Montag , 5. Dezember 2022
Anzeige
Der Landkreis Lüneburg nimmt Anlauf auf die gelbe Tonne. Zum 1. Januar 2025 könnte sie kommen. Einen entsprechende Antrag der CDU will der Kreistag jetzt weiter beraten. (Foto: t&w)
Der Landkreis Lüneburg nimmt Anlauf auf die gelbe Tonne. Zum 1. Januar 2025 könnte sie kommen. Einen entsprechende Antrag der CDU will der Kreistag jetzt weiter beraten. (Foto: t&w)

Kommt die gelbe Tonne im Landkreis Lüneburg?

Mit der Einführung der gelben Tonne im Landkreis Lüneburg wären viele Probleme bei der Entsorgung des Verpackungsmülls gelöst. Der Kreistag will das Thema jetzt angehen. Doch es gibt zwei Haken.

Lüneburg. Die Entsorgung des Verpackungsmülls wird auch in Stadt und Landkreis Lüneburg immer mehr zu einem Dauerärgernis. Gelbe Säcke in Super- und Drogeriemärkten zu bekommen, ist Glücksache. Sind sie gefüllt und stehen an der Straße, werden die Beutel oft vom Winde verweht oder von Ratte, Waschbär und Co. zerlegt. Dann verteilt sich der Abfall in anliegenden Straßen, Gärten oder öffentlichen Grünflächen – zum Ärger der Anwohner.

Beratung im Fachausschuss

Lösen will die Probleme nun der Lüneburger Kreistag: mit der Einführung einer gelben Tonne zum 1. Januar 2025. So lange läuft der aktuelle Entsorgungsvertrag noch. Einstimmig verwiesen die Abgeordneten bei ihrer Sitzung am Donnerstag im Dahlenburger Bürger- und Kulturhaus einen entsprechenden Antrag der CDU zur weiteren Beratung in den zuständigen Fachausschuss. Mit ihrem Vorstoß wollen die Christdemokraten die Einführung einer gelben Tonne zum 1. Januar 2025 auf den Weg bringen. "Wir haben es doch alle vor Augen: Gelbe Säcke gibt es an der Kassen nicht, der Müll fliegt in den Straßen herum. Das Thema musste mal auf den Punkt gebracht werden", begründete der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Alexander Blume den Antrag. "Die Umsetzung braucht allerdings Vorlauf, deshalb stellen wir schon jetzt den Antrag."

Einführung der Tonne nur außerhalb der Stadt Lüneburg

Doch hat die Idee zwei Haken: Erhalten würden die gelbe Tonne voraussichtlich nur Bürger, die in der Fläche des Landkreises wohnen – also außerhalb der Stadt Lüneburg. Denn die organisiert ihre Abfallentsorgung selbst, besitzt ein eigenes Abfuhrgebiet. Zwar gab es laut Stadtsprecherin Suzanne Moenck zu verschiedenen Zeiten Überlegungen, auch in der Stadt die gelbe Tonne einzuführen, doch daraus wurde bislang nichts. Zuletzt war die gelbe Tonne Thema im städtischen Umweltausschuss im September – wegen der Knappheit bei den gelben Säcken. Laut Protokoll verwies Stadtrat Markus Moßmann darauf, dass es bei dem Tonnen-System pro und kontra gebe. "Das Platzangebot ist auf vielen Grundstücken, etwa in der Altstadt, nicht vorhanden."

Rechtliche Hürden

Dass die Einführung der Tonne auch rechtlich nicht ganz einfach ist, zeigt ein Blick in den Nachbarkreis Harburg. Dort hatte der Kreistag im Oktober des vergangenen Jahres die Einführung der gelben Tonne zum 1. Januar 2023 beschlossen. Ihren Verpackungsmüll in einer Tonne entsorgen, dürfen die Bewohner dennoch nicht. "Gegen die Umstellung haben drei Duale Systeme Klage beim Verwaltungsgericht Lüneburg erhoben", sagt Harburgs Kreissprecher Andres Wulfes. Im Kern geht es um die Frage, ob mit der gelben Tonne bei den Leichtverpackungen ein besserer Entsorgungsstandard als beim Restmüll eingeführt werde. Ja, sagt der Entsorger, der darin einen Verstoß gegen das Verpackungsgesetz sieht. Nein, kontert der Landkreis Harburg, der darauf verweist, dass der Verbraucher bereits beim Kauf für die Entsorgung des Verpackungsmülls zahle. Weitere Gebühren, wie im Falle des Restmülls, wären somit nicht gerechtfertigt.

Klage gegen Pläne im Nachbarkreis Harburg wird erst 2023 verhandelt

Wann der Rechtsstreit geklärt ist, steht noch nicht fest. Die Verhandlung am Verwaltungsgericht ist noch nicht terminiert. "Die Klage ist bei uns am 3. Januar 2022 eingegangen", bestätigt Gerichtssprecherin Dr. Cosima Haselmann. "Die zuständige Kammer plant derzeit, sich mit der Sache im Laufes des ersten Halbjahres 2023 zu befassen."

Bis dahin werden wohl auch die Kreistagsabgeordneten ihre Beratungen aufgenommen haben.

Von Malte Lühr

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.