Dienstag , 6. Dezember 2022
Anzeige
Stefanie Kleefeld
Stefanie Kleefeld ist die am längsten amtierende Leiterin der Halle für Kunst, jetzt verlässt sie den Kunstverein. (Foto: t&w)

Sprungbrett für größere Aufgaben

Nach acht Jahren an der Spitze des Halle für Kunst wechselt Stefanie Kleefeld an die Kunsthalle Bremerhaven. Sie macht damit wie alle Vorgängerinnen und Vorgänger einen Karrieresprung. Eine neue Leiterin ist bereits ausgewählt. Verhandelt wird noch über den Ausstellungsort.

Lüneburg. Die Halle für Kunst steht vor einem Umbruch. Stefanie Kleefeld, Direktorin seit August 2012, wechselt ab sofort an die Kunsthalle Bremerhaven. Bis Ende des Monats ist sie parallel in Lüneburg tätig. Eine Nachfolgerin arbeitet sie bereits ein: Ann-Kathrin Eickhoff, zuletzt Kuratorin beim Kunstverein Nürnberg, wird in den kommenden Tagen vorgestellt. Das teilt Ulf Wuggenig, Vorsitzender des Halle-für-Kunst-Vereins, mit. Darüber, wie es mit dem Ausstellungsort an der Reichenbachstraße weitergeht, wird noch verhandelt. Vorläufig bis Mai wurde der Vertrag verlängert.

Stefanie Kleefeld ist die am längsten amtierende Leiterin der Halle für Kunst. Sie verlässt einen bundesweit anerkannten Kunstverein, der sich um junge, avantgardistisch geprägte Kunst kümmert. Im vergangenen Jahr wurde die Halle für Kunst für ihr „hochkarätiges Programm aus Einzel- und thematischen Gruppenausstellungen“ mit dem von der Art Cologne vergebenen Preis für Kunstvereine ausgezeichnet. Der Preis ist mit 8000 Euro dotiert.

Einzelausstellung von Kitty Kraus

Ein Programm für 2021 hat Stefanie Kleefeld noch geplant. Es soll mit einer Einzelausstellung von Kitty Kraus beginnen, gefolgt von einer Gruppenausstellung zum Thema „Humor“. Termine lassen sich indes pandemiebedingt nicht nennen, beide Ausstellungen sollten ursprünglich schon 2020 gezeigt werden.

Die Halle für Kunst hat sich für die Leiterinnen und Leiter seit dem Start 1995, damals noch an der Feldstraße, als Sprungbrett für größere Aufgaben erwiesen. Der Verein begann mit einer bis 2001 amtierenden Doppelspitze. Heike Munder leitet seither das Migros Museum für Gegenwartskunst in Zürich. Milla ist seit 2010 Geschäftsführer der Kunststiftung Baden-Württemberg, sein Vertrag wurde mittlerweile bis 2025 verlängert.

Bettina Steinbrügge, an der Halle für Kunst von 2001 bis 2008, kam über Wien nach Hamburg, wo sie seit 2014 den Kunstverein leitet. Ihre Lüneburg-Nachfolgerin Eva Birkenstock (2008-2010) ging nach Bregenz und 2016 weiter nach Düsseldorf als Direktorin des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen, einem der ältesten und größten in Deutschland. Hannes Loichinger (2008 bis 2012 an der Halle für Kunst) lehrt an der Wiener Universität für angewandte Kunst, und Valerie Knoll (2010-2015, zeitweise mit Loichinger bzw. Kleefeld) ist seit 2015 Direktorin der Kunsthalle Bern.

Von Hans-Martin Koch

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.