Sonntag , 4. Dezember 2022
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Außenangreifer Auke van de Kamp (hinten) hat mit Groningen schon so einige Titel in Holland eingefahren. Nun wechselt er zur SVG Lüneburg (Foto: imago).

Ein absolutes Energie-Biest

Der niederländische Nationalspieler Auke van de Kamp schließt sich dem Volleyball-Bundesligist SVG Lüneburg an und ist damit der dritte Neuzugang

Lüneburg. Zum überraschenden, mit der Bronzemedaille gekrönten Erfolg der vergangenen Volleyballsaison haben bei der SVG Lüneburg wesentlich hoch emotionale Auftritte beigetragen. So eine leidenschaftliche Spielweise ist auch ein Markenzeichen des dritten Neuzugangs für die kommende Serie: Auke van de Kamp aus den Niederlanden, ein Außenangreifer mit Gardemaß von 2,02 Metern.

Immer voller Tatendrang, immer wieder ein Lächeln im Gesicht, gelungene Aktionen oft ausgelassen abfeiernd: So tritt der 25-Jährige auf, vermittelt Spaß und reißt mit. „Er ist ein unheimlich positiver Typ mit enormer Ausstrahlung, ein absolutes Energie-Biest – das ist eine große Qualität“, charakterisiert SVG-Chefcoach Stefan Hübner den Zugang aus Groningen, der mit seinem Verein Amysoft Lycurgus gerade Pokalsieger und Vizemeister geworden ist und schon oft gegen die LüneHünen gespielt hat.

Gute Verbindung durch Freundschaft mit Groningen

Denn Groningen und die SVG verbindet eine jahrelange Freundschaft mit gegenseitigen Besuchen zu Testspielen. So auch vor der vergangenen Saison, als die Holländer in der Gellersenhalle zu Gast waren. „Ja, wir kennen ihn schon sehr lange, er hat sich gut entwickelt über diese Zeit“, so Hübner. Er hat auch verfolgt, dass der schon einmal ins Ausland wechselte und sich dort bewährt hat. In der Saison 2019/20 spielte der Rechtshänder bei Tectum Achel in der 1. belgischen Liga.

Mit dem Club in der nord-holländischen Stadt Groningen feierte er vor der nun abgelaufenen Saison bisher drei Meisterschaften, einen Pokalsieg und dreimal den Gewinn des Supercups, war somit in den Jahren seit 2015 ein Baustein der Vormachtstellung in Holland. Und in dieser Zeit sammelte er auch reichlich internationale Erfahrung, spielte in allen drei Wettbewerben: Champions League (Qualifikationsrunde), CEV-Cup und Challenge Cup. Hinzu kamen Auftritte in der Nationalmannschaft, 27 Länderspiele stehen da bisher zu Buche.

„Als ich 19, 20 Jahre alt war, lief es wirklich gut – auch im Nationalteam. Aber dann bekam ich Knieprobleme und musste länger pausieren“, erinnert er sich. 2017 war van de Kamp in der World League (heutige Nations League) und bei der Europameisterschaft im gleichen Jahr zum Einsatz gekommen.

Viel internationale Erfahrung, auch durch Nationalteam

Inzwischen ist er wieder im Fokus des Nationaltrainers, stand auf der Kader-Longlist für die Wettbewerbe dieses Sommers wie zum Beispiel der gerade laufenden EM-Qualifikation. Aber van de Kamp sagte vorsichtshalber zur Schonung erst einmal ab, weil er in der Endphase der Saison gerade wieder aus einer Verletzungspause gekommen war, noch rechtzeitig für Pokalfinale und Meisterschafts-Playoffs spielfähig wurde. „Ich will im August topfit sein.“

„Seine Knieprobleme werden wir hier mit unserer guten Physio-Abteilung und entsprechendem Krafttraining in den Griff bekommen wie schon bei anderen Fällen zuvor“, hat Hübner keinerlei Bedenken, freut sich vielmehr auf den Zugang: „Auke ist ein spannender Spielertyp, nicht nur wegen seiner Ausstrahlung. Er greift variabel an, hat Qualitäten im Block und auch eine sehr stabile Annahme. Und er hat schon einiges erlebt in seiner Karriere, das tut uns auch gut.“

Kumpel Gijs van Solkema lobt die LüneHünen

Bestärkt im Wechselwunsch wurde der Außenangreifer von Ex-LüneHüne Gijs van Solkema. „Von meinem Kumpel Gijs weiß ich, dass es einfach eine Menge Spaß macht, für die SVG zu spielen, die ein gut organisierter Verein mit großartigen Trainern und tollen Fans ist. Ich habe einfach ein gutes Gefühl bei diesem Wechsel“, so van de Kamp.

„Ich weiß zwar, dass die Bundesliga um einiges stärker ist als die Liga in Holland. Trotzdem möchte ich so viel spielen wie möglich und mich weiter entwickeln. Ich werde alles geben, was ich habe, damit ich dem Team helfen kann, so gut – oder noch besser – abzuschneiden wie in der letzten Saison.“

Von Holger Remus

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