Montag , 5. Dezember 2022
Anzeige
Ziel des Projektes „Second Stage“ ist es, Frauen bei ihrem Übergang zu einem eigenständigen, gewaltfreien Leben in einer eigenen Wohnung zu begleiten. (Symbolfoto: AdobeStock)
Ziel des Projektes „Second Stage“ ist es, Frauen bei ihrem Übergang zu einem eigenständigen, gewaltfreien Leben in einer eigenen Wohnung zu begleiten. (Symbolfoto: AdobeStock)

Wohnprojekt für Frauen mit Gewalterfahrungen

Das Lüneburger Frauenhaus hat seit langem Kapazitätsprobleme. Ein wenig Entlastung soll – neben der geplanten Erweiterung – ab 2023 ein Projekt sorgen, das Frauen, die Gewalt ausgesetzt waren, beim Weg zu einem eigenständigen Leben in der eigenen Wohnung begleitet. Für sie und ihre Kinder sollen bald Übergangswohnungen bereitstehen.

Lüneburg. Lüneburg. „Second Stage“ – der zweite Schritt in ein Leben ohne Gewalt. Dieses Projekt bringt die Stadt aktuell in enger Kooperation mit dem Frauenhaus Lüneburg und in Abstimmung mit dem Landkreis auf den Weg. Das Wohnprojekt für Frauen mit Gewalterfahrungen und deren Kinder ist eine Ergänzung zum bestehenden Angebot des Frauenhauses, das in Trägerschaft des Vereins Frauen helfen Frauen ist. Anfang kommenden Jahres könnten die ersten Bewohnerinnen einziehen. Den genauen Standort des Hauses macht die Stadtverwaltung aus Gründen des Schutzes und der Anonymität der künftig dort wohnenden Frauen nicht öffentlich.

Ute Simkes, Bereichsleiterin Integration und Teilhabe, betreut das Projekt aufseiten der Stadt. Sie macht deutlich: „Frauen, deren Bedarf an umfangreichem Schutz durch das Frauenhaus nicht mehr gegeben ist, erhalten die Möglichkeit, mit ihren Kindern in Übergangswohnungen zu ziehen.“ Diese Übergangswohnungen im Sinne einer „zweiten Stufe“ nach dem Frauenhaus hat die Stadt im vergangenen Jahr gekauft – der Bund hat 90 Prozent der Kosten übernommen – und anschließend saniert und hergerichtet.

Im Oktober neues Personal eingestellt

„In den Übergangswohnungen werden die Frauen weiterhin sozialpädagogisch begleitet und beraten“, betont Simkes. Ziel sei es, die Frauen bei ihrem Übergang zu einem eigenständigen, gewaltfreien Leben in einer eigenen Wohnung zu begleiten. Gleichzeitig könne so das Frauenhaus entlastet werden, da die Verweildauer der Bewohnerinnen dort verringert wird. In Lüneburg muss das Frauenhaus aktuell aus Kapazitätsgründen häufig Hilfesuchende abweisen, da Frauen, auch aufgrund fehlenden Wohnraums, oftmals lange dort bleiben. Parallel zu dem Projekt „Second Stage“ plant der Verein Frauen helfen Frauen daher in Abstimmung mit Stadt und Landkreis Lüneburg den Neubau eines Frauenhauses mit zusätzlichen Kapazitäten. Um kurzfristig möglichst vielen Frauen eine sichere Bleibe zu bieten und sie individuell zu unterstützen, soll das Projekt „Second Stage“ vorerst 15 Jahre als Ergänzung zum Frauenhaus etabliert werden. Im vergangenen Monat hat die Stadtverwaltung, wo das Projekt angedockt ist, Personal für das Projekt eingestellt, sodass aktuell Konzeption und Verfahren ausgearbeitet werden.

Neben dem Kauf der Wohnungen fördert der Bund auch in Teilen deren Einrichtung. Die restlichen Kosten teilen sich Stadt und Landkreis Lüneburg. lz

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.