Dienstag , 6. Dezember 2022
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Binden und Tampons auf einem Haufen.
Menstruationsartikel wie Tampons und Binden soll es künftig an einigen Stellen in Lüneburg kostenfrei geben. (Foto: Adobestock)

Kostenlose Menstruationsartikel an öffentlichen Orten: Das plant die Stadt

Kostenlose Menstruationsartikel an öffentlichen Orten: Was viele Städte bereits anbieten, soll auch in Lüneburg kommen. Darüber diskutierte jüngst der Sozialausschuss der Stadt. Gestartet werden soll damit zunächst an einigen bestimmten Orten. Doch noch steht eine Entscheidung aus.

Lüneburg. In anderen Ländern ist es schon Standard – auch in der Hansestadt soll es nun bald öffentlich zugänglich und kostenfrei Menstruationsartikel wie Tampons oder Binden geben.

Zumindest, wenn es nach dem Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Gleichstellung und Ehrenamt geht. Der hat beschlossen, eine entsprechende Empfehlung samt Stufenplan an den Stadtrat zu geben.

Stufenplan für Ausstattung der Gebäude

Den Antrag eingebracht hatte ursprünglich die Gruppe Die Partei/Die Linke gemeinsam mit der SPD. Darin hieß es, man wolle "öffentliche Toiletten mit Menstruationsartikeln und passenden Spendern" ausstatten und dafür gern ein entsprechendes Konzept in Auftrag geben.

Die Grünen wollten da noch einmal nachschärfen und schlugen in ihrem kurzfristigen Änderungsantrag neben der Ergänzung der aufgeführten öffentlichen Orte (zu: "Toiletten in der Innenstadt, im Rathaus, im Bürgeramt, in Stadtteilhäusern und Jugendzentren und in den Gemeinschafts- und Notunterkünften") auch einen Stufenplan für die Ausstattung der Gebäude vor.

Menstruationsartikel zunächst in Notunterkünften

Einstimmig beschlossen wurde dann eine gemeinsam in der Sitzung erarbeitete Kompromissversion aus beiden Vorschlägen: Da es Zeit braucht, ein Konzept zu erstellen und außerdem eine Kostenschätzung, soll laut Ausschuss die erste Stufe der Grünen-Idee – gratis Menstruationsartikel in Gemeinschafts- und Notunterkünften – "schnellstmöglich" umgesetzt werden.

Anhand der Ausgaben und dem Aufwand, die an diesen Pilot-Stätten anfallen, solle dann das Gesamtkonzept für die anderen öffentlichen Orte erarbeitet und auch geprüft werden, ob Schulen ebenfalls mit Menstruationsartikeln ausgestattet werden können.

Enttabuisierung der Menstruation

Die anwesende Gleichstellungsbeauftragte, Karin Fischer, begrüßte die Entscheidung des Ausschusses und den Schritt in Richtung öffentlicher Enttabuisierung der Menstruation besonders.

In ihrem Dankwort betonte sie, dass so auch sogenannter "Periodenarmut" entgegengearbeitet werde. Unter anderem für Frauen ohne festen Wohnsitz schließe man so eine wichtige Lücke in der hygienischen Versorgung.

Menstruationsartikel auch in Schulgebäuden bereitstellen

Fischer wies außerdem darauf hin, dass "viele junge Mädchen ihre erste Periode völlig unerwartet trifft" – ein Plädoyer für die Installation der Spender auch in Schulgebäuden.

Damit der Stufenplan für einfachen Zugang zu Menstruationsprodukten in Lüneburg in Kraft tritt, fehlt nun nur noch das Votum des Stadtrats. kha

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