Montag , 5. Dezember 2022
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Beim Glasfaserausbau kommen erst die Leerrohre in die Erde, dann werden die Glasfaserstränge reingeblasen. Indes scheint Greenfiber schon bei der Vorvermarktung in der Stadt Lüneburg teilweise die Puste ausgegangen zu sein. (Foto: A/vbm)
Beim Glasfaserausbau kommen erst die Leerrohre in die Erde, dann werden die Glasfaserstränge reingeblasen. Indes scheint Greenfiber schon bei der Vorvermarktung in der Stadt Lüneburg teilweise die Puste ausgegangen zu sein. (Foto: A/vbm)

Glasfaserausbau in Lüneburg: Greenfiber verfehlt angepeilte Quote

Im Rennen um den stadtweiten Glasfaserausbau in Lüneburg hat Anbieter Greenfiber eine Schlappe bei der Vorvermarktung erlitten. Es geht trotzdem weiter, denn der Konkurrent scheint besser abzuschneiden.

Lüneburg. Der Netzbetreiber „Greenfiber“ hat seine Quote nicht erreicht, die er sich für die Vorvermarktung für den Glasfaserausbau in der Stadt Lüneburg vorgenommen hat. Zwar wolle Greenfiber trotzdem in den betroffenen Stadtteilen „gezielte Angebote entwickeln“ und auch den Blick auf andere Stadtteile richten. Nur: „Einen flächendeckenden Ausbau im Lüneburger Westen wird es jedoch derzeit nicht geben“, erklärte jetzt Unternehmenssprecher Hinrich Bernzen auf LZ-Nachfrage. Zumindest nicht allein mit Greenfiber. Denn indes setzt Konkurrent „Lünecom“ seine Planungen für den Glasfaserausbau in der Stadt unbeirrt fort.

Weniger Gegenliebe als erhofft

30 Prozent der Haushalte in den Lüneburger Stadtteilen Häcklingen, Oedeme, Rettmer, Weststadt und Ochtmissen sollten sich per Vorvertrag für den Glasfaserausbau bei Greenfiber bis Ende Oktober verbindlich anmelden. Dann, so die Ankündigung, könnte das Unternehmen eigenwirtschaftlich das Glasfasernetz für alle ausrollen. Es sollte der Ausgangspunkt für ein stadtweites Netz werden. Monatelang hatte Greenfiber auch auf Plakaten um die Gunst der Lüneburger geworben mit Sprüchen wie „We love Lüneburg“. Nur hat Lüneburg nicht überall so zurückgeliebt, wie erhofft. Dabei dürfte auch die Lünecom etwas von der Zuneigung abgefangen haben, die in denselben Stadtteilen um Kundschaft wirbt.

Laut Greenfiber-Sprecher Bernzen wurde die Quote „in einigen Gebieten erreicht, jedoch nicht überall“. Daher wolle Greenfiber für die Menschen in diesen Bereichen nun gezielte Angebote entwickeln, heißt es. Zudem prüfe das Unternehmen in anderen Stadtteilen weitere Angebote und Vermarktungskampagnen und verfolge „das Ziel eines glasfaserschnellen Lüneburger Netzes“ weiter. Eine Nachfrage der LZ, was das denn nun konkret bedeute, blieb unbeantwortet.

Appell an Mitbewerber und die Stadt

Greenfiber schreibt sich allerdings laut einer Pressemitteilung auf die Fahnen, mit der eigenen Kampagne das Thema Glasfaserausbau „nach Jahren des Stillstands“ endlich in Lüneburg etabliert zu haben. In der Mitteilung wird Greenfiber-Geschäftsführer Paul Gummert mit den Worten zitiert: „Die Resonanz zeigt uns, dass wir zur richtigen Zeit in Lüneburg gestartet sind.“ Mit Blick auf die weitere Entwicklung zum Aufbau eines stadtweiten Glasfasernetzes sagt Gummert: „Wir müssen jetzt die Aktivitäten in der Stadt bündeln.“ Dabei sehe er neben seinem eigenen Unternehmen auch die Mitbewerber und die Stadt in der Plicht.

Lünecom treibt Planungen weiter voran

Derweil erfreut sich Lünecom-Geschäftsführer Richard Krause einer weiter hohen Resonanz. Er sagt auf LZ-Nachfrage: „Unsere Vertriebsteams arbeiten auf Hochtouren, um der großen Nachfrage der Lüneburgerinnen und Lüneburger gerecht zu werden. Es freut uns ganz besonders, dass unser neues Glasfaser-Angebot in unserer Heimatstadt so gut angenommen wird.“ Zudem habe in Ochtmissen die Arbeit in den Straßen begonnen und werde, abhängig von der Wetterlage, im Januar 2023 abgeschlossen. Zudem werde der Glasfaserausbau beispielsweise in Rettmer spätestens Anfang Dezember beginnen, sagt Lünecom-Sprecherin Theresa Gessert. Und weiter: „Auch in anderen Stadtteilen wird der Bau zeitnah beginnen.“

Wie berichtet, hat ebenfalls die Telekom wiederholt angekündigt, zum Jahresbeginn 2023 den Glasfaserausbau in der Stadt Lüneburg angehen zu wollen.

Von Dennis Thomas

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