Samstag , 3. Dezember 2022
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Bei mobilen Luftfiltern (Archivbild) als Schutz vor Infektionen mit dem Coronavirus wird es in den kreiseigenen Schulen bleiben. Von dem Plan, Räume mit festinstallierten Anlagen nachzurüsten, hat sich der Kreis verabschiedet. (Foto: t&w)
Bei mobilen Luftfiltern (Archivbild) als Schutz vor Infektionen mit dem Coronavirus wird es in den kreiseigenen Schulen bleiben. Von dem Plan, Räume mit festinstallierten Anlagen nachzurüsten, hat sich der Kreis verabschiedet. (Foto: t&w)

Kreis Lüneburg stoppt Pläne für Luftfilter an Schulen

Ohne Förderung durch den Bund kann der Landkreis Lüneburg den Einbau von Luftfiltern in Klassenräumen zum Schutz vor dem Coronavirus finanziell nicht stemmen. Trotzdem steigt der Kreis aus einem Förderprogramm aus. Warum und was er mit dem eingeplanten Geld stattdessen vorhat.

Lüneburg. In 257 Unterrichtsräume an 14 kreiseigenen Schulen wollte der Landkreis Lüneburg Lüftungsanlagen einbauen. Diese sogenannten stationären raumlufttechnischen Anlagen sollen das Infektionsrisiko mit dem Coronavirus und anderen Viren in Räumen senken, die sich nicht ausreichend lüften lassen. Doch nun tritt die Kreispolitik auf die Bremse und stoppt das Vorhaben. Der Kreisausschuss hat beschlossen, mit sofortiger Wirkung aus dem Förderprogramm des Bundes für coronagerechte stationäre raumlufttechnische Anlagen auszusteigen.

Frist läuft Anfang Juni 2023 aus

Grund für das Aus ist, dass sich nach Ansicht eines Fachingenieurs die Umbauarbeiten in den Schulen und die Lieferung der Geräte bis ins vierte Quartal kommenden Jahres ziehen werden. Das wäre zu spät, denn die letzte Anlage müsste bis Anfang Juni 2023 installiert sein, um eine finanzielle Unterstützung vom Bund zu erhalten.

Immerhin hat dieser dem Kreis eine Förderung von nicht ganz 7 Millionen bewilligt – unter der Maßgabe, dass die Frist Juni 2023 eingehalten wird. „Wir steigen aus, weil wir die Förderung nicht bekommen“, sagt Franz-Josef Kamp, Vorsitzender der SPD-Fraktion. Eine Fristverlängerung habe der Bund abgelehnt, betont er. Ohne Ausstieg würde der Kreis auf den gesamten Kosten von mehr als 9 Millionen Euro sitzen bleiben.

Umbau von Räumen für Kinder unter 12 Jahren

Die Finanzhilfe ist auf den Umbau von Räumen für Kinder unter 12 Jahren, also Schüler der 5. und 6. Klassen, beschränkt. Als der Bund das Förderprogramm Anfang September 2021 aufgelegt hatte, gab es noch keine Impfung gegen das Coronavirus für diese Altersgruppe. Inzwischen liegen von der Ständigen Impfkommission Impfempfehlungen für Kinder ab 5 Jahren vor, verdeutlicht die Kreisverwaltung in der Vorlage für den Beschluss des Kreisausschusses.

Vom Tisch sind solche Anlagen nicht

„Dadurch hat sich die Situation geändert, der Einbau von Lüftungsanlagen in diese Räume erledigt“, meint CDU-Fraktionschef Günter Dubber. Vom Tisch sind solche Anlagen jedoch nicht in Gänze. „In Neubauten und bei Sanierungen bauen wir sie ein“, erklärt Kamp.

Bei der Montage der Lüftungsanlagen in die 257 Unterrichtsräume wäre der Landkreis mit einem Eigenanteil von 2,5 Millionen Euro beteiligt gewesen, wenn der Bund den Einbau gefördert hätte. Eine Summe, die in den Haushalten für das vergangene und das laufende Jahr veranschlagt war.

Klimaschutzmaßnahmen an öffentlichen Gebäuden

Das Geld soll nach Willen aller Fraktionen, mit Ausnahme der AfD, nun für Klimaschutzmaßnahmen an öffentlichen Gebäuden ausgegeben werden. „Wir buchen die 2,5 Millionen Euro um“, sagt Kamp. Dubber ergänzt: „Wir setzen die Prioritäten neu und wollen dafür sorgen, dass unsere Schulen energieautark werden.“

Ein entsprechender partei- und fraktionsübergreifender Antrag steht am Donnerstag, 17. November, auf der Tagesordnung der Kreistagssitzung, die um 14 Uhr im Bürger- und Kulturhaus Dahlenburg stattfindet. Die wesentlichen Forderungen in dem Antrag sind: Auf allen geeigneten Dachflächen von kreiseigenen Gebäuden sollen Fotovoltaik-Anlagen errichtet werden; die Dämmung kreiseigener Gebäude ist verstärkt voranzutreiben.

Betriebskosten sollen sinken

„Wir investieren, um die Betriebskosten für die Gebäude zu senken – indem wir weniger Energie beziehen müssen“, sagt Franz-Josef Kamp. Das schütze darüber hinaus das Klima, unterstreicht Günter Dubber: „Wir müssen endlich handeln. Geredet wurde genug.“

Von Stefan Bohlmann

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