Samstag , 3. Dezember 2022
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Nur noch rund vier Wochen wird sich die Linie 5009 durch die engen Gassen an den Brodbänken schieben. (Foto: t&w)

Das ändert sich mit dem neuen Busfahrplan ab dem 11. Dezember

In rund vier Wochen tritt der neue Busfahrplan für Stadt und Landkreis in Kraft. Fahrgäste müssen sich dann nicht nur an neue Zeiten gewöhnen, sondern auch an völlig neue Liniennummern. Die wichtigste Änderung betrifft aber den Busverkehr in der Innenstadt.

Lüneburg. Viel Lob hatten Stadt, Landkreis und Busbetreiber KVG am Freitagvormittag füreinander übrig. Gemeinsam stellten sie den ab dem 11. Dezember geltenden neuen Busfahrplan vor – eine gemeinschaftliche, für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung, so der Tenor.

Der wohl wichtigste Punkt ist, dass künftig keine Linien mehr über die Route Am Berge und An den Brodbänken fahren werden. Der Grund: Die engen Gassen auf dem Weg zum Marktplatz seien für den Busverkehr schlicht zu gefährlich, so der städtische Verkehrsdezernent Markus Moßmann.

Am Sande A und B wird nicht mehr angefahren

Insbesondere beim Nadelöhr an der Abtspferdetränke werde es regelmäßig knapp. Wenn der Bus die Straße blockiere, würden Radfahrer auf den Bürgersteig ausweichen und dort Fußgänger gefährden. Die Lösung: Alle betroffenen Linien werden künftig über den Reichenbachplatz und die besser geeignete Bardowicker Straße zur Haltestelle am Rathaus geführt, erklärte Sebastian Heilmann, Fachdienstleiter Mobilität beim Landkreis.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Haltestellen Am Sande A und B sowie die Haltestelle Am Markt überhaupt nicht mehr angefahren werden. Ein Vorteil daran sei, dass es künftig keine abweichenden Fahrpläne mehr an Markttagen gäbe und der Marktplatz an allen Tagen mit dem Bus direkt erreichbar sei, fügte Timo Kniestedt von der KVG an.

So ändern sich die Linien im neuen Busfahrplan

Weitere grundlegende Änderungen betreffen die Linienführung im Norden und im Osten der Stadt. Ein zentrales Ziel des neuen Plans sei, die Anbindung an den Metronom so gut es geht sicherzustellen, so Heilmann. Dabei sei bislang hinderlich: teils sehr lange Fahrtzeiten von Endstation zu Endstation und damit verbundene Verspätungen.

Die Lösung: Buslinien mit langen Routen werden künftig in der Stadtmitte geteilt. So pendelt die 5009 künftig nur noch zwischen Mechtersen und der Innenstadt. Die Fortsetzung der ursprünglichen Route bis zum Freibad durch Neu Hagen übernimmt dann die neue Linie 5016.

Die 5014 fährt künftig viertelstündlich zwischen Innenstadt und Bülows Kamp, stündlich sogar weiter bis nach Wendisch Evern. Zum Kreideberg fährt sie nicht mehr.

Dort fährt mit dem neuen Busfahrplan nun die neue Linie 5008 – aufgrund des gewonnen Platzes durch die Umleitung dann auch öfter als Gelenkbus. Einen Wermutstropfen gibt es dennoch für die dortigen Fahrgäste: Die Busse fahren nur noch alle 30 Minuten statt wie bisher viertelstündlich. "Dieser Takt wird dort schlicht und einfach nicht benötigt", fasste der Erste Kreisrat Jürgen Krumböhmer zusammen. "Da muss man das Gesamtkonzept sehen. Diese Kapazitäten können wir woanders besser einsetzen" erklärte er.

Alle Fahrgäste sollen die Innenstadt gut erreichen können

Ein zentrales Ziel sei es, sicherzustellen, dass alle die Innenstadt gut erreichen können, so Moßmann. Dafür haben man mit den Senioren- und Behindertenbeiräten gesprochen und Beteiligungsprozesse in Kaltenmoor und am Kreideberg gestartet. "Wir versuchen, jeden mitzudenken und die Lösungen gemeinsam zu entwickeln. Natürlich werden sich auch in Zukunft weitere Probleme ergeben, an denen wir dann arbeiten müssen", sagte er.

Heilmann ergänzte: "Wir haben auch in der Zukunft noch einige Punkte vor Augen, um die wir uns kümmern müssen." Da ist zum einen die oftmals überfüllte Linie 5011, die zwischen Kaltenmoor und Häcklingen pendelt und nebenbei noch viele Studenten zwischen Bahnhof und Uni befördern muss. Auch hier erwäge man verschiedene Lösungen, so Heilmann.

Wallstraße weiterhin im Fokus

Auch, dass immer noch Busse auf der ausgewiesenen Fahrradroute in der Wallstraße fahren, sehe man mit gemischten Gefühlen. "Wir erwägen, hier langfristig die Lindenstraße zu nutzen", sagte Heilmann. "Wir können den Menschen im St. Ursula-Haus aber auch nicht die Haltestelle wegnehmen", gab Moßmann zu bedenken. Er betonte, diese Überlegungen seien noch Zukunftsmusik.

Wichtiger sei es, dass die Taktung besser funktioniere, man die Mobilitätsketten besser verknüpfen könne und das Hauptziel erreiche: Eine verkehrsberuhigte Innenstadt und gute Mobilität zusammen denken zu können.

Von Moritz Constantin

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