Montag , 5. Dezember 2022
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Das Foto aus dem Jahr 2019 zeigt die Gruppe der Kinder, die bei der OSV-Fußballschule viel Spaß hatten. (Foto: OSV)

Ochtmisser SV kämpft um seine Fußballschule

Für sein besonderes Charity-Projekt sucht der Verein noch teilnehmende Mädchen und Jungen, um die Finanzierung abzusichern

Lüneburg. Der Ochtmisser SV könnte es sich leicht machen, die Veranstaltung mit Hinweis auf die Corona-Pandemie absagen. Doch dieses Projekt ist dem Verein so wichtig, dass er daran nicht denkt. Gemeint ist die OSV-Fußballschule.

Seit elf Jahren steckt der Verein viel Herzblut und Engagement in diese Aktion, sucht jetzt sogenannte „Zahlkinder“, die mitmachen um anderen Kindern eine kostenlose Teilnahme zu ermöglichen.

Zum Hintergrund: Die OSV-Fußballschule läuft grundsätzlich sehr ähnlich ab wie vergleichbare Aktionen von Profiklubs. Das heißt, die Kinder werden fünf Tage trainiert, erhalten eine Sportausrüstung und Verpflegung. Der Unterschied zu herkömmlichen Fußball-Camps: Beim OSV dürfen 50 Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund, einem sozial benachteiligten Umfeld oder geflüchteten Familien umsonst mitspielen. Die Auswahl der Kinder treffen die Sozialträger im Landkreis Lüneburg.

Solidargedanke ist den Verantwortlichen sehr wichtig

Hinzu kommen etwa 15 bis 20 Kinder aus sozial gefestigten Familien, die den regulären Beitrag zahlen. Das sind 90 Euro für OSV-Mitglieder und 100 Euro für Nichtmitglieder. Die Idee dahinter ist zum einen der Solidargedanke, dass sozial besser gestellte Familien Kindern, die diese Möglichkeit sonst nicht hätten, die Teilnahme ermöglichen.

In diesem Jahr soll die Fußballschule vom 26. bis 30. Juli stattfinden. Problem: Bislang haben sich nur fünf „Zahlkinder“ angemeldet. „Das Problem ist sicher Corona“, weiß Uwe Plikat, Mitorganisator und 2. Vorsitzender des OSV. Er wirbt trotz allem weiter für das Projekt: „Ich hoffe, dass noch mehr Anmeldungen kommen. Die Sportausrüstungen werden wir aufgrund der aktuellen Situation erst spät bestellen. Stornierungen sind dann auch bis Anfang Juli noch möglich.“

Bliebe es bei der bescheidenen Anzahl an zahlenden Teilnehmern, ginge das nicht nur zu Lasten der Finanzierung der Fußballschule, sondern würde, so Plikat, auch die Idee untergraben, dass Kinder aus verschiedenen sozialen Umfeldern bei einem gemeinsamen Event Verständnis für die Situation der jeweils anderen aufbrächten.

Erfahrungen mit Corona-Bedingungen

Schon im vergangenen Jahr führte der OSV die Veranstaltung unter Corona-Bedingungen durch. „Wir sind also erfahren, was diese Situation angeht. Wir haben das vor einem Jahr mit getrennten Gruppen, getrenntem Essen und entsprechenden Abstandsregeln durchgeführt“, erklärt Plikat.

So soll es auch in diesem Jahr, bei der dann 11. Austragung, sein. „Uns ist das Projekt so wichtig, dass wir nicht an eine Absage denken“, sagt Plikat, „die Durchführung werden wir streng zu den dann geltenden Corona-Bestimmungen gestalten.“

Im vergangenen Jahr zeigte sich Günter Distelrath, Präsident des niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV), bei einem Besuch begeistert von dem Konzept der OSV-Fußballschule. Er habe, so Plikat, angedeutet, auch 2021 wiederzukommen.

Wer Interesse hat, kann sich per Mail bei Uwe Plikat anmelden: 2.vorsitzender@ochtmissersv.de

Von Matthias Sobottka

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