Dienstag , 6. Dezember 2022
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Ausgeklappert: Die Amselbrücke hat bei einer Prüfung nur die Note 3,3 erreicht, ab 3,7 ist Gefahr in Verzug. Daher soll die Brücke 2025 einem Neubau weichen. (Foto: t&w)
Ausgeklappert: Die Amselbrücke hat bei einer Prüfung nur die Note 3,3 erreicht, ab 3,7 ist Gefahr in Verzug. Daher soll die Brücke 2025 einem Neubau weichen. (Foto: t&w)

Die Lüneburger Amselbrücke wird abgerissen

Aluminium oder sogar hochfester Kunststoff? Auf jeden Fall leicht soll das Material der neuen Lüneburger Amselbrücke sein. 2025 soll sie gebaut werden. Allerdings ist die Finanzierung noch nicht geklärt.

Lüneburg. Das Rattern und Klappern der Amselbrücke war für heimkehrende Wilschenbrucher eine Art akustische Begrüßung: Jetzt sind wir gleich wieder zu Hause. Doch die alte Holzbrücke soll bald abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Das kündigte Uta Hesebeck bei der Sitzung des Ausschusses für Bauen und Stadtentwicklung an. Die Fachbereichsleiterin für Straßen- und Grünplanung begründete die Notwendigkeit mit dem Zustand der Brücke. Die Widerlager seien zwar noch erhaltungswürdig, doch die Brückenkonstruktion insgesamt sei stark erneuerungsbedürftig. Insgesamt erhielt die Amselbrücke eine 3,3 als Zustandsnote. Ab der Note 3,7 müsste sie gesperrt werden, weil dann Gefahr im Verzug ist.

1,5 Millionen Euro Kosten sind veranschlagt

Der Zeitplan sieht so aus: Im kommenden Jahre stehen 50.000 Euro Planungskosten im Etat. 2024 sollen Fördermittel gesucht und beantragt, 2025 soll die alte Brücke abgerissen werden und einem Neubau weichen. Dafür sind rund 1,5 Millionen Euro veranschlagt.

Immer wieder war die Amselbrücke in den vergangenen Jahrzehnten repariert und saniert worden. Im 19. Jahrhundert gab es nur einen Steg, der über die Ilmenau zum Gut Wilschenbruch führte. 1937 wurde dann eine Behelfsbrücke gebaut. 1948 gab es einen ersten Neubau, 1981 einen weiteren für 780.000 D-Mark. Im Jahr 2000 mussten die Holzbohlen ausgetauscht werden. Zuletzt legte die Stadt 2017 Hand an, als die oberste Holzschicht so marode war, dass sie wieder erneuert werden musste. Ein Grund für den Zustand war, dass Autofahrer die Strecke als Abkürzung benutzten und einige Wochen lang auch Fahrzeuge mit bis zu zwölf statt 3,5 Tonnen über die Brücke rollen durften. Denn im Zuge der Kampfmitteluntersuchungen im Neubaugebiet Ilmenaugarten und während des Baus der Zufahrt von der Friedrich-Ebert-Brücke in das Gebiet war Wilschenbruch für größere Fahrzeuge nur über die Amselbrücke erreichbar. Hesebeck prophezeite schon damals, dass die Brücke mit den neuen Maßnahmen nur "nur für weitere fünf Jahre“ erhalten werden könne.

Die neue Brücke wird nicht wieder aus Holz sein

Klar ist, dass die neue Brücke nicht aus Holz sein wird. "Heute würde niemand mehr eine Brücke aus Holz über ein Gewässer bauen", sagte Hesebeck. Die Folgekosten seien zu hoch. Erstens halte ein solche Brücke nur rund 20 Jahre, zweitens müssen Holzbrücken jedes Jahr überprüft werden – Brücken zum Beispiel aus Beton oder Stahl nur alle sechs Jahre.

Noch ist aber unklar, aus welchem Fördertopf die Stadt Zuschüsse erhalten könnte. Als Baumaterial kommt für Hesebeck nur ein leichtes Material infrage. So wie bei der neuen Fußgängerbrücke an der Lüner Rennbahn. Das hat auch damit zu tun, dass beide Brücken in einem geschützten Fauna-Flora-Habitat-Gebiet errichtet werden. "Die Brücken müssen so leicht wie möglich sein", sagt Hesebeck. Denn der Boden im Bereich der Widerlager und der Rampen dürfe nicht zu stark verdichtet werden."

Weiteres Projekt

Radwegbrücke kommt

Stadt und Landkreis fördern zusammen den Bau der neuen Fuß- und Radwegbrücke Lüner Rennbahn. Das Plangenehmigungsverfahren soll noch in diesem Jahr stehen, letzte Abstimmungen mit dem Landkreis laufen bereits. Im kommenden Jahr soll Baustart sei. Die Brücke soll rund 1,5 Millionen Euro kosten. Sie wird aus recyceltem Aluminium bestehen.

Von Werner Kolbe

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