Montag , 5. Dezember 2022
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Ronja Fiedler und Nathalie Lancaster veranstalteten bei der Eröffnung der "Schatztruhe" Reppenstedt eine Tombola.
Ronja Fiedler und Nathalie Lancaster veranstalteten bei der Eröffnung der "Schatztruhe" Reppenstedt eine Tombola. (Foto: t&w)

Die Schatztruhe in Reppenstedt ist “ein Gewinn für alle”

Die „Schatztruhe“ in Reppenstedt ist feierlich eröffnet worden. Der neue Verein verkauft Spenden zu kleinem Preis und unterstützt damit Einrichtungen in der Samtgemeinde. Das Angebot ist groß.

Reppenstedt. Der Tag, an dem Britta Müller einen Kinderwagen von Amelinghausen nach Deutsch Evern bringen sollte, war ein guter Tag. Gut für die dort lebende geflüchtete Familie, die neben dem Transportmittel für ihren Nachwuchs auch unverhofft jede Menge Kleidung bekam. Gut für so viele weitere Menschen aus der Ukraine, denen seitdem unbürokratisch und schnell geholfen werden konnte. Und gut für die Bürgerinnen und Bürger der Samtgemeinde Gellersen, die mit der „Schatztruhe“ nicht nur einen neuen Verein, sondern auch einen neuen Kontaktpunkt erhalten haben. Am vergangenen Sonnabend wurde dieser nun offiziell eröffnet.

Bilden den Vorstand des neuen Vereins „Schatztruhe“: (v.l.) Iris Wente, zuständig für die Pressearbeit, Dorota Kaduk, Finanzen, Imke Thomsen, Alleskönnerin, und Britta Müller, Vorsitzende.
Bilden den Vorstand des neuen Vereins „Schatztruhe“: (v.l.) Iris Wente, zuständig für die Pressearbeit, Dorota Kaduk, Finanzen, Imke Thomsen, Alleskönnerin, und Britta Müller, Vorsitzende. (Foto: t&w)

Ausstattung für die Kleinsten, Textilien für den Nachwuchs, Spielzeug, Wäsche und Haushaltswaren: Das Angebot ist groß. „Unser Prinzip ist ganz einfach“, erklärt Britta Müller, Vorsitzende der Vereinigung, „wir nehmen aus diesen Bereichen gut erhaltene Spenden fast jeglicher Art an, die wir im Anschluss dann für einen geringen Preis wieder verkaufen.“ Stöbern kann in der „Alten Post“ in Reppenstedt deshalb auch jeder, der Lust oder Bedarf hat – die Türen stehen allen offen. Das war nicht immer so.

Ein runder Tisch wurde ins Leben gerufen

„Entstanden ist unser Engagement ursprünglich dadurch, dass ich – angeregt durch meine damalige Botenfahrt – der Meinung war, dass auch wir als Kommune auf den Zuzug der Geflüchteten vorbereitet sein sollten“, erzählt Britta Müller, die sich zudem ehrenamtlich als Integrationsbeauftragte für die Samtgemeinde Gellersen einsetzt. Deshalb fing sie an, von Freunden, Bekannten und Unbekannten alles Notwendige zusammenzusammeln. Die „Alte Post“ stand ihr schon früh zur Verfügung, platzte aber schon bald aus allen Nähten. „Das hat einfach eine unglaubliche Dynamik entwickelt.“ Und der wollte sie sich nicht mehr allein stellen.

Ein Aufruf in den sozialen Medien brachte Erfolg: Ein runder Tisch wurde ins Leben gerufen, „ein tolles Team hat sich gefunden“. Das besteht neben rund 20 Ehrenamtlichen aus Iris Wente, Doreta Kaduk und Imke Thomsen, die den Vorstand des mittlerweile neu gegründeten Vereins „Schatztruhe“ bilden. Und der hat nicht nur klare Ziele, sondern auch ein klares Konzept.

Erlös kommt Vereinen und Organisationen der Samtgemeinde zugute

Doreta Kaduk, für die Finanzen zuständig, erklärt: „Alle Spenden, die wir erhalten, werden je nach Bedürftigkeit zu unterschiedlichen Konditionen abgegeben.“ So zahlen Geflüchtete nach wie vor nichts, Menschen, die Sozialleistungen empfangen, einen reduzierten, alle anderen den vollen Preis – der bewegt sich allerdings auf einem sehr geringen Niveau. Ein Gewerbe musste der Verein dennoch anmelden, Profit will er aus seinem Angebot aber nicht schlagen: „Der Erlös kommt Vereinen und Organisationen der Samtgemeinde zugute.“

Geöffnet ist dienstags von 14 bis 16 Uhr und donnerstags zwischen 16 und 18 Uhr an der Landwehr 4 in der „Alten Post“. Bunt zusammengestellte Regale, Tische und Vitrinen bieten Fläche zur Präsentation der Ware. Iris Wente sagt: „Da haben wir viel finanzielle Hilfe aus den unterschiedlichsten Bereichen bekommen, sei es von der Kirche in Kirchgellersen, der Sparkasse, dem Förderkreis Hoffnung oder von FrohNatur aus Reppenstedt.“ Als Vorbild diente zudem der Kinderladen Adendorf.

Viele Spenden auch für Erwachsenen

Auch von diesem waren am vergangenen Sonnabend Mitglieder gekommen, um die „Schatzruhe“ feierlich zu eröffnen. Und die hatte nicht nur Kleidung für den Nachwuchs und Haushaltswaren im Angebot. Imke Thomsen sagt: „Wir haben anfangs auch viele Spenden für Erwachsenen bekommen, die werden jetzt veräußert.“

Zuständig dafür waren Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen III des Bereichs Sozialpädagogik, die sie unterrichtet: „Wir behandeln derzeit unter anderem das Thema Kinderarmut und haben diese Veranstaltung als Projekt integriert.“ So kümmerten sich die Jugendlichen nicht nur um den Verkauf, sondern auch um weitere Aktionen wie eine Tombola und eine Auktion, die Samtgemeindebürgermeister Steffen Gärtner später am Tag leitete.

Wer gut erhaltene Baby- und Kinderkleidung, aber auch Haushaltswaren wie Pfannen, Töpfe, Heißwasserkocher, Gardinen, Wäsche oder Handtücher hat, kann sie zu den Öffnungszeiten der „Schatztruhe“, dienstags, 14 bis 16 Uhr, und donnerstags, 16 bis 18 Uhr, abgeben. Gesucht wird alles, was „man zum Leben braucht und dieses schöner macht“, so Vereinsvorsitzende Britta Müller. Als Integrationsbeauftragte der Samtgemeinde Gellersen würde sie sich zudem über weitere Paten für Geflüchtete freuen. Mit diesen können die Bürgerinnen und Bürger auch beim nächsten Internationalen Café am 26.11. von 15 bis 18 Uhr in der Kirche in Reppenstedt zusammenkommen.

Von Ute Lühr

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