Montag , 5. Dezember 2022
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Der BMW hätte nur von April bis Oktober fahren dürfen. Außerdem war der Wagen auffällig umgebaut. (Foto: tja)
Der BMW hätte nur von April bis Oktober fahren dürfen. Außerdem war der Wagen auffällig umgebaut. (Foto: tja)

Tödlicher Unfall bei Geesthacht

Beim Zusammenstoß zweier Autos in Geesthacht ist ein Mann ums Leben gekommen, drei weitere Personen wurden schwer verletzt. Ein Gutachter untersucht einen der beteiligten Wagen, der offenbar erheblich umgebaut worden ist.   

Geesthacht. Bei einem Verkehrsunfall an der Schleuse bei Geesthacht sind am Dienstagabend ein Mann gestorben und drei schwer verletzt worden. Ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge war es während eines Abbiegemanövers zum Zusammenstoß von zwei Fahrzeugen gekommen. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde ein Gutachter hinzugezogen, der bei der Ermittlung des Unfallverlaufs unterstützen soll.

Nach einem Notruf vom Unfallort hatte die Integrierte Regionalleitstelle Süd in Bad Oldesloe Großalarm für Feuerwehr und Rettungsdienst ausgelöst. Aus den Kreisen Herzogtum Lauenburg, Stormarn und Harburg rückten Rettungskräfte an, dazu die Geesthachter Feuerwehr von allen drei Wachen. Auch die Polizei war vor Ort.

Extreme Wucht beim Aufprall

Nach ersten Informationen der Polizei war gegen 19.20 Uhr der Fahrer eines 3er BMW aus Geesthacht kommend in Richtung Hamburg-Altengamme unterwegs. Von der Bundesstraße 404 in Höhe Klärwerk kam in dem Moment der Fahrer eines VW-Busses des Hereon-Forschungszentrums mit einem internationalen Wissenschaftler, den er am Bahnhof abgeholt hatte. Der VW-Bus-Fahrer wollte links in Richtung Innenstadt abbiegen und hat dabei wohl die Geschwindigkeit des herannahenden BMW unterschätzt. Beide Fahrzeuge stießen mit extremer Wucht zusammen. Der VW wurde um 180 Grad herumgeschleudert, der BMW gegen einen Schildermast auf der anderen Straßenseite katapultiert.

Die ersten Einsatzkräfte sahen sich einem Trümmerfeld gegenüber, Ersthelfer hatten bereits mit der Betreuung von drei Verletzten begonnen und bei einem der Männer aus dem BMW die Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen. Feuerwehrleute und Notfallsanitäter führten diese fort. Letztendlich aber vergebens. Gegen 20 Uhr wurden die Reanimationsversuche erfolglos abgebrochen.

BMW war auffällig umgebaut 

Ob es sich bei dem Toten um den Fahrer oder Beifahrer des BMW handelt, war zunächst unklar. Ein zweiter Mann aus dem BMW und die Männer aus dem Hereon-Fahrzeugen wurden schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht.

Bei den Ermittlungen stießen die Polizisten auf Saisonkennzeichen, die darauf hindeuten, dass der BMW nur von April bis Oktober hätte fahren dürfen. Außerdem war der Wagen auffällig umgebaut, die komplette Innenverkleidung fehlte, der Motor war getunt, selbst die Reserveradmulde hatte der Besitzer rausgeflext. Die Polizisten erhoffen sich durch den Einsatz des Gutachters vor allem Hinweise auf die Geschwindigkeit, mit der der BMW innerorts vor dem Unfall unterwegs war.

Die Straße an der Schleuse und die Abfahrt von der B 404 musste aufgrund des Einsatzes, der Aufräum- und Bergungsarbeiten sowie die Untersuchung durch den Sachverständigen stundenlang gesperrt werden. Auf dem Asphalt mussten großflächig verteilte Betriebsstoffe und Trümmereile aufgenommen werden.

Von Timo Jann