Montag , 5. Dezember 2022
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Stefan Tjarks
Stefan Tjarks (58) ist nicht zwingend auf die Energiepauschale angewiesen - und hat sie kurzerhand gespendet. (Foto: t&w)

Energiepauschale: Paar gibt 600 Euro weiter

300 Euro pro Kopf: Auch Stefan Tjarks (58) und seine Freundin haben die Energiepauschale erhalten – und direkt weitergereicht. Warum brauchen sie das Geld nicht?

Lüneburg. Als sie am Frühstückstisch saßen und im Radio von der Energiepauschale hörten, waren sich Stefan Tjarks (58) und seine Freundin einig: "Eigentlich sind wir auf das Geld nicht angewiesen." Reich sei gewiss keiner der beiden. Trotzdem sei klar gewesen, dass das Geld anderswo besser aufgehoben wäre. "Wir haben uns dann schlau gemacht, und überlegt, was wir tun können und haben das Geld dann an den 'Guten Nachbarn' gespendet", erzählt Tjarks.

Ein kleines Zeichen gegen den Neid

Da auch seine Freundin auf ihre Energiepauschale verzichtete, gaben sie insgesamt 600 Euro an den guten Zweck weiter. Für Tjarks eine kleine Antwort auf große Fragen: Es fehle an der Solidarität. Zu viele Neiddebatten würden die Gesellschaft zerklüften. Die Energiepauschale findet er "unglücklich umgesetzt": Statt des "Gießkannenprinzips" wäre es sinnvoller gewesen, die Höhe der Hilfen am Einkommen der Leute zu bemessen. So hätte das Geld besser denen helfen können, die es wirklich bräuchten, sagt Tjarks.

In seiner Kritik gehe es jedoch keinesfalls um "Ampel-Bashing", wie er sagt. "Wenn man schnelle Lösungen braucht, passieren auch mal Fehler, das ist klar", erklärt der 58-Jährige. Er möchte mit seinem Verzicht auch andere Menschen dazu anregen, zu überlegen: "Was brauche ich wirklich?"

Übermäßiger Konsum könne nämlich nicht nur Wohlstand, sondern auch ein Hindernis sein. Tjarks hofft, dass die 600 Euro von ihm und seiner Freundin jemand anderem besser helfen können. Das sei seine kleine Antwort auf eine große Frage. mco

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