Sonntag , 4. Dezember 2022
Anzeige
Mit einem Kriterienkatalog will Amt Neuhaus herausfinden, ob geplante Fotovoltaik-Freianlagen auch die Anforderungen der Gemeinde erfüllen. (Foto: AdobeStock)
Mit einem Kriterienkatalog will Amt Neuhaus herausfinden, ob geplante Fotovoltaik-Freianlagen auch die Anforderungen der Gemeinde erfüllen. (Foto: AdobeStock)

Acht Kriterien für Solarparks im Amt Neuhaus

Wo darf eine Fotovoltaik-Anlage gebaut werden? Um diese Frage schneller beantworten zu können, hat die Gemeinde Amt Neuhaus einen Leitfaden entwickelt. Darin ist auch ein Ausschlusskriterium formuliert.

Neuhaus. Ja, nein, vielleicht. Manch einer erinnert sich bei diesen Worten an den Liebesbrief aus der Schulzeit, der zum Ankreuzen aufforderte. Reicht es für eine echte Partnerschaft oder nicht? Die Frage stellt jetzt auch die Gemeinde Amt Neuhaus möglichen Investoren von Solarparks. Mit einem Kriterienkatalog will das Ratsteam um Bürgermeister Andreas Gehrke schneller und einfacher herausfinden, ob geplante Fotovoltaik-Freianlagen die Anforderungen der Gemeinde erfüllen.

Naturschutzbehörde muss zustimmen

„Es wird in jedem Fall langwieriger als anderswo“, sagt Andreas Gehrke, wenn er über Zulassungsverfahren von Solarparks in der Gemeinde Amt Neuhaus spricht. Kein Wunder: Die Gemeinde liegt fast komplett im Biosphärenreservat, „für Bauvorhaben muss die Naturschutzbehörde hinzugezogen werden“, so Gehrke. Will ein Investor einen Solarpark errichten, muss zunächst eine Kartierung vorgenommen werden. Ein Jahr lang wird die betreffende Fläche ökologisch untersucht und die Tier- und Artenvielfalt festgestellt. Erst wenn die Naturschutzbehörde grünes Licht gibt, darf das Bauvorhaben weiterverfolgt werden. Die Kosten dafür trägt der Investor selbst.

Acht Kriterien für Solarparks

Dies ist nur eine von insgesamt acht Kriterien, die die Gemeinde aufgestellt hat. So dürfen Solarparks keine Störung für Wohngebäude auslösen, sie dürfen nicht zur Verknappung landwirtschaftlicher Produktionsflächen führen oder der regionalen Wertschöpfung entgegenstehen. Ein Ausschlusskriterium formuliert die Gemeinde in dem Punkt „Sichtbarkeit/Landschaftsbild“. Führt eine Fotovoltaik-Anlage zu einer „erheblichen Störung des Orts-, Kultur- und Landschaftsbildes“, wird sie nicht erlaubt. Pro Jahr will die Gemeinde Solarparks mit einer maximalen Gesamtfläche von 100 Hektar zulassen, insgesamt sollen 500 Hektar nicht überschritten werden.

Drei Anträge für Solarparks liegen bereits vor

“Das erste Verfahren hat uns überrascht, und wir wussten nicht genau, wie wir uns verhalten sollen“, sagt Andreas Gehrke über die Beweggründe zur Erstellung des Leitfadens. Mit den ausformulierten Kriterien wolle man auskunftsfähiger gegenüber Investoren sein, so Gehrke. Dabei müssen nicht zwingend alle Punkte erfüllt werden, sie dienen jedoch als Abwägungskriterien. Drei Anträge über Solarparks liegen den Ratsmitgliedern bereits vor. Am weitesten fortgeschritten sind die Planungen zu einem Solarpark an der B 195 in Richtung Stapel (LZ berichtete). Auf einer Größe von 65 Fußballfeldern könnte hier Solarstrom für rund 30.000 Haushalte produziert werden. Investitionssumme: 65 Millionen Euro. Die Kartierung des Gebiets ist gerade in der Auswertung. „Unter Umständen kann es sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung gehen“, sagt Gehrke. So ist es eben mit Liebesgeschichten. Manchmal brauchen sie einfach Zeit.

Von Anke Dankers

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.