Montag , 5. Dezember 2022
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Ein orangefarbener Schirm mit der Aufschrift www.gegen-gewalt-in-familien.de
Die Farbe orange steht in den "Orange Days" für ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. (Foto: Polizei)

“Orange Days”: Demonstration gegen Gewalt an Frauen in Lüneburg

Zum Auftakt der "Orange Days" findet am Freitag, 25. November, eine Demonstration in Lüneburg statt. Sie richtet sich gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. 

Lüneburg. Jedes Jahr wird am 25. November weltweit der Auftakt der "Orange Days" begangen, mit dem international ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt werden soll. Wie bereits in den letzten Jahren wird auch in diesem Jahr in Lüneburg eine Demonstration stattfinden.

Sie startet um 15.30 Uhr am Landkreis Lüneburg, Auf dem Michaeliskloster 4, und endet um 17.30 Uhr am Rathaus mit einem Redebeitrag von Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch. Wer seine Unterstützung für weibliche Gewaltopfer zeigen möchte, kann sich an der Demonstration beteiligen - gern auch in orangefarbener Kleidung und/oder mit orangen Warnwesten ausgestattet, betont die Polizei.

Rathaus erstrahlt in Orange

Im Sinne von "Orange The World" erstrahlt am Freitag das Rathaus Orange, zudem werden Fahnen gegen Gewalt an Frauen am Landkreis, dem Museum Lüneburg, der Polizei, der Leuphana Universität und am Rathaus gehisst.

Der Runde Tisch gegen Gewalt in der Familie gibt zur Demo Regenschirme in orange gegen eine Spende ab, verteilt Taschen mit der Aufschrift "Gewalt ist nicht tragbar" sowie eine gerade erstellte Broschüre der Mitgliedsorganisationen anlässlich 20 Jahren Gewaltschutzgesetz.

Gewalt richtet sich meist an Frauen und Mädchen

Frauen und Mädchen sind die häufigsten Opfer körperlicher und sexualisierter Gewalt, berichtet die Polizei. Für Frauen ist das Risiko, durch einen Beziehungspartner physische und/oder sexualisierte Gewalt zu erfahren, weitaus höher als von einem Fremden tätlich angegriffen zu werden. Bildung, Einkommen, Alter und Religionszugehörigkeit seien dabei völlig bedeutungslos.

In Deutschland ist oder war schon jede vierte Frau Opfer von häuslicher Gewalt. Durchschnittlich alle 45 Minuten wird eine Frau laut Polizei durch ihren Partner oder Ex-Partner angegriffen oder verletzt. Opfer von Partnerschaftsgewalt sind zu über 81 Prozent Frauen.

Betroffen sind Frauen aus allen sozialen Schichten und in jedem Alter, wobei die Dunkelziffer von Gewalt in Paarbeziehungen erheblich ist: Experten gehen von einer Dunkelziffer von rund 75 bis 80 Prozent aus. Zusammen mit den angezeigten Straftaten bedeutet dies über eine halbe Million Fälle von häuslicher Beziehungsgewalt jährlich.

Vielfältige Aktionen in Lüneburg

Auch die Gleichstellungsbeauftragten von Stadt und Landkreis Lüneburg, der Kriminalpräventionsrat mit dem Runden Tisch gegen Gewalt in der Familie, der Lüneburger Club von Soroptimist International, die frauenpolitische Initiative, der Kinderschutzbund, die VHS, der DGB sowie Pro Familia, die Leuphana Universität, das Frauenhaus und das Museum Lüneburg beteiligen sich an der Demonstration.

"Wir dürfen nicht wegschauen, sondern müssen Schutz- und Präventionsrahmen stärken, indem Übergriffe angezeigt, geahndet bzw. verhindert und Frauen ermutigt werden, sich an die Polizei und die Beratungsstellen zu wenden", betont das Bündnis gegen Gewalt an Frauen Lüneburg.

Insbesondere die Akteure des Rundes Tisches gegen Gewalt in der Familie des Kriminalpräventionsrates versuchen seit Jahren dem Thema "Keine Gewalt gegen Frauen" mithilfe von diversen Aktionen nicht nur während der Orange Days Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Weitere Infos wie auch regionale Ansprechpartner und Infos zur Hilfe bei Gewalterfahrungen gibt es hier. lz