Sonntag , 4. Dezember 2022
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Auch auf die wirkungsvollen Aufschläge von SVG-Außenangreifer Viktor Lindberg wird es im Viertelfinale ankommen.
Auch auf die wirkungsvollen Aufschläge von SVG-Außenangreifer Viktor Lindberg wird es im Viertelfinale ankommen. Foto: be

Der Playoff-Krimi kann beginnen

Jetzt gilt es: Das Viertelfinale der Volleyball-Bundesliga beginnt und die SVG Lüneburg startet im Modus "Best of 3" am Mittwoch mit einem Heimspiel gegen die Volleys Herrsching. Trainer Stefan Hübner und Teammanager Matthias Pompe sagen, worauf es jetzt ankommt.

Lüneburg. „Für uns ist jetzt jedes Spiel ein Endspiel.“ Diesen Satz sagte Stefan Hübner, Trainer von Volleyball-Bundesligist SVG Lüneburg, zu Beginn der Rückrunde, nachdem die erste Saisonhälfte eher schleppend gelaufen war. Seine Mannschaft verinnerlichte diese Worte auf eindrucksvolle Art und Weise. Die SVG spielte eine starke zweite Runde und geht nun als Tabellenfünfter ins Playoff-Viertelfinale nach dem Modus „Best of 3“. Gegner sind die Volleys Herrsching als Vorrunden-Vierter. Am Mittwoch um 19 Uhr empfängt die SVG die Bayern zum ersten Spiel in der Gellersenhalle.

In drei von vier Viertelfinals gibt es klare Favoritenstellungen. Friedrichshafen ist gegen Bühl ebenso favorisiert, wie Düren gegen Frankfurt und die Volleys Berlin gegen die Netzhoppers Königs-Wusterhausen. Einzig die Paarung Lüneburg gegen Herrsching scheint völlig offen.

Spannendste Konstellation in dieser Runde

Ein klassisches Fifty-Fifty-Spiel. „In diesem Spiel kann alles passieren“, räumt SVG-Teammanager Matthias Pompe ein, schickt dann grinsend hinterher, „aber ich habe ein gutes Gefühl, deswegen würde ich eher auf 60:40 gehen.“ Dieser Optimismus ist durchaus begründet. Im Jahr 2021 hat die SVG nur gegen die „großen 3“, Friedrichshafen, Düren und Berlin Volleys, verloren. Dabei holten die LüneHünen gegen Berlin und Friedrichshafen aber auch jeweils einen Punkt bei knappen Fünfsatz-Niederlagen.

Mit dem Comeback von Zuspieler Gijs van Solkema kam noch einmal richtig Qualität und Präzision ins SVG-Spiel, die Außenangreifer Jordan Ewert und Viktor Lindberg drehten groß auf, der Mittelblock mit Florian Krage und Michel Schlien (Top-Scorer mit 105 Blockpunkten) wird in der Liga nur noch ehrfurchtsvoll die „Lüneburger Wand“ genannt, Diagonalangreifer Richard Peemüller hat sich stabilisiert und die Qualitäten von Libero und Co-Kapitän Tyler Koslowsky sind ohnehin unumstritten. Auf diese Weise rockte die SVG Lüneburg die Bundesliga-Rückrunde.

Auch SVG-Chefcoach Hübner sieht in der Begegnung SVG – Herrsching die „spannendste Konstellation“ des Viertelfinales. „Beide Mannschaften gehen mit dem Bewusststein in die Partie, eine gute Chance zu haben. Viel wird von der Tagesform abhängen und wie sich die individuelle Qualität auswirkt.“

Auch Herrsching weist derzeit alles andere als ein Formtief auf. Wie die SVG (2:3 gegen Friedrichshafen) überzeugte auch das Team vom Ammersee am letzten Vorrunden-Spieltag, hatte die Berlin Volleys ebenso am Rand einer Niederlage (2:3). Auch der Herrschinger Mittelblock mit Dorde Ilic (97 Punkte) und Luuc van der Ent (90) hat wahrlich etwas zu bieten, zudem sind Johannes Tille und Alexander Mantha bei den Aufschlagpunkten vorn mit dabei.

Den Aufschlag sieht Matthias Pompe auch als eine der großen Stärken der Herrschinger an. „Den müssen wir in den Griff kriegen“, sagt er, „außerdem kommt es für uns darauf an, dass wir sie vom Netz weghalten und die Angriffe über die Mitte eindämmen können. Wenn es uns dann gelingt, selber Druck über unseren Aufschlag auszuüben, haben wir gute Chancen.“ Für ihn wird „das Ding über Aufschlag-Annahme entschieden“.

Neuer Modus auch mental sehr herausfordernd

Der Ex-Nationalspieler sieht aber auch noch einige andere Faktoren als wichtig an, die über das rein sportlich-taktische Geschehen hinausgehen. „Zum Beispiel, wie die Mannschaften die Reisestrapazen verkraften“, so Pompe. Lüneburg – Herrsching ist definitiv das Viertelfinale mit den weitesten Reisen für die Teams. Auch der neue Viertelfinal-Modus sei für die Spieler mental eine Herausforderung.

Dieser Modus sieht so aus: Nach dem ersten Spiel am Mittwoch folgt am Sonnabend (19 Uhr) in Herrsching das zweite Spiel. Sollte danach ein drittes Match nötig sein, folgt das gleich am Sonntag (15 Uhr) ebenfalls in Herrsching. Möglicherweise zwei Spiele in zwei Tagen, in denen es um alles geht. Eine ganz besondere Drucksituation.

Von Matthias Sobottka

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