Montag , 5. Dezember 2022
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Aus dem Reisezentrum im Lüneburger Bahnhof soll eine Mobilitätszentrale werden – allerdings ist im Moment noch vieles offen. (Foto: t&w)
Aus dem Reisezentrum im Lüneburger Bahnhof soll eine Mobilitätszentrale werden – allerdings ist im Moment noch vieles offen. (Foto: t&w)

Wo gibt es künftig Fahrkarten am Lüneburger Bahnhof?

Lüneburger Bahnkunden sind verunsichert. Zum Jahreswechsel schließt das DB-Reisezentrum am Bahnhof. Jetzt gibt es Infos, wie es mit dem Fahrkartenverkauf weitergeht.

Lüneburg. Zum Jahreswechsel schließt das DB-Reisezentrum im Lüneburger Bahnhof. Manchen Lüneburger treibt die Frage um: Bekomme ich dann am Bahnhof keine Fahrkarten mehr? Die Sorge ist unbegründet: Bereits zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember übernimmt die Metronom Eisenbahngesellschaft den Verkauf der Tickets. Dieser findet zunächst in einem Container auf dem Bahnhofsvorplatz statt.

Stadt übernimmt Räume des DB-Reisezentrums

Wie berichtet, übernimmt die Stadt zum Jahreswechsel die Räumlichkeiten des DB-Reisezentrums. Statt eines reinen Ticketsverkaufs hatte die Stadt schon vor zwei Jahren geplant, dass dort eine Mobilitätszentrale entstehen sollte. Ein Projekt, an dem sich auch der Landkreis beteiligen wollte. Dort sollte es nicht nur alle Informationen für Reisende mit dem Zug geben, sondern auch Beratung zu Busverbindungen in und um Lüneburg, Carsharing-Angebote und vieles mehr für eine nachhaltige Mobilität. Für die Mobilitätszentrale sollte ein Betreiber gefunden werden. So war zumindest noch im Spätsommer der Plan.

Noch vieles offen bei Mobilitätszentrale

Die Gremien von Landkreis und Stadt haben aber inzwischen beschlossen, dass es vorerst keinen Betreiber geben wird, sagt Ann-Kristin Jenckel, Pressesprecherin der Stadt. "Perspektivisch ist der Einsatz eines Betreibers nach einer gewissen Erprobungsphase aber nicht ausgeschlossen." Die Folge sei, dass die ursprünglich geplanten Dienstleistungen nicht alle angeboten werden können. "Die derzeitigen Überlegungen gehen dahin, diese Lücke durch digitale Angebote aufzufangen. Wichtig ist aber, dass der Fahrkartenverkauf durch Metronom-Mitarbeiter nach gemeinsamer Absicht aller Beteiligten auch künftig im Bahnhofsgebäude erfolgen soll."

Was allerdings den geplanten Umbau der Räumlichkeiten angeht, der im ersten Quartal starten sollte, ist noch alles offen. Die erste Ausschreibung auf der Suche nach einem Architekten habe zu keinem Ergebnis geführt, berichtet Ann-Kristin Jenckel. "Es wurde kein Angebot abgegeben. Eine erneute Ausschreibung wird aktuell durch die Stadt vorbereitet."

Metronom übernimmt zum 11. Dezember

Metronom übernimmt zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember den Fahrkartenverkauf vom bisherigen Betreiber DB Vertrieb. "Neben Fahrkarten des Nahverkehrs wird Metronom als DB-Agentur auch Fahrkarten des Fernverkehrs verkaufen, also alle ICE- und IC-Fahrkarten inklusive internationaler Verbindungen. Auch Gruppentickets können künftig bei Metronom – vorerst in der provisorischen Verkaufsstelle auf dem Bahnhofsvorplatz – erworben werden. "Für die Fahrgäste ändert sich nichts", sagt Miriam Fehsenfeld, Sprecherin des in Uelzen ansässigen privaten Eisenbahnunternehmens. Metronom wird für den Verkauf von Fernverkehrsfahrkarten in Lüneburg auch keine Aufschläge erheben. Die Öffnungszeiten bleiben unverändert: von Montag bis Freitag 7.30 bis 18.30 Uhr, samstags 9 bis 14 Uhr und sonn- und feiertags von 10 bis 15 Uhr.

Beim Vorverkauf kann es Probleme geben

Die Deutsche Bahn weist daraufhin, dass Fahrkarten für den Nah- und Fernverkehr bis zum letzten Verkaufstag (10. Dezember) auch im Vorverkauf im DB-Reisezentrum erworben werden können. Allerdings könne es sein, dass, wenn ein Kunde zum Beispiel eine Gruppenreise buchen wolle, die weit im Voraus liegt und diese nur anzahlen wolle, der Verkauf abgelehnt werde. Denn auch die deutlich spätere Restzahlung müsse im Reisezentrum erfolgen.

Ein Lüneburger hatte der LZ berichtet: Er wolle im nächsten Juni mit 29 Jugendlichen eine Gruppenreise nach Brest machen – per Bahn. Dort sei ihm mitgeteilt worden, die dortige DB-Niederlassung dürfe ihm keine Gruppenfahrkarten für nächstes Jahr mehr ausstellen, da der Schalter in den nächsten Wochen geschlossen werde und dann keine Möglichkeiten für Änderungen oder Stornierungen mehr existierten.

Von Antje Schäfer

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