Dienstag , 6. Dezember 2022
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So soll die Solaranlage in Barskamp aussehen.
So soll die Solaranlage aussehen. Eine Erweiterung ist ohne weiteres möglich, sagt der Gechäftsführer Horst Witte. (Foto: VPW energy)

Solarpark in Barskamp: Das plant die Firma Witte

Die Firma Witte in Barskamp will eine Solaranlage errichten, um einer autarken Energieversorgung ein Stück näher zu kommen. Der 87-jährige Geschäftsführer sieht darin eine Möglichkeit, Arbeitsplätze für die Zukunft zu sichern. Doch nicht nur das Unternehmen soll davon profitieren.

Barskamp. Neue Maschinen kaufen – das ist für Horst Witte "ein Kinderspiel". Schließlich macht der 87-Jährige das seit Jahrzehnten. "Aber das hier ist neu", sagt der Geschäftsführer der Firma Witte mit Blick auf einen Acker hinter einer der Produktionshallen in Barskamp. Denn dort soll auf gut 5100 Quadratmetern eine Solaranlage entstehen, durch die das Unternehmen einen großen Schritt in Richtung autarke Energieversorgung gehen möchte. Für Witte ist außerdem klar: "Hier entsteht etwas, um Arbeitsplätze zu sichern." Eine Bauvoranfrage für das Projekt ist bereits genehmigt, nun geht die Planung in die nächste Runde.

Anlage für rund 850.000 Euro

Die Idee dafür hatte Horst Witte bereits im März. "Die Probleme wurden immer größer und es war absehbar, dass das auch nicht besser wird", erinnert er sich. Um dem etwas entgegen zu setzen, kontaktierte er Detlef Witt von der Bleckeder Firma VPW energy: "Ich habe ihn gebeten, ein Konzept für eine Solaranlage zu entwickeln." Zur Verfügung stünden dafür etwa 850.000 Euro.

Zunächst sollen 1800 Module auf den oberen Teil des Ackers gebaut werden. "Eine Erweiterung ist ohne Probleme möglich", sagt Horst Witte. Die Fläche beträgt insgesamt fünf Hektar. (Foto: phs)

Detlef Witts Planung umfasst nun 1800 Module, die auf einem Teil des insgesamt fünf Hektar großen Ackers aufgebaut werden sollen. "Eine Erweiterung ist ohne weiteres möglich", erklärt Horst Witte, doch im ersten Schritt soll die Höchstleistung der Anlage unter 750 Kilowatt Peak liegen, "um unter der Ausschreibungsgrenze zu bleiben", fügt Detlef Witt hinzu.

Nicht der ganze Strom wird selbst genutzt

694.262 kWh pro Jahr sollen künftig mit der Anlage in Barskamp erzeugt werden können. "An diesem Standort haben wir durchschnittlich 929 Sonnenstunden im Jahr", weiß der Energieexperte. Der Strom, den die Firma nicht selbst nutzt, soll entweder ins Netz eingespeist oder zur Wasserstofferzeugung verwendet werden.

Dass nicht 100 Prozent in den Fertigungsbetrieb fließen, liege daran, dass die Anlage nicht rund um die Uhr gleich viel Strom produziere. Zwar werde auch ein elektrischer Batteriespeicher installiert, doch zu den Randzeiten, also etwa morgens und abends, wenn die Sonne nicht scheint, müsse dennoch zusätzlicher Strom eingekauft werden.

Fertigstellung in etwa einem Jahr

Allerdings sieht die Firma Witte auch da noch Optimierungspotenzial, betont der Betriebselektriker Eckhard Dick. So könnten beispielsweise die elektrischen Fahrzeuge des Unternehmens künftig nicht mehr nachts, sondern mittags geladen werden, wenn die Solaranlage besonders viel Strom erzeugt. Verläuft alles nach Plan, könnte die Anlage in rund einem Jahr auf dem Acker in Betrieb genommen werden.

Jede Solaranlage "grundsätzlich gerne gesehen"

Doch zunächst muss ein Bauantrag gestellt und genehmigt werden. "Jede Anlage zur Erzeugung regenerativer Energien ist grundsätzlich gerne gesehen", sagt Kreisrätin Sigrid Vossers dazu auf LZ-Nachfrage. Die Planungshoheit liege allerdings in den Händen der jeweiligen Kommune, in diesem Fall der Stadt Bleckede.

Dirk Stille von der Konba AG (l.) schaut sich die Pläne von Detlef Witt von der VPW energy UG (2.v.l.) an, die dieser für Horst Witte (r.) erstellt hat. Letzterer möchte, dass sein Unternehmen energieautark wird. Mit einem Solarpark will er dem ein Stück näher kommen. (Foto: phs)

Bleckedes Bürgermeister Dennis Neumann betont: "Wir begrüßen, dass sich ein für uns so wichtiges Unternehmen wie die Firma Witte dem Thema Energiewende annimmt und möchten sie deshalb gerne planerisch unterstützen und ihr den Weg zur Umsetzung ebnen." Denn auch die Stadt Bleckede schenke dem Thema aktuell mehr Aufmerksamkeit und bringt ein Gesamtkonzept für Photovoltaikanlagen auf den Weg. Damit sollen weitere potenzielle Standorte für Solarparks ausfindig gemacht werden.

Von Lilly von Consbruch

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