudem wichtig, den Zählerstand am ersten Tag der Energieentnahme abzulesen und dem Grundversorger zu übermitteln. lz

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