Samstag , 3. Dezember 2022
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Geht Malte Meyer mit dem LSK in dieser Saison doch noch auf Torejagd? Foto: be
Geht Malte Meyer mit dem LSK in dieser Saison doch noch auf Torejagd? Foto: be

Regionalliga: Weißer Rauch aus Hannover?

Der Saisonabbruch in der Fußball-Regionalliga Nord schien schon fast beschlossene Sache. Jetzt könnte sich das Blatt wenden. Der Verband hat ein Schreiben an die beteililgten Bundesländer geschickt. Niedersachsen ist jetzt das Zünglein an der Waage. Der LSK positioniert sich klar zum Thema Re-Start.

Lüneburg. Still ruht der Ball im niedersächsischen Fußball. Alle Spielklassen von der Oberliga abwärts haben den Ligenbetrieb für diese Saison wegen der Pandemie eingestellt. Lange sah es auch in der Regionalliga Nord nach einem Abbruch aus. Mittlerweile aber hofft der norddeutsche Fußball-Verband (NFV), die Saison doch noch fortsetzen zu können.

Hintergrund ist ein Schreiben von NFV-Präsident Günter Distelrath an die Spitzen-Vertreter der in der Regionalliga Nord vertretenen Bundesländer (Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen) mit der Bitte, den Spielbetrieb wieder zuzulassen. Vorbilder der Initiative sind die Regionalliga-Staffeln West und Südwest, in denen aktuell der Spielbetrieb läuft.

Strenges Hygienekonzept und regelmäßige Testungen

Als Voraussetzungen für einen Re-Start sicherte Distelrath ein strenges Hygienekonzept und regelmäßige Testungen zu. Zum Konzept zählen dann auch Spiele ohne Zuschauer. Im Grunde ein ähnliches Konstrukt wie bei den Profivereinen der Ligen drei bis eins.

Und es scheint sich etwas zu tun in Richtung Saisonfortsetzung: Hamburg hat laut dem NFV-Spielausschussvorsitzendem Jürgen Stebani bereits grünes Licht gegeben. Auch aus Bremen und Schleswig-Holstein soll es positive Signale geben. Das Zünglein an der Waage ist Niedersachsen. Dort ist der Antrag noch in der Bearbeitung und Prüfung. Der NFV hofft darauf, noch in dieser Woche eine Entscheidung zu bekommen.

Gibt es weißen Rauch aus Hannover, dann dürfte es schnell gehen, denn die Zeit drängt. „Je länger wir auf die Entscheidung warten müssen, desto schwieriger wird es“, sagt Jürgen Stebani, „das ist die große Ungewissheit.“ Fällt die Entscheidung aus Hannover negativ aus, dann wird der NFV wohl kaum noch um einen Saisonabbruch herumkommen.

Es wird diesmal Absteiger geben

Stebani hofft, dass es nicht dazu kommt. Er möchte die Saison gerne sportlich beenden. Möglicherweise mit einem Spielbeginn Ende April. die Vereine müssten sich dann wohl auf einen Rhythmus mit zwei Spielen pro Woche einstellen.

Egal, was in den kommenden Tage oder Wochen passiert, eines, so Stebani, ist sicher: „Ohne Absteiger wird es nicht gehen.“ Er nimmt damit Bezug auf die Initiative von Atlas Delmenhorst (Schlusslicht der Südstaffel) und Altona 93 (Tabellenletzter der Gruppe Nord), die erreichen wollen, dass es bei einem Abbruch wie schon in der vergangenen Saison keine Absteiger gibt. Stebani ist strikt dagegen: „Man kann einmal den Abstieg aussetzen. So, wie wir es in der vergangenen Spielzeit gemacht haben. Noch einmal geht das nicht. Die Liga hat schon 22 Mannschaften. Mehr geht nicht.“

Im Gespräch ist allenfalls eine Reduzierung von drei Absteigern pro Staffel auf jeweils zwei. Diskutiert werden soll das bei einer Videokonferenz zwischen dem NFV-Spielausschuss und den Vereinsvertretern am morgigen Donnerstag.

LSK klar für einen Abbruch der Saison

Der Lüneburger SK positioniert sich im Vorfeld dieser Sitzung bereits deutlich. „Wir sind ganz klar für einen Abbruch der Saison“, sagt Finanzvorstand Henning Constien und fügt hinzu: „Und das ohne Absteiger.“ Constien führt zum einen die Kosten für die Testungen und die fehlenden Einnahmen durch Geisterspiele ins Feld. Wichtiger sind ihm aber andere Gründe.

„Es geht nach wie vor um das Thema gesellschaftliche Verantwortung. Viele unserer Spieler gehen täglich ihrem Beruf oder Studium nach. Was passiert denn, wenn sie sich beim Sport anstecken und dann 14 Tagen in Quarantäne müssen? Was sagt denn dann der Arbeitgeber? Da bekommen die Spieler und wir großen Ärger.“

Auch eine Vorbereitungszeit von möglicherweise nur zwei Wochen sieht Constien sehr kritisch. Einige Vereine, wie die Zweitvertretungen der Profiklubs, trainieren seit Wochen, andere, wie der LSK, haben maximal die Chance Online-Fitness-Training zu absolvieren. Constien: „Was ist denn mit diesen Vereinen, die noch nicht trainieren konnten? Die Verletzungsgefahr für die Spieler dieser Mannschaften ist doch viel zu hoch.“

Es bleibt spannend in der Fußball-Regionalliga. So oder so.

Von Matthias Sobottka

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