Freitag , 2. Dezember 2022
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Kerstin Walter vom Dahlenburger SK vermisst Wettkampf und Gemeinschaft gleichermaßen. Foto: t&w

Ohne Wettkämpfe fehlt der sportliche Anreiz

Viele Sportlerinnen und Sportler in unserer Region müssen sich seit Monaten auf Individualsport konzentrieren. Wettkämpfe und Gemeinschaft fehlen. Was macht das mit einem? Kerstin Walter, Spitzenspielerin von Tischtennis-Damen-Verbandsligist Dahlenburger SK, spricht darüber.

Dahlenburg/Bleckede. Es geht pandemiebedingt nach wie vor nicht viel in Sachen Sport. Das wird für viele Aktive aus den verschiedensten Disziplinen immer mehr zur Belastung. Individualsport mit begrenzter Teilnehmerzahl, zum x-ten Mal durch den Wald laufen, alles schön und gut. Aber vielen geht es um mehr.

Kerstin Walter aus Bleckede ist die Spitzenspielerin von Tischtennis-Damen-Verbandsligist Dahlenburger SK. Sie hat mit sechs Jahren begonnen, Tischtennis zu spielen, schaffte es schnell in diverse Leistungskader, spielte bereits mit 15 Jahren für den RSV Braunschweig in der Damen-Regionalliga. Zwar legte sie später auch einmal eine längere Pause ein, aber wenn sie am Tisch stand und steht, ist sie eine leidenschaftliche Wettkämpferin.

Nun muss sie erleben, wie die zweite Saison in Folge wegen Corona abgebrochen wird. Mehr noch: Die Spielzeit 2020/2021 hat eigentlich gar nicht erst richtig begonnen. Was macht das mit Aktiven, die den Wettkampf lieben?

Zweite Saison in Folge wird abgebrochen

„Es fehlt einfach etwas, womit man sich auf die Probe stellen kann“, erzählt die 31-Jährige, „als Sportler will man Ziele erreichen. Man braucht etwas, auf das man hinarbeiten kann.“ Ohne Wettkämpfe fehle der Anreiz, seine eigene Stärke zu testen und sich gegenseitig herauszufordern“, meint sie. Diese Punkte sind vielen Sportlerinnen und Sportlern sehr wichtig.

Doch damit nicht genug. Kerstin Walter vermisst noch mehr. Seit sie sich nach ihrer Pause vor knapp drei Jahren dem Dahlenburger SK anschloss und dort sofort wieder erfolgreich durchstartete, schätzt sie das familiäre Umfeld des Vereins und den Zusammenhalt in der ersten Damenmannschaft und da vor allem den Kontakt zu ihren Mitspielerinnen.

„Ich vermisse das Gemeinschaftliche“, erzählt sie und macht das an einem Beispiel deutlich: „Wenn wir ein Auswärtsspiel hatten, dann war das oft mit An- und Abreise ein ganzer Tag, den wir als Team gemeinsam verbracht haben. Das war wie ein Ausflug, man war raus aus dem Alltag.“ Zwar könne sie sich auch gut selber beschäftigen. „Aber es fehlen die sozialen Kontakte.“

Pandemie große Herausforderung für die Gesellschaft

Dass beides, Wettkampf und Miteinander, bald wieder möglich sein wird, darauf hofft sie, darauf hoffen wohl alle Aktiven, die ihren Sport nicht professionell ausüben. Hat Kerstin Walter Verständnis für die noch immer geltenden Beschränkungen? „Ganz ehrlich“, sagt sie, „ich bin froh, dass ich in der Hinsicht keine Entscheidung treffen muss.“ Die in Bleckede lebende Sportwissenschaftlerin ist im therapeutischen Bereich und damit auch im Gesundheitswesen tätig. Vor diesem Hintergrund hat sie auch bei ihrer täglichen Arbeit immer wieder Berührungspunkte mit den Corona-Vorsichtsmaßnahmen.

„Das Virus sieht man nicht. Es gibt bei einer Infektion schwere und milde Verläufe. Am gefährlichsten ist es, wenn man selber keine Symptome hat und nur Überträger ist. Als Verbandsliga-Spielerinnen kommen wir in die unterschiedlichsten Regionen, können das Virus dort hintragen oder von dort mitnehmen. Es ist eine große Herausforderung für unsere Gesellschaft, diese schwierige Situation zu überstehen, aber es macht auf jeden Fall Sinn, die Vorsichtsmaßnahmen zu haben“, erklärt Kerstin Walter.

Auch wenn sie glaubt, dass uns alle Corona „noch eine ganze Weile“ beschäftigen wird, will sie hoffentlich bald auch wieder sportliche Herausforderungen beim Tischtennis annehmen. Und diese dann auch mit der ersten Damenmannschaft des 29DSK, der sie die Treue halten will. „Ich habe keine anderen Pläne“, sagt sie. Beim Dahlenburger SK wird man das sicher gerne hören.

Von Matthias Sobottka

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