Sonntag , 4. Dezember 2022
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Auf Anhieb als Zuspieler etabliert: Hannes Gerken von der SVG Lüneburg. Foto: be

Gewinner mit norddeutscher Gelassenheit bei der SVG

Im vierten Jahr spielt Hannes Gerken bei den Volleyballern der SVG Lüneburg, die laufende Saison ist seine erste in der Bundesliga. Eigentlich als Zuspieler Nummer 2 eingeplant, hat er sich auf Anhieb durchgesetzt und ist jetzt nach überzeugenden Leistungen nicht mehr wegzudenken. Bodenständigkeit und Gelassenheit sind Stärken, die ihn auszeichnen. Würde er künftig auch wieder eine Rolle als Zuspieler Nummer 2 akzeptieren?

Lüneburg. Ein wenig überrascht von sich selbst ist er schon. Als Hannes Gerken zu Beginn dieser Saison aus der zweiten Mannschaft ins Bundesliga-Team bei der SVG Lüneburg berufen wurde, war er eigentlich als Zuspieler Nummer 2 eingeplant. Doch es kam anders. Gerken agierte bei seinen Einsätzen so überzeugend, dass er schnell mehr Spielzeit hatte als Leon Dervisaj. Der Volleyball-Nationalspieler war davon wenig erbaut, verließ die SVG kürzlich – 1:0 für Gerken, wenngleich es dieser natürlich nie darauf angelegt hatte, dass sein Kollege auf dieser Position den Verein verlässt.

Am Sonnabend (19 Uhr) steht Hannes Gerken wieder im Blickpunkt, wenn es zum Vorrunden-Abschluss in der Gellersenhalle gegen niemand Geringeres als Tabellenführer VfB Friedrichshafen geht.

Er scheut keinen Konkurrrenzkampf

"Es ist für mich alles viel positiver gelaufen, als ich es mir gedacht habe", sagt Gerken, "ich bin sehr glücklich über diese Entwicklung." Im vierten Jahr spielt der "Hamburger Jung" aus Finkenwerder bei der SVG. Drei Jahre war er in der zweiten Mannschaft aktiv, bekam da entscheidendes Rüstzeug mit. Immer wieder beobachtete Cheftrainer Stefan Hübner seine Leistungen, vor der laufenden Saison holte er ihn in sein Team.

"Stefan Hübner hat einen riesigen Anteil an meiner Entwicklung", sagt Gerken, "er bietet immer wieder Extra-Sequenzen im Training an, bei denen ich dann individuell an meinen Skills arbeiten kann. Er gibt dann viel Input und zeigt mir, was ich verbessern kann."

Dass die SVG Lüneburg auf der Zuspieler-Position nach dem Abgang von Dervisaj noch einen weiteren Spieler sucht, ist für Gerken überhaupt kein Problem. Im Gegenteil: "Es muss unbedingt noch ein zweiter Zuspieler da sein. Ich merke schon, dass die Belastung sehr hoch ist. Es gibt zudem noch viele Sachen, an denen ich arbeiten kann und will." Auch einen Konkurrenzkampf mit einem neuen Kollegen auf seiner Position scheut er nicht. "Wenn jemand käme, der besser ist als ich, würde auch die Rolle als Nummer 2 annehmen. Das lasse ich jetzt einfach auf mich zukommen."

Hoffnung auf Überraschung gegen Friedrichshafen

Gegen Friedrichshafen sieht Gerken natürlich die Favoritenrolle klar bei den Häflern. Er sagt aber auch: "Im Pokal haben wir die ersten beiden Sätze wirklich knapp verloren. Irgendwann läuft so ein Satz auch mal für uns und dann kann auch ein Spiel mal anders laufen. Zumal Friedrichshafen ein hartes Programm zu absolvieren hat, eine lange Auswärtsfahrt und auch einige Verletzungsprobleme hat. Wir werden alles geben."

Wenn Hannes Gerken nicht Volleyball spielt, widmet er sich seinem Studium des Bauingenieurswesens an der Hafencity in Hamburg. Seinen Bachelor hat er abgeschlossen, jetzt hat er sich für den Master eingeschrieben. "Es ist nicht immer ganz leicht, den Sport und das Studium unter einen Hut zu bringen", erzählt er. Aber er geht auch diese Herausforderung an.

Von Matthias Sobottka

Spielverlegung
Erst im Februar gegen Frankfurt
Das für den 27. Dezember geplante Heimspiel der SVG Lüneburg gegen die United Volleys Frankfurt ist auf Mittwoch, 10. Februar 2021 (19 Uhr), verlegt worden. Darauf haben sich beide Vereine in Abstimmung mit der Volleyball-Bundesliga (VBL) geeinigt. Grund sind Terminschwierigkeiten für aussagefähige Corona-Testungen über die Weihnachtsfeiertage.