Sonntag , 4. Dezember 2022
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Wer unter 15 Jahren ist, so wie die Leichtathleten Lolle Bo Sandmeister, Damian Leinhäuser und Justus Geduhn (v.l.), darf sich auf einen Re-Start freuen. Alle Älteren müssen weiter auf Lockerungen warten. Foto: t&w
Wer unter 15 Jahren ist, so wie die Leichtathleten Lolle Bo Sandmeister, Damian Leinhäuser und Justus Geduhn (v.l.), darf sich auf einen Re-Start freuen. Alle Älteren müssen weiter auf Lockerungen warten. Foto: t&w

Sport während Corona: Des einen Freud, des anderen Leid

Große Hoffnungen waren mit der neuen Corona-Verordnung auch für den Sport verbunden. Diese wurden zwar für Jugendliche bis einschließlich 14 Jahren erfüllt. Ältere Jugendliche und Erwachsene aber wurden enttäuscht.

Lüneburg. Es hätte so schön sein können. Lüneburg hat seit Wochen einen Inzidenzwert unter 50, also dachten viele Sportlerinnen und Sportler, dass sie nun mit zehn Personen wieder gemeinsam Sport treiben können. So, wie es im Stufenplan des Bund-Länder-Beschlusses stand, egal wie alt sie sind. Doch Pustekuchen. Die neue Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen lässt nur Individualsport mit maximal fünf Personen aus zwei Hausständen zu. Immerhin dürfen bis zu 20 Kinder und Jugendliche bis einschließlich 14 Jahre wieder auf den Plätzen aktiv Sport treiben.

Trotz der niedrigeren Inzidenz von 35 (am 8. März 28,2) geht der Landkreis Lüneburg keinen Sonderweg. „Wir bewegen uns im rechtlichen Rahmen dessen, was uns das Land vorgibt. Und Niedersachsen verhält sich da ganz vorsichtig“, erklärt Kreissprecherin Katrin Holzmann. Klar ist inzwischen auch: Selbst wenn gelockert worden wäre, dürften die zehn Personen einer Trainingsgruppe nur aus drei Haushalten stammen. Entsprechend groß ist die Enttäuschung bei den Vereinen.

Kicker des MTV Treubund legen sofort los

Glücklich sind vor allem die Jugendtrainer, dass sie wieder loslegen dürfen. Schon gestern tummelten sich die ersten Mannschaften im Hasenburger Grund, wo die Fußballer des MTV Treubund beheimatet sind. „Es ist schön, dass es wieder losgeht“, sagt Stefan Frehse, sportlicher Leiter für den Bereich der U13 bis U19. Die Lüneburger lassen alle Teams von den Minis bis zur U14 wieder auf die Plätze. „Wir haben am Wochenende ordentlich rotiert, aber alle Kids sind ja erleichtert, dass sie wieder auf dem Platz stehen dürfen.“

Natürlich weiß Frehse, dass der sportliche Wert dieser ersten Trainingsstunden nur eingeschränkt ist, da es noch keinen Kontakt untereinander geben darf, doch „es ist jetzt der erste Schritt“. Torschusstraining und Passübungen gehen immer, nur Abschlussspiele oder Zweikämpfe sind nicht erlaubt. Er hofft, dass die Inzidenzwerte niedrig bleiben, damit „wir dann Ostern richtig loslegen können“.

Trainerin Almut Völzke vom TSV Adendorf freut sich, dass es für den Leichtathletik-Nachwuchs ab sechs Jahren wieder losgehen darf und ist bereits mit Kollege Hans-Joachim Seedorf am Planen: „Wir starten zeitnah, erst einmal mit kleineren Gruppen, um wieder reinzukommen. Im Wochentakt sollen dann immer ein paar Kinder mehr dazukommen.“

Es werde höchste Zeit: „Viel länger hätten wir das mit dem Zoom-Training auch nicht ausgehalten, langsam ist das alles ausgelutscht“, versichert Almut Völzke, deren Tochter Swantje dagegen enttäuscht ist von der neuen Verordnung.

Sie ist ebenfalls Leichtathletin, darf aber mit ihren 15 Jahren noch nicht wieder in der Gruppe trainieren. Das ärgert auch ihre Trainerin Birgit Trenker: „Ich kann weiter nur 1-zu-1-Betreuung machen. Das ist für mich völlig unverständlich und auch mit keiner Logik zu erklären. Die Älteren wissen doch, worauf sie zu achten haben, können die Abstandsregeln einhalten.“

Training geplant und wieder abgesagt

Genau so sieht es auch Janina Eimann, Athletin und Trainerin beim MTV Treubund für die U 16 und U 18. Sie und Hanna Loos wollten heute direkt wieder mit der Gruppe loslegen, mussten dann aber zurückrudern. „Dabei wäre das mit den Größeren weniger problematisch als mit den Kleinen. Nachdem wir dann die Regeln vom Land und Landkreis am Sonntag gelesen hatten, haben wir das Training direkt wieder abgesagt. Das ist sehr schade, denn nach monatelangem Training allein sehnen sich alle wieder nach Gemeinsamkeit.“

Auch beim TSV Gellersen sehnt sich der 1. Vorsitzende Eckhard Bödeker nach der Rückkehr zur Normalität. Die Jugendfußballer werden jetzt als Erste wieder in den Sportbetrieb starten. „Wir sind da am Ball. Es wird höchste Zeit, dass die Kleinen wieder ein bisschen kicken dürfen.“ Da die Gellerser eine JSG mit dem TuS Reppenstedt betreiben, müssen noch letzte Absprachen getroffen werden, das Hygienekonzept von Jugendobmann Jan Thielert steht aber.

Das gilt für alle Vereine. So dürfen Duschen weiter nicht genutzt werden, zudem sollten Eltern ihre Kinder nur absetzen und nicht auf dem Sportplatz verweilen.

 

Laut NFV

Kinder bis 14 dürfen mit Kontakt Fußball spielen

Unklarheit herrscht bei vielen Vereinen, ob zum Beispiel Kinder bis einschließlich 14 Jahren nun mit oder ohne Kontakt Fußball spielen dürfen. Fakt ist zunächst, dass es eine nicht wechselnde Gruppe von maximal 20 Kindern sein darf, die im Außenbereich Sport treibt. Laut niedersächsischem Fußball-Verband (NFV) dürfen diese aber mit Kontakt spielen. Darauf weist der NFV eigens in einer Pressmitteilung hin. In der Corona-Verordnung ist nicht von kontaktlosem Sport die Rede.

Von Kathrin Bensemann und Ulrich Pott

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