Günter Schadt ist neuer Inklusionsbeauftragter des Kreissportbundes. Foto: t&w
Günter Schadt ist neuer Inklusionsbeauftragter des Kreissportbundes. Foto: t&w

Inklusion: Den Sport für alle öffnen

Über das Thema Inklusion wird viel geredet, aber letztlich zu wenig getan, findet Günter Schadt. Als neuer Inklusionsbeauftragter des Kreissportbundes Lüneburg will er das ändern. Er hat auch schon Ideen, wie er das Thema mit Leben erfüllen will.

Lüneburg. Eigentlich könnte sich Günter Schadt entspannt dem Ruhestand hingeben, doch das ist nichts für den 69-Jährigen. Erst im vergangenen Jahr machte der Tanzsport-Vorsitzende des VfL Lüneburg seine C-Lizenz im Breitensport, um als Übungsleiter auch andere zu bewegen, jetzt übernimmt er ein weiteres Ehrenamt: Er ist Inklusions-Beauftragter im Kreissportbund Lüneburg (KSB) und will den Sport in Stadt und Kreis für alle öffnen: „Es wird viel über Inklusion geredet, aber man sieht sie in den Vereinen nicht wirklich.“ Höchste Zeit, das zu ändern, findet Günter Schadt.

Vor allem Vorstände will er sensibilisieren

Der Posten wird erstmalig beim KSB besetzt, Schadts Engagement für Menschen mit Handicaps aber ist nicht neu. Jahrelang vertrat er neben seinem Job als Elektrotechniker ehrenamtlich Schwerbehinderte. Auch jetzt verlor er keine Zeit, sich ein Netzwerk aufzubauen.

Der Lüneburger informierte sich nicht nur beim Landessportbund Niedersachsen und dem Deutschen Behindertensportverband über Möglichkeiten der Inklusion für Vereine. Er fragte auch nach Bedürfnissen vor Ort, nahm Kontakt zu Matthias Farr, Geschäftsführer der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg, auf. „Der sagte, er habe schon darauf gewartet, das etwas passiert“, erzählt Schadt.

Es brauche dringend Vereine, die sich Menschen mit Behinderungen öffnen. „Dafür will ich vor allem die Vorstände sensibilisieren, gezielt in der Umsetzung unterstützen und Stolpersteine aus dem Weg räumen“, verspricht der frischgebackene Inklusionsbeauftragte.

Auch Fördermittel könne er Vereinen aufweisen, um etwa bauliche Barrieren aus dem Weg zu räumen oder Übungsleiterinnen und Übungsleiter ausbilden zu können. „Man muss einfach mal anfangen“, so Schadt.

Seiner Meinung nach hätten Vereine den klaren Auftrag, der im „Masterplan Inklusion im niedersächsischen Sport“ festgeschrieben sei. Danach sollen sich bis 2030 Vereine, Fachverbände und Sportbünde so weiterentwickeln, „dass Menschen mit Behinderung als Teilnehmende im Sportbetrieb, als Ehrenamtliche, Freiwillige oder Hauptberufliche gleichberechtigt an den Leistungen des Sports partizipieren können.“ Der Masterplan wurde erst im November beim Landessporttag beschlossen.

Ein Kompetenztisch als erster Schritt

Auf lokaler Ebene will Günter Schadt im ersten Schritt einen Kompetenztisch ins Leben rufen für die, die bereit sind, Veränderungen in ihrem Verein anzuschieben. „Ganz konkret bedeutet das, Traditionen zu hinterfragen und sich neuen Zielgruppen und Angeboten zu öffnen.“

Und natürlich sollen am runden Tisch die mitreden, um die es geht. „Wichtig ist doch zu erfahren, was sich Menschen mit Behinderungen von Vereinen wünschen“, sagt Schadt. Mit dem KSB-Vorstand will er auch die Politik ins Boot holen will und sucht prominente Inklusions-Botschafter.

Für ihn ist klar: „Es gibt keine Sportart, die Menschen mit Handicap nicht auch machen könnten, wir müssen es ihnen nur ermöglichen.“ Und am Ende ginge es um weitaus mehr als Bewegung: „Nämlich um das, was alle am Vereinssport so schätzen: das soziale Miteinander.“

Günter Schadt ist unter schadt@kreissportbund-lueneburg.de zu erreichen.

Von Kathrin Bensemann

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.